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Mitgliederschwund führte zu Finanzklemme

Der SFV hat in den letzten 15 Jahren rund ein Viertel seiner Mitglieder verloren. Dieser Substanzverlust ist die Ursache der aktuellen Finanzprobleme.


Der Mitgliederbeitrag ist seit jeher die wichtigste Einnahmenquelle des SFV. Die Entwicklung des Mitgliederbestands der einzelnen Vereine ist deshalb für den Bestand der Zentralkasse ausschlaggebend. Wächst der Verband, herrscht eitel Sonnenschein, nimmt er ab, ist Regenwetter angesagt.

Leider bestimmt seit 15 Jahren Letzteres die finanzielle Grosswetterlage: Wie die Grafik zeigt, leidet der SFV seit 1994 an akutem Mitgliederschwund. In der Zeitspanne von 1994 bis 2007 hat der Bestand um insgesamt 9'518 Mitglieder abgenommen, d.h. von 40'771 auf 31'253. Das sind 23,3 Prozent. Mit andern Worten: Beinahe jedes vierte Mitglied hat in diesen 15 Jahren seinen Verein verlassen, aus welchen Gründen auch immer. Eine der Hauptursachen dürfte der in weiten Teilen des Landes anhaltende Rückgang der Fangerträge sein. Dafür können aber weder die Vereinsvorstände noch der SFV verantwortlich gemacht werden. Eine Umkehr dieses negativen Trends ist vorderhand nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Die Geschäftsleitung (GL) geht davon aus, dass sich der Rückgang zumindest kurzfristig fortsetzt. Für das laufende Jahr rechnet sie mit noch rund 30'000, für 2009 und 2010 mit je 29'000 Mitgliedern.

Weder GL noch ZV sind in der Lage, diese Bestandesentwicklung direkt zu beeinflussen. Der Finanzengpass lässt sich deshalb nach Auffassung der - mit einer Ausnahme - einstimmigen GL neben Sparmassnahmen vorab im Bereich der Personalausgaben (vgl. ZV-Bericht) nur durch eine Erhöhung des Mitgliederbeitrags dauerhaft beheben. Dieser wurde letztmals im Jahr 2001 von fünf auf sieben Franken erhöht. Ganze 18 Franken müsste er betragen, wollte man die seit der Verbandsgründung aufgelaufene Teuerung ausgleichen bzw. die Kaufkraft des seinerzeitigen Beitrags von 50 Rappen wieder herstellen. Das ist selbstverständlich jenseits von gut und böse.

Kurz- und mittelfristig zeichnen sich nach Auffassung der GL keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten ab: Der SFV-Shop wirft zwar seit Jahren regelmässig namhafte Erträge ab, die jedoch nicht einfach beliebig erhöht werden können. Erträge aus Sponsoring sind realistischerweise höchstens im Zusammenhang mit konkreten Einzelprojekten zu generieren. Und wie schwierig es ist, Geld via Fundraising-Massnahmen zu sammeln, hat sich im Zusammenhang mit der freiwilligen «Zehnernötliaktion» zu Gunsten des Kampffonds für die SFV-Volksinitiative «Lebendiges Wasser» überdeutlich gezeigt: Der als Minimalziel anvisierte Fondsbestand von 300'000 Franken ist nach wie vor in weiter Ferne (vgl. Grafik).

 


Budget-Ausgleich zum Jubiläum

Die Delegierten werden vorgängig des Festakts zum 125jährigen SFV-Jubiläum ein Budget zu behandeln haben, das mit einem kleinen Ertragsüberschuss rechnet. Eine spätere Beitragserhöhung ist dennoch kaum zu umgehen.

Die Geschäftsleitung (GL) hatte im ersten Budgetentwurf mit einem Ausgabenüberschuss von 18'800 Franken gerechnet. Angesichts dieser Ausgangslage und der sich auch in Zukunft abzeichnenden Defizite sprach sie sich mit einer Gegenstimme für eine Erhöhung des Mitgliederbeitrags auf 12 Franken aus.

Damit biss sie am 23. Februar im Zentralvorstand (ZV) auf Granit: Das Budget wurde mit dem Auftrag zurückgewiesen, durch Sparmassnahmen vorab im Personalbereich den Ausgleich herzustellen. Zu diesem Zweck seien die Verträge mit den Funktionsträgerinnen und –trägern (interimistischer Geschäftsführer, Sekretärin, Protokollführerin, Kommunikationsbeauftragter, Webmaster) zu kündigen, ebenso der Vertrag mit der Fischereiberatung (FIBER). Auf den nächstmöglichen Termin sei zudem der Austritt aus der Europäischen Angler-Allianz (EAA) zu vollziehen. Mit der Budgetüberarbeitung wurde eine ad-hoc-Finanzkommission (Fiko) mit Zentralkassier Albert Demut, GL-Mitglied Laurent Giroud und AFV-Präsident Adolf Bolliger betraut.

