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Jahresbericht 2006 des Zentralpräsidenten

Ganz klar im Mittelpunkt unserer Verbandstätigkeit stand die erfolgreich abgeschlossene Renaturierungsinitiative "Lebendiges Wasser". Am 3. Juli 2006 wurde unsere eidgenössische Volksinitiative mit 161 836 gültigen Unterschriften eingereicht. Das ist ein riesiger Erfolg und zeigt einmal mehr den Wunsch und den Willen, unseren Flüssen und Bächen genügend Wasser zum Leben zu lassen. Vielen Menschen hierzulande ist es wirklich Ernst mit dem Gewässerschutz. "Der Wille ist da, und es ist endlich Zeit, dass er respektiert wird" kommentiert dazu Mark Ehrsam in einem Pro-Natura-Editorial.

Das starke Zeichen für die Revitalisierung der Gewässer wird auch auf der politischen Bühne nicht weggewischt werden können. Erste Auswirkungen liegen vor. National- und Ständerätliche Kommissionen, die sich um die Revision des Gewässerschutzgesetzes bemühen, befinden sich im Standby-Modus. Einzelne Standesherren bezeichnen die Initiative als "gefährlich" und entwickeln Strategien, um die Initiative zu verwässern oder zu bekämpfen. Man sieht: Unser Volksbegehren wird ernst genommen. Und es hat die Position des Schweizerischen Fischerverbands im politischen Umfeld eindeutig gestärkt.

Für die weitere Arbeit ist unter dem Namen "Ja zu lebendigem Wasser" ein parteipolitisch unabhängiger und gemeinnütziger Verein gegründet worden. Ihm gehören neben unserem Verband die Pro Natura und der WWF an. Weitere Organisationen können dem Verein beitreten. Der Verein bezweckt die Annahme der Eidgenössischen Volksinitiative "Lebendiges Wasser (Renaturierungsinitiative)" sowie die Gewährleistung eines wirksamen Gewässerschutzgesetzes.

Ein weiterer Schwerpunkt im Berichtsjahr war der Start zur Erarbeitung neuer Strukturen für den Schweizerischen Fischereiverband. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Roland Seiler hat dazu erste Grundlagen geliefert. Im Dialog mit der Geschäftsleitung wurde das Grundlagepapier in die Vernehmlassung geschickt. Nach Auffassung des Zentralpräsidenten ist nun die Projektarbeit auf gutem Weg. Zum einen schlagen GL und Arbeitsgruppe der DV vor, drei Reformgrundsätzen als Basis der nachfolgenden Detailarbeit zuzustimmen. Sie stehen unter den Titeln "Auf Kernaufgabe konzentrieren", "Eigene Fachkompetenz verbessern" und "Kommunikation intensivieren". GL und ZV haben in der Zwischenzeit den Zeitplan angepasst. Die Umsetzung der Strukturen soll nach Genehmigung der erforderlichen Anpassung der Statuten an der DV 2008 in Interlaken umgehend erfolgen. Anpassungen, die nicht eine Änderung der Statuten voraussetzen, können schon im Verlaufe dieses Jahres im Sinne von Übergangslösungen umgesetzt werden. Neue Strukturen und neue Köpfe sollen dann die Basis bilden, um den komplexen Aufgaben unseres Verbandes gerecht zu werden.

Der Kontakt zu den Bundesämtern ist ein wichtiger Bestandteil unserer Verbandsaktivitäten. In zwei "Gipfeltreffen" haben wir unsere Position beim Bundesamt für Umwelt BAFU bzw. Veterinärwesen BVet  dezidiert dargelegt.
Das BAFU hat sich in Sachen Prädatoren um vereinbarte Massnahmen herumgedrückt. Die Eingriffsstrategie in Prädatoren-Brutkolonien (v. a. Fanel) gemäss Sommermassnahmenplan wurde nach angeblicher Intervention von Juristen aus dem  Bundeshaus nicht umgesetzt. Ein letzter Rettungsanker: Unter Leitung von BAFU-Vizedirektor Willy Geiger sollen die beiden Verbandspräsidenten Ruedi Aeschbacher (Vogelschutz) und Werner Widmer (Fischereiverband) ein Agreement schaffen, das die Interventionsmöglichkeit Fanel nicht unterläuft.

