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Verbandspolitisches «Hors d'oeuvre riche»

SaNa, Jungfischerausbildung, Gegenvorschlag zur Initiative «Lebendiges Wasser», Fisch fressende Vögel: Diese Traktanden sorgten an der GL-Sitzung vom 4. April für ausgiebigen Gesprächstoff.

Der Start des SaNa, vorab die Ausstellung der SaNa-Ausweise gemäss «Übergangslösung» an bisherige Patentbezüger, war weit schwieriger als ursprünglich angenommen. Das haben zahlreiche Reaktionen aus Anglerkreisen aufgezeigt. Dass der Versand der Ausweiskarten harzig verlief, erklärt allein schon die enorm grosse Zahl von Einzahlungen: Gut und gern deren 36'000 wurden erfasst. Diese unerwartet grosse Menge nötigte das von Monika Schnyder betreute Sekretariat, zusätzliches Personal anzustellen. In der Zwischenzeit wurde der Pendenzenberg abgetragen, und auch die «Problemfälle» (mangelhafte Adressangaben, unleserliche Einzahlungsscheine usw.) konnten weitestgehend erledigt werden. Der Unmut zahlreicher Einzahler über die Verzögerungen ist an sich nachvollziehbar. Angesichts der Antragsflut, die über das Sekretariat hereinbrach, sind die Verspätungen bei der Zustellung der Karten jedoch gut begründ- und ebenso entschuldbar.
 

Altbewährtes Brevet

Mit Genugtuung nahm die Geschäftsleitung von dem Zwischenbericht Kenntnis, den die SaNa-Leitungsausschussmitglieder Ruedi Hauser (SFV) und Hansjörg Dietiker (Jahr Verlag) erstatteten. Die GL liess sich ferner über den aktuellen Stand der mittlerweile schweizweit angelaufenen SaNa-Ausbildung und über damit zusammenhängende Probleme im Bereich des Netzwerks Anglerausbildung orientieren. Er bekräftigte ausdrücklich, dass das altbekannte und bestbewährte Schweizerische Sportfischerbrevet weiterhin als das offizielle Ausbildungsmittel des SFV zu erachten ist. Die jüngste Ausgabe wurde bekanntlich mit den tierschutzrelevanten SaNa-Inhalten ergänzt. Die Tatsache, dass es seit vielen Jahren im benachbarten Ausland anerkannt wird, dokumentiert den Stellenwert des Brevets eindrücklich: Er geht weit über jenen von neu auf dem Markt erschienenen Lehrmitteln regionaler Anbieter hinaus.
 

Ausbildungs-Handbuch

Eine von SFV-Geschäftsführer Philipp Sicher geleitete Arbeitsgruppe (Mitglieder: Hans Thoenen, BKFV; André Blanc, FKZ) realisiert gegenwärtig Kursunterlagen für Jungfischerausbildner der Vereine. Das neue Handbuch ist als Ersatz des seinerzeitigen, längst vergriffenen «Jungfischerordners» gedacht. Die GL bewilligte einen Projektkredit in der Höhe von 15'000 Franken. Die Gestehungskosten sollen jedoch so weit als möglich durch Beiträge Dritter minimiert werden. Das Handbuch soll in deutscher Sprache im laufenden, die französische Ausgabe im kommenden Jahr erscheinen.

 

Nach Meinung des SFV sollen auch in der Brutkolonie auf der Vogelinsel im Fanel-Schutzgebiet am Neuenburgersee Kormoran-Regulierungsmassnahmen ermöglicht werden.

