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Sachkundenachweis: Die Fakten

Am 1. Januar 2009 tritt das Ausbildungsobligatorium für Angelnde in Kraft. Das Management dieses Sachkundenachweises (SaNa) wurde gemeinsam dem SFV und Petri-Heil übertragen.

Wie Hansjörg Dietiker an der ZV-Sitzung darlegte, hat das BAFU dem Gemeinschaftsprojekt SFV/Petri-Heil den Vorzug vor zwei Mitbewerbern gegeben. Die entsprechenden Verträge befinden sich in Ausarbeitung. Fixiert sind die Eckpunkte: Der SFV übernimmt das Kurs- und Instruktorenwesen, Petri-Heil betreut die Administration. Das neue Gebilde nennt sich «Netzwerk Anglerausbildung». Das Projekt wurde von einem Lenkungsausschuss ausgearbeitet. Ihm gehörten Vertreter des BAFU (P. Steiner, E. Staub), der Kantone (P. Friedli, BE), des SFV (Rudolf Hauser) und des Sportfischer-Brevets (Hj. Dietiker) an.

Minimalausbildung
Wer älter ist als 14jährig und ein Patent von mehr als einem Monat Gültigkeit bezieht, muss die vom Bund in einer Vollzugshilfe für die Kantone vorgeschriebene minimale SaNa-Ausbildung besuchen. Diese dauert etwa 3 Stunden. Sie wird mit einem Kurzfilm und einer Erfolgskontrolle (ca. 20 Testfragen) abgerundet. Kursinhalte sind: Tierschutzgerechtes Verhalten beim Angeln, Kenntnis der Fische und deren Physiologie. Für diese von SFV-Instruktoren betreuten Kurse stellt der Bund ein Lehrmittel mit Testfragen, eine Power-Point-Präsentation und den Kurzfilm zur Verfügung. Die Auswertung der Fragebogen und die Zustellung der Ausweise erfolgt über eine zentrale Geschäftsstelle. Ab 2008 wird der SFV in Zusammenarbeit mit dem BAFU die erforderlichen Instruktoren ausbilden. Die entsprechenden Ausbildungsunterlagen stellt ebenfalls der Bund zur Verfügung.

Kurse und Erfolgskontrollen können von Vereinen durchgeführt werden. Die Leitung muss allerdings zwingend von einem SFV-Instruktor übernommen werden. Den Vereinen steht es frei, auf freiwilliger Basis umfassendere Kurse mit vertiefter Praxisausbildung anzubieten. Ebenso können die Kantone weitergehende Ausbildungen oder umfassendere Prüfungen vorschreiben bzw. für die vorgeschriebene Minimalausbildung eigene Lösungen anbieten.

Sportfischer-Brevet fördern
Offenbar aus rechtlichen Gründen kann das BAFU in der Vollzugshilfe nicht auf das bestbewährte Sportfischer-Brevet hinweisen. Dieses wird derzeit überarbeitet und künftig den SaNa integral enthalten. Kantone, die das Brevet als obligatorisch erklärten, können also mit dieser Praxis fortfahren. Der SFV würde es sehr begrüssen, wenn möglichst viele Kantone das neue, SaNa-taugliche Brevet ebenfalls obligatorisch erklärten. Er fordert die Kantonalverbände auf, sich in diesem Sinn einzusetzen. Das Netzwerk sieht sodann vor, an regionalen Anlässen über die Modalitäten der SaNa-Ausbildung zu informieren und die Vereine zur Durchführung von Ausbildungskursen (auch erweiterten) zu ermuntern. Diese eignen sich bestens zur Mitgliederwerbung. Sobald die Geschäftstelle eingerichtet ist, wird zudem eine Help-Line zur Verfügung stehen.