Mittels Einsparungen vorab in den Bereichen Sekretariat, Administration, Übersetzungen, Kommunikation und Rechtsberatung gelang es der Fiko, den Voranschlag nicht bloss auszugleichen, sondern sogar mit einem geringfügigen Ertragsüberschuss abzuschliessen. Der Aufwand wird noch mit total 221'550 Fr. (gegenüber 250'350 Fr. gemäss erstem Entwurf) veranschlagt. Einnahmenseitig rechnet das Budget mit Erträgen von insgesamt 226'550 Fr.

Positive Aufnahme
Die von der GL erneut mit allen gegen eine Stimme unterstützten Fiko-Vorschläge wurden an der ausserordentlichen ZV-Sitzung vom 12. April durchwegs positiv aufgenommen. Die GL habe den ihr erteilten Auftrag erfüllt, hiess es. Gleichzeitig wurde von «überstürzten Aktionen» und «panikartigen Veränderungen» abgeraten. Mehrere Votanten unterstrichen die Wichtigkeit der FIBER für den SFV und seine Kantonalverbände. Auch ein EAA-Austritt wurde als nicht opportun bezeichnet: Der SFV könne und dürfe sich nicht einfach aus allen nationalen und internationalen Institutionen und Organisationen verabschieden. Fiko-Mitglied Bolliger plädierte ausserdem für eine reglementarisch festzulegende Kostenbeteiligung der Nutzniesser der SFV-Rechtsberatung. 

In der Folge verabschiedete der ZV das überarbeitete Budget einstimmig zu Handen der DV. Zuvor hatte er mit 16:2 Stimmen einem von Zentralpräsident Werner Widmer formulierten Rückkommensantrag zugestimmt. Danach muss für den Budgetausgleich weder der FIBER-Vertrag gekündigt, noch der EAA-Austritt vollzogen werden.

Gerade eine halbe Büchse Würmer kriegt man für drei Franken beim Fischereiartikelhändler. Um diesen Betrag soll der Jahresbeitrag ab 2010 erhöht werden.

Drei Franken ab 2010
Zu einem regen Meinungsaustausch führten auch die Fiko-Anträge, den Jahresbeitrag ab dem Jahr 2010 um drei auf zehn Franken zu erhöhen und die DV in diesem Sinn zu informieren, damit die Kantonalverbände und deren Vereine ihrerseits die erforderlichen Beitragsanpassungen vorbereiten können. Die gegenüber der ursprünglichen GL-Absicht um zwei Franken reduzierte Anpassung fand breite Unterstützung. Ohne Geld gehe nichts, wurde etwa gesagt. Die zehn Franken seien angemessen, jedoch an der Schmerzgrenze. Um bei der Basis Verständnis für diesen unabdingbaren Schritt zu finden, müsse der SFV klar aufzeigen, was mit dem Geld geschieht. Das Thema sollte beispielsweise an einer Präsidentenkonferenz vertieft behandelt werden. Auch eine weitergehende, jedoch stufenweise zu realisierende Erhöhung wurde angeregt und die Notwendigkeit unterstrichen, nach anderweitigen Finanzquellen zu suchen. Schliesslich fanden die Fiko-Anträge ebenfalls die einhellige Zustimmung des ZV. 

PCB und Prädatoren
Abgerundet wurde diese «Finanzsession» mit Informationen über den aktuellen Stand der Dossiers PCB-Belastung der Gewässer (jüngster Fall: Birs im Kanton BL) und Prädatoren. Laut Widmer kann dank Beitragszusicherungen der Kantonalverbände AG (4000 Fr.) sowie FR und GE (je 1000 Fr.) die Mitarbeit des SFV-Experten Matthias Escher in der PCB-Arbeitsgruppe des Bundes finanziert werden. 

Martin Peter orientierte über ein von JagdSchweiz organisiertes Treffen mit der parlamentarischen Jagdgruppe. Dort ist die Frage umstritten, ob für die Regulation der Gänsesäger- und Graureiherbestände das Jagdgesetz oder lediglich die Jagdverordnung revidiert werden muss. Bis Ende Mai sollte diese Frage geklärt sein. Im kommenden Sommer dürfte die Situation auch in Sachen Revision der Wasser- und Zugvogelreservats-Verordnung (WZVV) bereinigt sein. Deren Änderung ist Voraussetzung für Eingriffe in Kormoranbrutkolonien.

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Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

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Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

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Das Bachneunauge

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