Prädatoren-Petition

Ebenfalls mit Genugtuung zur Kenntnis genommen wurden die Verhandlungen der UREK-Kommission des Nationalrats zur SFV-Peition betr. Fisch fressende Vögel. Diese wurde bekanntlich im vergangenen August mit mehr als 11'000 Unterschriften im Bundeshaus deponiert. Sie fordert wirksame Regulierungsmassnahmen für Kormorane, Gänsesäger und Graureiher, und zwar auch in Vogelschutzgebieten. Dank guter Lobbyarbeit von Ressortchef  Martin Peter und Vizepräsident Thierry Potterat wurde ein «stilles Begräbnis» der Petition verhindert: Die Kommission verlangt vom BAFU, dem das Dossier offensichtlich erhebliche Mühe bereitet, zusätzliche Informationen. Sie wird sich Mitte Mai erneut mit dem Geschäft befassen. Ein stilles Begräbnis bereitet wurde hingegen der vom Schweizer Vogelschutz (SVS) im Nachgang zur SFV-Eingabe lancierten Petition, worin ein umfassender Schutz für Prädatoren gefordert wurde: Der Bundesrat hat diese Eingabe, weil zu unverbindlich, sang- und klanglos erledigt und abgeschrieben.
 

Nachbesserung unabdingbar

Weniger erfreulich verliefen hingegen die UREK-Verhandlungen über den indirekten Gegenvorschlag zur SFV-Initiative «Lebendiges Wasser». Vor allem die Aufweichung der geltenden Restwasservorschriften ist nicht akzeptabel. Der SFV und der Trägerverein «Ja zu lebendigem Wasser» hoffen nun auf eine Nachbesserung anlässlich der Verhandlungen im Nationalrat, die voraussichtlich Ende April stattfinden wird. 

Sehr positiv aufgenommen wurde hingegen eine vom Präsidenten der Ständerats-UREK, Filippo Lombardi (CVP, TI) eingereichte und von der Staatspolitischen Kommission der Kleinen Kammer gutgeheissene Parlamentarische Initiative. Diese will neu die Möglichkeit des bedingten Rückzugs von Volksinitiativen schaffen, d.h. Initianten können ein Volksbegehren zurückziehen, unter der Bedingung, dass ein ihnen genehmer Gegenvorschlag in Kraft tritt. Diese staats- und demokratiepolitisch relevante Neuerung ist ein nicht unbedeutendes «Nebenprodukt» der SFV-Initiative. Sie könnte erstmals in ihrem Zusammenhang zur Anwendung gelangen und so dem SFV und seinen Verbündeten einen aufwändigen Abstimmungskampf ersparen.


Rückblick mit Freude und Respekt

Werner Widmer (65) tritt nach zwei Amtsperioden als SFV-Präsident zurück. Mit Genugtuung, ja «mit grosser Freude und Respekt» blickt er im SFZ-Gespräch auf diese acht Jahre zurück.<//font><//font>

 

Mit «Freude und Respekt» blickt Werner Widmer auf seine achtjährige SFV-Präsidialzeit zurück.

SFZ: «Bei Amtsantritt waren Sie ein fischereiliches Greenhorn, fassten dann aber rasch Tritt und fanden sich in der neuen Umwelt bald einmal gut zurecht. In Ihrem Jahresbericht 2008 sprechen Sie denn auch mit Genugtuung von einem Leistungsausweis des SFV, "der sich sehen lassen kann". Was sprechen Sie damit konkret an?»

Werner Widmer:
«Das wichtigste Ereignis meiner Amtszeit war zweifellos die Lancierung unserer Gewässerschutzinitiative "Lebendiges Wasser". Der SFV dokumentierte damit gegenüber der Öffentlichkeit, dass der Schutz und die Wiederherstellung des Lebensraums Wasser ein Hauptanliegen der Angler ist. In der Folge haben wir zusammen mit Pro Natura und WFF den Verein "Ja zu lebendigem Wasser" gegründet, der die Initiative auf dem politischen Parkett begleitet. Erwähnen möchte ich ferner das Projekt Fischnetz, die Gründung der Drehscheibe Fischereiberatung, die SFV-Bewirtschaftungsrichtlinien, die Kommunikationsoffensive mit dem zweisprachigen Internetauftritt, den SFV-News und dem elektronischen Newsletter, die Erarbeitung der Kormoran-Massnahmenpläne und die Petition zu Gunsten wirksamer Bestandesregulierungen Fisch fressender Vögel.