Der SaNa-Preis steht noch nicht fest. Er wird jedoch - wie auch für das Brevet - nicht gewinnorientiert kalkuliert und etwas günstiger sein als für das Brevet. Dessen Preis muss wegen der Erweiterung leicht erhöht. Das BAFU unterstützt das Netzwerk in der kostenintensiven Startphase finanziell. Später soll es kostendeckend funktionieren.

Von der SaNa-Pflicht befreit sind Inhaber des Sportfischer-Brevets, bisherige Langzeit-Patentinhaber und Absolventen kantonaler Ausbildungen. Bezügern von Kurzpatenten (bis 1 Monat), Freianglern und Jugendlichen unter 14 Jahren, die ohne SaNa fischen dürfen, soll eine sog. Sachkunde-Information in der Form eines Faltblatts mit den wichtigsten Aspekten für tierschutzgerechtes Verhalten und den kantonalen Vorschriften abgegeben werden.


ZV-Herbstsitzung: Prädatoren und Strukturen

Zwei Themen standen im Mittelpunkt der Herbstsitzung des SFV-Zentralvorstands (ZV): Die Prädatorenfrage und die SFV-Strukturreform.

Mit der Berichterstattung von der «Kormoranfront» nahm die ZV-Sitzung vom 15. September ihren Auftakt. Nachdem der Ressortchef Artenschutz, Martin Peter, über die «Nullrunde» anlässlich der Augustsitzung der Arbeitsgruppe «Kormoran und Fischerei» berichtet hatte (vgl. PH/SFZ 10/07), wartete Vizepräsident Thierry Potterat mit der Nachricht auf, Nationalrat John Dupraz werde eine Motion einreichen. Darin werde der Bundesrat beauftragt, Massnahmen zur Bestandesregulierung der fischfressenden Vögel zu ergreifen (vgl. Separatbericht). Mit grosser Befriedigung nahm der ZV von diesem wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem wirksamen Prädatorenmanagement Kenntnis.

 

Ungeachtet der Vorgänge auf dem politischen Parkett behält sich der SFV den Rückzug aus den Kormoran-Massnahmenplänen 1996/2005 immer noch vor. Der ZV beauftragte die Geschäftsleitung (GL), eine verbandsinterne Arbeitsgruppe Prädatoren einzusetzen, die den SFV in allen Fragen des Prädatorenmanagements beraten soll. Deren Mitglieder werden an der ZV-Sitzung vom 17. November ernannt. Sie wird sich u.a. der Frage eines Rückzugs aus dem Massnahmenplan annehmen.

 

Strukturreform verschoben
Nach einer längeren Diskussion stimmte der ZV mit 17 gegen 9 Stimmen dem Antrag der (mit einer Ausnahme) einstimmigen GL zu, die ursprünglich für die DV 2008 geplante Strukturreform mit Statutenrevision um ein Jahr hinauszuschieben. Laut SFV-Präsident Werner Widmer ist dieser zeitliche Aufschub angesichts der starken Belastung des SFV-Leitungsorgans durch die anstehenden wichtigen Geschäfte, namentlich die SFV-Volksinitiative, die Einführung des Sachkundenachweises, die Prädatorenproblematik und das immer noch pendente Tierschutzdossier verantwortbar. Es mache ferner Sinn, den künftigen Geschäftsführer bzw. die Geschäftsführerin in die Strukturdiskussion einzubeziehen (diese Persönlichkeit wird derzeit per Inserat gesucht). Zudem müsse vor der Verabschiedung neuer Strukturen und Statuten zwingend die Frage der längerfristigen Verbandsfinanzierung beantwortet werden.

 

Die Gegner einer Verschiebung machten demgegenüber geltend, nachdem die DV 2007 die Reformgrundsätze verabschiedet habe, wäre eine Statutenrevision sehr wohl bis zur DV 2008 machbar. Ihr Anliegen wurde jedoch von der grossen Mehrheit als nicht vordringlich eingestuft.

