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Abfuhr für Vogelschützer

Kein Gehör fanden die Vogelschützer vor dem Verwaltungsgericht in Freiburg i.Br. mit ihrer Klage gegen die letztjährige Vergrämungsaktion in der Kormoranbrutkolonie am Untersee.

 

«Nur eine Nacht brauchte das Freiburger Verwaltungsgericht, um festzustellen: Das Vorgehen des Regierungspräsidiums (des Bundeslandes Baden-Württemberg. Red.) gegen die Kormorane am Bodensee war rechtens.» So berichtete die Badische Zeitung am vergangenen 19. Februar über die Abweisung der Klage, die der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gegen die nächtliche Kormoran-Vergrämungsaktion im Naturschutzgebiet Radolfzeller Achried eingereicht hatte. Wie erinnerlich, wurden anfangs April letzten Jahres die brütenden Vögel mit intensivem Halogenlicht von den Gelegen gescheucht. Wegen der dadurch bewirkten Abkühlung starben die Eier ab, das Ziel der Aktion war - ohne jegliche Schussabgabe - erreicht.

 

Gegen diese von den Medien live mitverfolgte Massnahme zur Regulation des dortigen Fischfresserbestands lief der Nabu Sturm und unternahm rechtliche Schritte. Ohne Erfolg. Die Vogelschützer wollen nun allerdings nicht aufgeben. Laut Nabu-Landeschef André Baumann wird das Freiburger Urteil an den Verwaltungsgerichtshof Mannheim weitergezogen. Für ihn ist klar: «Rechtswidrig und naturverachtend» habe das die Vergrämungsaktion anordnende Regierungspräsidium gehandelt. Ganz anderer Meinung sind allerdings die 29 haupt- und nebenamtlichen Berufsfischer am Untersee, die ähnlich wie ihre Kollegen an Schweizerseen mit Kormoranbrutkolonien unter den von den Schwarzröcken angerichteten Schäden an Netzen und Fängen leiden und zusehen müssen, wie die Fischbestände von der gefiederten Konkurrenz dezimiert werden.

 

Inzwischen macht sich das baden-württembergische Regierungspräsidium laut Zeitungsbericht für ein europaweites Kormoranmanagement stark, wie es im EU-Parlament aufgegleist wurde (vgl. Bericht über die EAA-GV). In der Schweiz interessiert vor allem die Frage, ob und in welchem Unfang die immer noch im Revisionsverfahren steckende Wasser- und Zugvogelreservatsverordnung (WZVV) ähnliche Vergrämungs- bzw. Regulationsmassnahmen in den Brutkolonien vorab am Neuenburgersee zulassen wird.


Lutra ante portas?

Kehrt der Fischotter zurück in schweizerische Gewässer? Diese Frage beschäftigt immer häufiger die Gemüter von Natur- und Tierfreunden - und auch der Angler.

 

Der Fischotter (lat. Lutra) zählte früher zur natürlichen Artenvielfalt in der Schweiz, wie Bär, Wolf und Luchs. Alle diese Raubtiere wurden in den letzten 200 Jahren «erfolgreich», zum Teil mit behördlicher Unterstützung, ausgerottet, von einem Menschen, der um seine Nahrung bangte oder/und den Pelz begehrte. In den letzten Jahren jedoch ist der Luchs wieder heimisch geworden, der Wolf kehrt regelmässig in helvetische Gemarchungen zurück, und selbst der Braunbär hat wiederholt die Grüne Grenze überschritten. Wie lange also dauert es, bis sich auch der Fischotter wieder in unseren Flüssen und Bächen tummelt? Oder ist er gar schon da?

 

Zwei Otter bei Bern

Dass diese Frage berechtigt ist, zeigt eine unlängst publizierte Studie der Stiftung Pro Lutra auf. War - wohl wegen der PCB-Belastung der Gewässer - bis in die 80er-Jahre ein hiesiges Fortkommen dieses Prädatoren unmöglich - die letzten Otterspuren wurden 1989 am Neuenburgersee gefunden - ist die heutige Ausgangslage wesentlich günstiger. Konkrete Spuren einer Otteranwesenheit sind bis heute in der Schweiz allerdings nicht belegt, mit Ausnahme von zwei Exemplaren, die an der Aare zwischen Bern und Münsingen leben. Dabei handelt es sich um Abkömmlinge eines 2005 aus dem Tierpark Dählhölzli entwichenen Elternpaars.

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass über kurz oder lang wildlebende Fischotter den Weg zurück in die alte Heimat finden, ist aber laut der Pro-Lutra-Studie hoch, und zwar aus Beständen in Frankreich (Savoyer Alpen südlich des Léman; Elsass), dem Tirol (via Inn) oder auch aus dem Raum westlich von Mailand (via Ticino).

 

Wiederansiedlung offen

Pro Lutra will deshalb der Sache auf den Grund gehen und im laufenden Jahr mögliche geeignete Einwanderungsgebiete systematisch auf die Anwesenheit von Ottern untersuchen. Aber selbst, wenn einzelne Tiere eines Tages einwanderten, ist es laut Experten keineswegs sicher, dass dieses Raubtier ausreichende Lebensgrundlagen vorfände, um dauerhaft bestehen zu können. An ein Wiederansiedlungsprojekt wird deshalb - zumindest vorderhand - nicht gedacht.

 

Die Otter-Studie und weitere Grundlagenformationen sind auf der Website der Stiftung Pro Lutra publiziert (http://www.prolutra.ch/).


