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Richtlinien des Schweiz. Fischerei-Verbandes zur fischereilichen Bewirtschaftung der Fliessgewässer

Merkblatt Fischhandling


Dieses Merkblatt bezweckt, unnötiges Leiden von Fischen beim Einsetzen zu vermeiden und Verluste durch unsachgemässes Handling, die den erwünschten Besatzerfolg herabsetzen oder gar in Frage stellen können, zu verhindern. Fischeinsätze sind längerfristig zu planen, rechtzeitig vorzubereiten und sorgfältig durchzuführen.

1 Planung

In der Planungsphase sind insbesondere folgende Vorentscheide zu treffen:

11  Festlegung des Einsatzzeitraumes
Zu berücksichtigen sind dabei insbesondere die aktuellen Lebensraumverhältnisse, die Grösse der vorhandenen Populationen und der Gesundheitszustand der Fische. In Gewässern, in denen mit PKD befallene Fische vorkommen, sind nach heutigen fischereiwirtschaftlichen Erkenntnissen die Einsätze in der Regel erst im Herbst zu tätigen, so dass die Fische für einen Zeitraum von rund 3 - 4 Wochen noch Wassertemperaturen von über 15° C ausgesetzt sind.

12  Auswahl geeigneter Einsatzorte
Bei der Auswahl von Einsatzorten ist den vom Alter der Besatzfische abhängigen Lebensraumbedürfnissen sowie den Strömungsbedingungen Rechnung zu tragen. Jungfische sind bevorzugt in Flachwasserbereichen auszusetzen, in denen keine grösseren Fische lauern.Abzuklären ist, ob die möglichen Einsatzorte mit Booten, Motorfahrzeugen oder mit andern Transportmitteln erreicht werden können oder ob die Fische über längere Distanzen von Menschen transportiert werden müssen.

13  Rechtzeitige Bestellung der Besatzfische
Die benötigten Besatzfische sind, abhängig von der Besatzplanung, im Herbst vor dem Einsatzjahr zu bestellen.Altersstadium und Menge der Besatzfische richten sich entweder nach den Vorgaben der kantonalen Fischereifachstelle, nach dem geltenden Pachtvertrag, nach dem aktuellen gewässerspezifischen Besatzplan oder - sofern konkrete Angaben fehlen - nach dem Stand des Wissens und der Erfahrung (vgl. Merkblatt Ermittlung des Ertragsvermögens/Besatzplanung).

2  Vorbereitung

In der Vorbereitungsphase sind folgende Aufgaben zu erfüllen:

21  Einsatzleiter und Helfer
Eine erfahrene Person wird zum Einsatzleiter bestimmt, dem freiwillige Helfer zur Seite gestellt werden. Deren Zahl richtet sich nach Umfang und Schwierigkeitsgrad der zu leistenden Arbeit (z.B. Menge der Besatzfische, Zugänglichkeit der Einsatzorte usw.).

22  Erstellen eines Einsatzplanes
Der Einsatzleiter erstellt einen Einsatzplan, der insbesondere folgende Angaben beinhaltet: - die Einsatzzeitpunkte für die verschiedenen Einsatzorte, - die Pflichtenhefte für die einzelnen Helfer, - die zur Verfügung stehenden Transportmittel (Motorfahrzeuge, Boote etc.) - die Transportbehälter, - die benötigten Gerätschaften wie Becher, Mehlsiebe, Kessel, Spritzkannen usw., - die Menge des benötigten Sauerstoffs sowie der Kühlmittel (Eis), - die Verpflegung.

23  Weitere Aufgaben des Einsatzleiters
Der Einsatzleiter ist dafür verantwortlich, dass Fahrzeuge und Material am Tag des Einsatzes zur Verfügung stehen und jeder Helfer über seine speziellen Aufgaben instruiert ist.Der Einsatzleiter holt - sofern notwendig - bei den zuständigen Behörden rechtzeitig die erforderlichen Bewilligungen für das elektrische Abfischen und das Einsetzen der Besatzfische ein. Er führt eine detaillierte Besatzstatistik.

3  Durchführung

31  Ermittlung und Angleichung der Wassertemperaturen
Da die wechselwarmen Fische auf kurzfristige Temperaturunterschiede sehr empfindlich reagieren, muss der Temperaturausgleich langsam erfolgen, um stressbedingte Ausfälle zu minimieren.

Wichtig:  Falls der Unterschied zwischen der Temperatur des Transportbehälters und jener des zu besetzenden Gewässers mehr als 5°C beträgt, ist der Fischeinsatz zu verschieben.

311  Vor der Befüllung des Transportbehälters ist die Temperatur des zu besetzenden Gewässers sowie die Temperatur der Anlage oder des Gewässers zu ermitteln, aus der bzw. aus dem die Besatzfische entnommen werden.

312  Um individuelles Fehlverhalten auszuschliessen, hat der Temperaturausgleich wo immer möglich im Transportbehälter zu erfolgen, und zwar durch Zugabe von Wasser aus dem zu besetzenden Gewässer. Für den Ausgleich einer Temperaturdifferenz von 1°C sind soweit möglich 30 Minuten einzusetzen.

313  Muss der Temperaturausgleich in einem Kessel vorgenommen werden, kann dies direkt im Besatzgewässer geschehen. Nach einer angemessenen Anpassungszeit kann der Aussatz erfolgen.

32  Befüllung des Transportbehälters

Der Transportbehälter sollte in jedem Fall mit jenem Wasser befüllt werden, aus dem die Fische entnommen werden (Aufzuchtanlage oder -gewässer). Das Befüllen des Behälters mit Fischen hat unmittelbar nach dem Auffüllen des Behälters zu erfolgen. Empfohlen wird das Anbringen einer Abdeckung aus Styropor, um das Planschen des Wassers zu verhindern.

33  Transport und die Hälterung der Besatzfische vor dem Einsatz

331  Die Grösse der Transportbehälter ist dem Alter und der Menge der Besatzfische anzupassen. Mehr als drei bis vier Lagen an Fischen sind zu vermeiden. Die Behälter dürfen auf keinen Fall überfüllt werden

332  Bei hohen Aussentemperaturen ist zwecks Vermeidung von Stress die Zahl der Fische angemessen zu reduzieren.

333  Während des Transportes und der Temperaturangleichung vor dem Einsatz ist eine ausreichende Sauerstoffzufuhr vom Boden des Behälters aus sicherzustellen. Je feiner die Bläschenbildung ausfällt, desto wirkungsvoller ist die Belüftung. Vorsicht! Zu viel Sauerstoff kann die Kiemen der Fische schädigen und zu Ausfällen führen.

34  Einsetzen der Fische

341  Brütlinge und Vorsömmerlinge sind am einfachsten mittels Giesskannen, Bechern oder Mehlsieben ins seichte Wasser auf Kiesbänken, neben Wurzelwerk oder zwischen grossen Steinen einzusetzen und möglichst sorgfältig zu verteilen. Die Menge der Fische richtet sich nach dem Angebot an Unterständen. Faustregel: max. 5 Fische pro m2.

342  Sömmerlinge sind ebenfalls mittels Sieben möglichst einzeln in Wasser bis zu 1 m Tiefe einzusetzen. Faustregel: 1 Sömmerling pro m2.

343  Jährlinge und andere grössere Fische sind mit feinmaschigen und knotenfreien Netzen einzeln einzusetzen. Bachforellen, die ein ausgeprägtes Territorialverhalten zeigen, sind entsprechend zu verteilen.

Fassung vom 29.08.2003 revidiert am 04.11.2003

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Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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