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Parlamentarische Vorstösse fordern vom Bundesrat Massnahmen
Zu wenig Phosphor zerstört Berufsfischerei


Besorgt schaut Berufsfischer Beag Abegglen auf den Brienzersee, der wegen zu wenig Phosphat fast keine der weltbekannten "Brienzlige" (Felchen) mehr hergibt.

Dramatische Situation am Brienzersee und bald an anderen Schweizer Seen: Wegen Phosphor-Mangel bricht die Berufsfischerei ein. Ständerat Werner Luginbühl (BDP, BE) und Nationalrat Erich von Siebenthal (SVP, BE) verlangen vom Bundesrat ein Pilotprojekt. Der Schweizerische Fischerei-Verband spricht von "dringendem Handlungsbedarf".

Die Entwicklung im Brienzersee ist dramatisch: In den letzten 20 Jahren sind die Felchenerträge der Berufsfischer von 30 Tonnen auf 2 Tonnen pro Jahr eingebrochen. Der Brienzersee hat heute mit 1 bis 2 kg/ha den tiefsten Fangertrag der Schweizer Seen (Bielersee 40-50 kg/ha). "Die Berufsfischerei am Brienzersee ist existenziell gefährdet", warnt Roland Seiler, Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes.
 
Zu wenig Phosphor
Warum dieser Einbruch? Abklärungen des Kantons Bern haben ergeben, dass es im Brienzersee zu wenig Wasserflöhe (Daphnien) gibt, die unverzichtbare Futterbasis für die Felchen sind. Schuld am Verschwinden der Wasserflöhe ist die massiv gesunkene Phosphorkonzentration. Heute weist der Brienzersee die tiefste Phosphorkonzentration der grossen Schweizer Seen auf. "Zum Glück sind wir nicht machtlos" sagt Roland Seiler vom Fischerei-Verband: Mit einem Verzicht auf die teure Phosphatfällung in den Kläranlagen können Daphnien- und Felchenbestände erhöht und damit eine nachhaltige Nutzung sichergestellt werden.

Politiker fordern vom Bundesrat Pilotprojekt
Sofort handeln wollen die Berner Oberländer Parlamentarier Ständerat Werner Luginbühl (BDP) und Nationalrat Erich von Siebenthal (SVP). Mit Motionen in der grossen und der kleinen Kammer fordern sie einen Pilotversuch am Brienzersee. Mit dem wissenschaftlich zu begleitenden Pilotversuch soll abgeklärt werden, welche Auswirkungen ein Verzicht auf die Phosphatausfällung hat.

Thunersee, Walensee, Vierwaldstättersee...
Der Pilotversuch ist nicht nur für den Brienzersee, schreiben die Politiker in ihren Vorstössen. Die gewonnenen Erkenntnisse nützen auch anderen Seen mit tiefer Phosphorkonzentration, speziell Thunersee, Walensee oder Vierwaldstättersee.

Kurt Bischof


Gastronomie und Tourismus betroffen

Die Motionäre Ständerat Werner Luginbühl und Nationalrat Erich von Siebenthal weisen in der Begründung ihrer Vorstösse darauf hin, dass ein Brienzersee ohne Fische nicht nur für die Biodiversität, sondern auch für den Tourismus ein herber Verlust wäre, weil sowohl die die Angel- als auch die Berufsfischerei verloren gingen und der Brienzlig auf den Speisekarten der Restaurants fehlen würde.

 


Was ist Phosphatfällung?

Unter Phosphorelimination (auch Phosphoreliminierung, Phosphatelimination oder P-Elimination) versteht man die Entfernung von Phosphorverbindungen aus Abwässern in Kläranlagen. Der in der Chemie unübliche Begriff der "Eliminierung" (in der Chemie spricht man eher von "Umwandlung") leitet sich aus (lat.: eliminare = aus dem Hause treiben) ab und wurde in den 1980er-Jahren in der Ab-wassertechnik eingeführt.

 


Erst zu viel – jetzt zu wenig:
Fischerei-Verband fordert Phosphatmanagement

Ein hoher Phosphateintrag aus Abwässern und Landwirtschaft führt zu einer erhöhten pflanzlichen Produktion mit hohem Sauerstoffverbrauch. Überdüngte Seen weisen Sauerstoffmangel und und ungenügende Sichttiefen auf.
Der Schweizerische Fischerei-Verband kämpfte deshalb in den 70er- und 80er-Jahren an vorderster Front für den Bau von Kläranlagen und das Phosphatverbot in Textilwaschmitteln.
Das Sanierungsziel einer Phosphorkonzentration von unter 30 mg/m3 ist heute in vielen Seen erreicht. Der qualitative Gewässerschutz ist in diesem Punkt eine Erfolgsgeschichte.
Bei einzelnen Seen (Brienzersee, Thunersee, Walensee, Verwaldstättersee) liegt der Phosphorgehalt bereits unter dem für eine nachhaltige Entwicklung der Fischfauna kritischen Phosphorgehalt, was die Zukunft der Berufsfischerei gefährdet.
Der Schweizerische Fischerei-Verband fordert deshalb ein Phosphatmanagement mit einem unteren Grenzwert, bei dem auf die Phosphatfällung verzichtet wird.

 

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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