2008 - ein erfolgreicher EAA-Jahrgang

Die Europäische Angler Allianz kann auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurückblicken. Wichtigstes Ereignis: Die Zustimmung des EU-Parlaments zur Ausarbeitung eines Kormoran-Managementplans.

 

 

Genugtuung für Martin Peter: Der Schweizer Massnahmenplan dient der EU als Vorbild

Mit einiger Genugtuung nahmen die Delegierten der nationalen Mitgliedverbände der Europäischen Angler-Allianz (EAA) an der letztjährigen Generalversammlung Kenntnis vom erfolgreichen Lobbying des EAA-Generalsekretärs Jan Kappel in der EU-Zentrale in Büssel. Dank seinen Bemühungen und der Unterstützung namentlich seitens des deutschen SPD-Abgeordneten Heinz Kindermann ist es bekanntlich gelungen, am vergangenen 4. Dezember im Europäischen Parlament (EP) einem gesamteuropäischen Kormoran-Managementplan zum Durchbruch zu verhelfen.

 

Schweiz als Vorbild

Anlässlich der ordentlichen Generalversammlung der europäischen Angler-Dachorganisation stand dieses Ergebnis allerdings noch nicht fest. Klar war einzig, dass sich der vom Veterinärmediziner Kindermann geleitete Fischereiausschuss für ein energisches Vorgehen gegen die Überhandnahme dieses Prädatoren stark machen würde. Gemäss Bericht von Vizepräsident Martin Peter wirkten vorab die Dachverbände aus Deutschland und den gastgebenden Niederlanden hinter den Kulissen an dem Lobbying mit, namentlich auch in finanzieller Hinsicht. Dass der schweizerische Kormoran-Massnahmenplan dem EU-Projekt als Vorbild diente, dürfte von dem so häufig kritisierten SFV-Ressortleiter Artenschutz mit einiger Genugtuung zur Kenntnis genommen worden sein. Wichtig ist laut Peter, wer die mit der Umsetzung des EP-Beschlusses beauftragte Task Force leiten wird. Die EAA wird mit Franz Kohl (Österreich) darin vertreten sein.

 

Alpengewässer und KWKW

Die vor Jahresfrist eingesetzten EAA-Arbeitsgruppen «River» (Fliessgewässer) und «Sea» (Meer) präsentierten ihre Berichte. Von Interesse ist laut Peter die Absicht, eine «Alpine Water Task Force» einzusetzen, die sich mit den spezifischen Problemen der Fliessgewässer im Alpengebiet auseinandersetzt. Ihr gehören Vertreter der Schweiz, Deutschlands und Österreichs an. Eine Zusammenarbeit mit der bereits bestehenden Arbeitsgemeinschaft Fischerei der Alpenländer (ArgeFA) ist vorgesehen.

 

Das Dossier Kleinwasserkraftwerke (KWKW) beschäftigt die EAA ebenfalls.

Einige Staaten, so z.B. Deutschland, seien bestrebt, die grossen Werke zu optimieren. In Slowenien, Österreich, Norwegen und Schweden hingegen beabsichtigten die Regierungen, die KWKK zu fördern. «Grotesk ist dies deshalb, weil der Bau solcher Werke eigentlich der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (Water Frame Direction) widerspricht», rapportiert Peter. Wahrscheinlich müssten die Gerichte entscheiden, unter welchen Bedingungen derartige Kleinanlagen gebaut werden dürfen. In der EAA herrscht Einigkeit darin, dass KWKW weder ökonomisch noch ökologisch Sinn machen.

 

Ausgeglichene Finanzen

Positiv sind für einmal auch die Angaben zu den EAA-Finanzen. Diese schlossen Ende 2007 mit einem kleinen Ertragsüberschuss von rund 3900 Euro ab, nicht zuletzt dank dem Zustupf des europäischen Verbands der Fischereiartikelhersteller und -händler (EFTTA, European Fishing Tackle Trade Association). Auch wenn die zwischenzeitlich abgesprungenen Landesverbände Frankreichs, Italiens und Tschechiens demnächst wieder zur EAA-Familie stossen dürften, zeichne sich mittelfristig die Notwendigkeit einer Beitragserhöhung ab.

 

Jahresbeitrag 40 Euro!

Gastgeber war der Verband Sportvisseri Nederland. Dazu Martin Peter: «Dieser Verband ist  sehr bedeutend, managt im Auftrag der Regierung die fischereilichen Belange in Holland und  betreut die ihm angeschlossenen Vereine. Er verfügt über eine eigene Fischerei-Sendung am staatlichen Fernsehen und gibt insgesamt drei Magazine heraus: Visblad, Visionair und VisTV. Die Fischerei an der Küste und auf dem Meer ist kostenlos, die Inlandfischerei dagegen kostenpflichtig. Die Fischereirechte gehören den Landeigentümern. Die Vereine können die Gewässer pachten und diese mittels Angelpatent ihren Mitgliedern zur Verfügung stellen. (...) In Holland fischen ca. 2 Mio Personen, wovon 1,1 Mio Männer (...) Etwa 1,5 Mio fischen an Flüssen und Seen, 0.65 Mio an der Küste und auf dem Meer. Die sozio-ökonomische Bedeutung ist mit 800 Mio Euro bedeutend. Der Jahresbeitrag beträgt 40 Euro, der Etat ist entsprechend ausgestattet.» Der Verband beschäftige 45 Mitarbeitende und könne auf 1200 freiwillige Fischereiaufseher zählen, schliesst der Bericht Peter (der aus Platzgründen nicht früher publiziert werden konnte. Red.).

 

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