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Fischer schlagen Alarm: Gewässerschutz in Gefahr

Der Schweizerische Fischerei-Verband SFV wehrt sich gegen die Aushöhlung der taufrischen Gewässerschutzgesetzgebung durch die Bauernlobby und gewisse Politiker. Dabei sind die Fischer zu allem entschlossen: "Wenn es sein muss, ergreifen wir Referenden oder lancieren eine neue Volksinitiative", droht SFV-Zentralpräsident Roland Seiler.

Warum die plötzliche Aufregung zum Kompromiss im Gewässerschutz? National- und Ständerat haben im Dezember 2009 die Revision des Gewässerschutzgesetzes mit klaren Mehrheiten beschlossen. Die Gesetzesrevision war der Gegenvorschlag zur Volksinitiative "Lebendiges Wasser" des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV. Die Fischer waren mit dem Gegenvorschlag - nach intensiven Verhandlungen - einverstanden und zogen ihre Volksinitiative zurück. Mitte 2011 hat der Bundesrat die Verordnung zum Gesetz in Kraft gesetzt und somit sind die Kantone in der Pflicht zur Umsetzung.

Affront gegenüber Parlament
Völlig unerwartet regt sich gegen die neue Gesetzgebung plötzlich Widerstand. Bäuerliche Kreise bekämpfen den Kompromiss in den Kantonen (zum Beispiel Schwyz und Aargau). Die Bauern bekämpfen die erweiterte Sicherung von Gewässerräumen entlang von Seen, Flüssen und Bächen - obwohl sie dafür zusätzliche Ausgleichszahlungen erhalten. Der Fischerei-Verband wirft den Opponenten ein unwürdiges Demokratieverständnis vor: "Es kann ja nicht sein, dass eine neue Gesetzgebung nur wenige Monate nach der Inkraftsetzung bekämpft wird", so Seiler. Das sei ein Affront gegenüber dem Parlament. Ganz abgesehen von den sachlichen Gründen: Die Sicherung von genügend Gewässerraum und die somit eingeschränkte Bewirtschaftung und Bebauung ist der beste Schutz für Flora und Fauna im und am Wasser (Gülle, Pestizide usw.) und dient zudem dem Hochwasserschutz.

Erfolgreiche Fischer-Volksinitiativen
Der Schweizerische Fischerei-Verband ist im Interesse des Schutzes des Lebensraums Gewässer nicht bereit, zurückzubuchstabieren. Dabei weiss der SFV, dass die Sympathien der Bevölkerung auf seiner Seite liegen. Schon drei Mal hat der Schweizerische Fischerei-Verband mit seinen 30'000 Mitgliedern in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen mit Erfolg Initiativen lanciert. Deshalb sagt Roland Seiler: "Gegen die Aushöhlung der neuen Gewässerschutzgesetzgebung, die ein guter Kompromiss ist, wehren wir uns mit allen Mitteln. Wenn es sein muss mit Referenden oder einer neuen Volksinitiative."

Kurt Bischof

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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