 

Und ausserdem
Mit Genugtuung nahm der ZV vom Beschluss des BAFU Kenntnis, die organisatorische und administrative Betreuung des ab 2009 obligatorischen Sachkundenachweises (SaNa) gemeinsam dem SFV und dem Petri Heil zu übertragen (vgl. Separatbericht).

 

Nächstes Jahr feiert der SFV seinen 125. Geburtstag. Diese Feier findet am 17./18. Mai 2008 im Rahmen einer zweitägigen Jubiläums-DV in Interlaken statt. Ein OK unter der Leitung von BKFV-Präsident Roland Seiler hat das Rahmenprogramm bereits festgelegt; es ist auf der SFV-Homepage einsehbar (www.sfv-fsp.ch).

 


Nationalrat: Massnahmen gegen fischfressende Vögel gefordert

Bewegung an der Prädatoren-Front: Nationalrat Dupraz fordert in einer Motion Massnahmen zur Bestandesbegrenzung fischfressender Vögel.

John Dupraz ist ein aktiver und, wie das im vergangenen Mai in Nyon geschossene Bild belegt, auch erfolgreicher Genferseefischer.

Es ist so weit: Der Bundesrat bzw. die zuständigen Verwaltungsstellen sollen mittels verbindlicher Motion angehalten werden, griffige Massnahmen gegen die zunehmenden Bestände von Kormoran, Graureiher und Gänsesäger zu ergreifen. Dies fordert der (leider abtretende) freisinnige Genfer Nationalrat John Dupraz in einem in der Herbstsession eingereichten Vorstoss. Das Jagdgesetz sei entsprechend abzuändern.

In der Motionsbegründung weist der aktive Seefischer auf die seit den 90er Jahren andauernden, wenig erfolgreichen Diskussionen über wirksame Massnahmen zum Bestandesmanagement dieser Vögel hin. Diese seien «eine der Hauptursachen für den Rückgang des Fischbestands». Obgleich Studien den negativen Einfluss der drei Prädatorenarten aufgezeigt hätten, seien «die bis zum jetzigen Zeitpunkt getroffenen Massnahmen (...) klar ungenügend», legt Dupraz dar. Um die regional und lokal unterschiedlichen Probleme besser lösen zu können, möchte der Motionär den Kantonen via eidgenössisches Jagdgesetz die Kompetenz erteilen, über eine Regulation auch bei stehenden Gewässern unter 50 ha (sog. Nichteingriffsgebiete gemäss Kormoran-Massnahmenplänen) zu entscheiden.

Diese Kormorane gehören zu einer neuen Kolonie, die sich auf den Erosionsschutzinseln vor dem Schilfgürtel der Grande Cariçaie beim Naturschutzzentrum Champs-Pittet bei Yverdon-les-Bains gebildet hat und nächsten Frühling wohl auch brüten wird.

Ausserdem verlangt Dupraz für die von den Berufsfischern seit vielen Jahren beklagten, durch Kormorane verursachten Schäden an Netzen und gefangenen Fischen, die wegen der Verletzungen nicht mehr marktfähig sind, eine angemessene Lösung.

Wann der Bundesrat zu diesem Vorstoss Stellung beziehen wird und wann die Beratung im Parlament erfolgen kann, steht derzeit nicht fest. Die Wahrscheinlichkeit, dass bereits in der kommenden Brutperiode namentlich im Fanel am Neuenburgersee eingegriffen werden kann, ist allerdings äusserst gering. Um den Druck auch auf die zuständigen kantonalen Behörden zu erhöhen, sollten in den Parlamenten von Kantonen mit Prädatorenproblemen unbedingt analoge Vorstösse initiiert werden.

Der Wortlaut der Motion Dupraz ist auf der neuen, attraktiven Homepage des SFV publiziert (www.sfv-fsp.ch). Ein Besuch lohnt sich!

 

Bis die Motion Dupraz vom Parlament behandelt wird, dürften die Umbauarbeiten am Bundeshaus beendet und die Verkleidungen entfernt sein.
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ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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