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Mehr als elftausend Personen fordern im Interesse des Schutzes gefährdeter Fischarten griffige Massnahmen zur Regulation der Bestände fischfressender Vögel in der Schweiz. Die Forderung ist  in einer vom Schweizerischen Fischerei-Verband SFV am Freitag eingereichten Petition an Bundesrat und Bundesversammlung enthalten.

Die Geschäftsleitung des SFV übergibt die Unterschriftenbogen an Katrin Marti (rechts im Bild) vom Sekretariat der parlamentarischen Kommissionen für Rechtsfragen.

Anlass zu der von 11'046 Personen unterschriebenen Petition gab die explosionsartige Zunahme der in der Schweiz namentlich in Vogelschutzgebieten brütenden Kormorane. So wurden im Reservat Fanel - Chablais de Cudrefin am Neuenburgersee im Jahr 2001 erstmals zwei Brutpaare beobachtet. Heute umfasst die dortige Kolonie mehr als deren 250. Ähnlich entwickelten sich die Brutpaarbestände in Schutzgebieten am Genfersee und am Hochrhein. Angesichts des beträchtlichen Nahrungsbedarfs - ein Kormoran vertilgt durchschnittlich 500 Gramm Fisch pro Tag - kann ein weiteres Anwachsen der Bestände zu einer Bedrohung gefährdeter oder geschützter Fischarten (z.B. Äschen, Nasen) führen. Der Umstand, dass auch die Bestände der ebenfalls Fisch fressenden Graureiher und Gänsesäger zunehmen, verschärft die vom SFV als höchst alarmierend erachtete Situation.

Die Petition fordert deshalb eine Änderung der Bundesgesetzgebung über die Jagd und den Vogelschutz, damit die Kantone rasch wirksame Massnahmen zur dauerhaften Bestandesbegrenzung dieser drei Vogelarten ergreifen können. Massnahmen zur Bestandesregulation namentlich der Kormoranbrutpaare sollen nach dem Beispiel von Baden-Württemberg auch in Vogelreservaten ergriffen werden können, sofern die Auswirkungen auf dort lebende, geschützte Vogelarten gering sind. Dies nicht zuletzt zur Verminderung der Schäden, welche fischende Kormorane Netzen und Fängen von Berufsfischern erwiesenermassen zufügen.

Angesichts des Erfolgs seiner Petition erwartet der SFV, dass die vom Bundesamt für Umwelt BAFU soeben in die Vernehmlassung geschickte Änderung der Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung (WZVV) zügig bearbeitet und rechtzeitig vor der nächsten Kormoran-Brutperiode in Kraft gesetzt wird. Damit werden die rechtlichen Voraussetzungen für ein Bestandesmanagement in Vogelschutzgebieten geschaffen. Die nationale Dachorganisation der Angler und Berufsfischer fordert ausserdem die Ausarbeitung eines Massnahmenplans für Gänsesäger, analog den bereits existierenden Massnahmenplänen für Kormoran und Graureiher.



Bern/Schaffhausen, 22. August 2008

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