«Für eine Milizorganisation wie den SFV ist das eine Erfolgsstory...»

«...die nur dank einer kompetenten, hoch motivierten und voll engagierten Geschäftsleitung zustande kam. Ich bin dankbar, dass ich mit einem Team von Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Landesteilen und Sprachregionen zusammenarbeiten durfte und dass es gelungen ist, den SFV als echte nationale Dachorganisation zu erhalten, in der nicht die Deutschschweizer allein tonangebend sind. Den Verband habe ich mit grosser Freude geleitet, verbunden mit grossem Respekt vor den hegerischen und pflegerischen Leistungen der Angler.»

 

Keine gemähte Wiese
«Es gibt jedoch auch offene Baustellen, vorab  die immer noch ungelöste Prädatorenfrage.»


«Es war nicht möglich, nach acht Jahren einfach eine sauber gemähte Wiese zu hinterlassen. Das Prädatorenbeispiel zeigt auf, dass gewisse Probleme sogar auf europäischer Ebene angegangen werden müssen. Mit Bezug auf die Kormoranplage ist das geschehen. Die EU-Mühlen mahlen allerdings äusserst langsam. Auch in der Schweiz hapert es gewaltig. Ich mache keinen Hehl daraus, dass der Umgang mit den Vertretern des Vogelschutzes etwas vom Mühsamsten war, das ich jemals erlebte. Eine sachliche Diskussion ist mit den heutigen Exponenten schlicht unmöglich. Bleibt zu hoffen, dass sich das eines Tages ändert. Immerhin: Die Revision der Vogelschutzverordnung sollte in Zukunft eine nachhaltige Regulierung der Prädatorenbestände grundsätzlich ermöglichen.»

 

Der Trugschluss
«Ein anderes Dauerthema ist der Mitgliederschwund. Was macht der SFV falsch?»

 

«Der SFV ist meines Erachtens nicht die Ursache dieser Entwicklung, sondern externe Faktoren, beispielsweise rückläufige Fangerträge, Einschränkungen der Fischerei wegen der PCB-Belastung von Gewässern oder der Vogelfrass. Viele Angler ziehen daraus den Trugschluss, der Verbleib in einem Verein und damit im SFV sei sinnlos. Aus diesem Grund verstärken wir unsere Anstrengungen im Bereich der Ausbildung von Jungfischern. Sie stellen die künftige Mitgliederbasis dar.»

 

«Der Bestandesrückgang hat direkte Auswirkungen auf die Verbandsfinanzen. Nun schliesst die Verbandsrechnung 2008 allen Unkenrufen zum Trotz mit einem Ertragsüberschuss von über 18'000 Franken ab. Ist die für die DV  vom 9. Mai traktandierte Beitragserhöhung dennoch nötig?»

 

«Die Rechnung 2008 fiel dank projektbezogenen Beiträgen des BAFU, der Sistierung unseres Beitrags an die Fischereiberatung und Honorarkürzungen positiv aus. Die Finanzperspektiven hingegen sind dramatisch, denn wir haben in den vergangenen 15 Jahren ein Viertel unseres Mitgliederbestands verloren. Das entspricht einem Einnahmenausfall von jährlich rund 70'000 Franken, der zwingend kompensiert werden muss. Nur so kann der SFV mittelfristig auf eine einigermassen gesunde Finanzgrundlage zählen. Fehlt diese, ist er ausserstande, seine Aufgaben optimal zu erledigen.»

 

Weg vom Körblidenken
«Welches ist Ihr Wunsch für die Zukunft des SFV?»

 

«Ich wünsche ihm noch mehr Fischer, die sich nicht primär am Pegelstand in ihrem Fangkörbli orientieren. Je grösser die zu lösenden Probleme sind, desto stärker muss der Verband sein, sowohl zahlenmässig als auch finanziell. Nur so ist Gewähr geboten, dass man auch in 30 oder 50 Jahren in unseren Gewässern noch Fische fangen kann.»


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