Beim Gespräch mit der BVet-Spitze ging es prioritär um die anstehende Revision der Tierschutzverordnung TSchV. Unser Verband lehnte die in der TSchV postulierten, zum grössten Teil realitäts- und praxisfernen Vorschriften entschieden ab und postulierte ebenso entschieden die Auslagerung aller Fischereivorschriften aus der TSchV und allenfalls (so sinnvoll und praxistauglich!) die Verankerung in den Fischereivorschriften von Bund und Kantonen. Eine zweite Gesprächsrunde mit dem BVet in dieser Sache ist nach der Bearbeitung der rund 350 Vernehmlassungen noch in diesem Jahr terminiert.

Mit dem Rücktritt unseres hochverdienten Geschäftsführers Tobias Winzeler per 28.02.2007, der an der DV 2007 in würdigem Rahmen für seine exzellente Arbeit geehrt werden soll, musste auch eine Übergangslösung für die operative Führung des Verbandes entwickelt werden. Der ZV stimmte der Übergangslösung bis zum Inkrafttreten der neuen Strukturen mit grosser Mehrheit zu. Drei Pfeiler stützen das SFV-Dach: Administration/Sekretariat, Fischereiberatung und juristische Beratung. Anlaufstelle und Koordinationsstelle liegt beim Zentralpräsidenten. Tobias Winzeler ist bereit, in der Übergangslösung das Mandat als juristischer Berater zu übernehmen.

Auch im Berichtsjahr ist die Zahl unserer Mitglieder wieder rückläufig. Sie beträgt jetzt noch 32 500. Austritte sind nach meiner Analyse primär auf Fangertragsrückgänge, aber auch auf interne Querelen in einzelnen Kantonalverbänden zurückzuführen. Nun müssen wir die Entwicklung stoppen. Mitgliederbetreuung und -werbung auf allen Stufen sind angesagt!

Ich bedanke mich bei allen Kolleginnen und Kollegen aller Stufen für ihren Einsatz zu Gunsten des Lebensraums Gewässer. Ich hoffe, dass ich auch im "verflixten siebten Jahr" meiner SFV-Präsidentschaft auf ihre Unterstützung rechnen darf.


Werner Widmer
Zentralpräsident

Jahresbericht aus der Westschweiz

1 Initiative "Lebendiges Wasser"

Zu Beginn des Jahres 2006 erforderte die Koordination der Unterschriftensammlung für unsere Volksinitiative einen grossen Koordinationsaufwand in der Westschweiz. Um die Frist einhalten zu können, mussten die Kontakte mit den Vertretern der Sektionen intensiviert werden. Die Vereine verlangten unsere Hilfe bei der Organisation von Standaktionen, die vor allem in Lausanne durchgeführt wurden. Ich habe mich am SFV-Stand an der BEA in Bern sowie im Salon romand de la pêche in Riaz persönlich an der Unterschriftensammlung beteiligt. Ebenso konnte ich anlässlich einer Debatte am welschen Radio über die Austrocknung der Fliessgewässer die Interessen der Fischer vertreten. Die verbandsinterne Arbeitsgruppe, welche im Zusammenhang mit der Initiative die Medienarbeit in der Westschweiz verfolgen soll, ist zweimal zusammengetreten. Ich möchte bei dieser Gelegenheit den Vertretern der Fischereivereine und Umweltorganisationen, die sich für die Unterschriftensammlung engagiert haben, herzlich danken.

2 Fischfressende Vögel

Im Mai 2006 habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Martin Peter an einer Tagung über die Probleme mit fischfressenden Vögeln in Bern teilgenommen, um die Erarbeitung eines Konzepts über das Management von Gänsesägern und Graureihern zu verlangen. Ein Managementkonzept über den Gänsesäger fehlt noch immer, obwohl die katastrophalen Auswirkungen, welche dieser Vogel auf unsere Fischbestände hat, bekannt sind. Gegen Ende des Jahres wurden wir von der ASPO kontaktiert, die uns einlud, den Standpunkt des SFV zu den fischfressenden Vögeln im Rahmen einer Ausstellung, die in Sauge (VD) stattfindet, darzulegen.

3
Aktivitäten auf Ebene Geschäftsleitung

Neben meinen laufenden Tätigkeiten in der Geschäftsleitung wirkte ich in der Arbeitsgruppe "Strukturreform des SFV" mit. In diesem Zusammenhang habe ich vorgeschlagen, in der Westschweiz ein eigenes Sekretariat des SFV zu schaffen. Das Pflichtenheft und die Möglichkeiten einer Finanzierung werden zurzeit studiert. Die Kommission, die sich mit der Erhaltung der Aeschenpopulation im Einzugsgebiet des Genfersees befasst, hat Herrn Alain Bessard vom Fischereiverein Martigny zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Gesucht wird noch ein Fischzüchter, der die praktischen Arbeiten ausführt. Im April hatte ich das Vergnügen, eine Standaktion im Salon romand de la pêche in Riaz durchzuführen, deren Organisation der Fliegenfischerclub La Phrygane übernommen hat. Bei dieser Gelegenheit konnten auch einige Dutzend Unterschriften für unsere Initiative gesammelt werden. Im Übrigen suche ich weiterhin einen Kollegen, der bereit wäre, in der Geschäftsleitung mitzuarbeiten, um unsere Aktivitäten in der Westschweiz verstärken zu können.

4 Verdankungen

Bei dieser Gelegenheit möchte ich all jenen Vereinspräsidenten danken, die uns regelmässig zu ihren Versammlungen einladen, damit wir über die Arbeiten unseres Verbandes informieren können. Mein besonderer Dank geht an meine Kollegen und Freunde Ruedi Hauser, Urs Zeller, Rolf Auer und Tobias Winzeler, es war mir eine grosse Freude, mit ihnen in den vergangenen Jahren zusammenzuarbeiten, ich habe von ihnen im Bereich des Gewässerschutzes viel lernen können.

Thierry Potterat

Ressort Gewässer und Umwelt

Unsere Aktivitäten am Hochrhein beginnen allmählich Früchte zu tragen. So werden wir sowohl von den Behörden als auch von den Kraftwerkbetreibern je länger je mehr als Gesprächspartner anerkannt. Dies geht so weit, dass bereits vor den offiziellen Einspracheverhandlungen Gespräche zwischen Behörden, Gesuchstellern und NGO stattfinden, um gangbare Lösungen zu suchen. Als wichtigster Erfolg im vergangenen Jahr darf das Baubewilligungsverfahren für das KW Albbruck-Dogern bezeichnet werden. Die Gesuchstellerin ist den Organisationen so weit entgegen gekommen, dass diese ihre Einsprachen entgegen der üblichen Praxis sogar zurückziehen konnten.

Etwas härter werden allerdings die Auseinandersetzungen um die Kraftwerke Eglisau und Kembs ausfallen. Der Vertreter des Bundesamtes für Energie (BFE), das neuerdings anstelle des aufgelösten Bundesamtes für Wasser und Geologie für die Grenzkraftwerke zuständig ist, hat zwar eine Vision entwickelt, die den Anliegen der Organisationen weitgehend Rechnung trägt. So soll sämtliches Geschiebe von Thur und Töss, das von der Stauhaltung Eglisau zurückgehalten wird, an geeigneten Stellen wieder dem Rhein übergeben werden. Dabei soll pragmatisch vorgegangen werden. Mittels eines Monitoring sollen die Auswirkungen der Kiesschüttungen auf die Wasserlebewesen sowie auf die einzelnen Lebensräume (Flusssohle, Uferbereich) und den Hochwasserschutz untersucht und die eingebrachten Mengen entsprechend angepasst werden. Sofern es den Behörden gelingt, in der Baubewilligung allen Eventualitäten Rechnung zu tragen, kann auf weitere Rechtsschritte verzichtet werden. Stellen sich jedoch von Anfang an wichtige Auslegungsfragen, lässt sich ein weiterer Gang an das Bundesgericht kaum vermeiden. Eglisau kommt für die Wiederherstellung des überregionalen Geschiebehaushaltes eine absolute Schlüsselstellung zu.

Harte Verhandlungspartner werden auch die Franzosen sein, die auf eine Konzessionserneuerung für das KW Kembs angewiesen sind. Neben einer massiven Erhöhung der Restwassermenge stehen auch hier Fragen des Geschiebehaushaltes im Vordergrund. Die rund 40 km lange Altrheinstrecke bildet das potenziell grösste Laichhabitat für den Lachs und andere Langdistanzwanderer entlang des ganzen Rheins. Auch die Schweiz hat ein eminentes Interesse daran, dass dieses Potenzial ausgeschöpft wird. Die Chancen, dass die Lachse in den Hochrhein aufsteigen, würden dadurch erheblich vergrössert. Voraussetzung ist allerdings, dass die freie Fischwanderung im ganzen Oberrhein gewährleistet wird. Auf Seiten der Electricité de France (EdF) bestehen hierzu noch recht kuriose Vorstellungen. So sollen den aufsteigenden Lachsen anstelle von funktionierenden Fischtreppen kostengünstigere Lastwagenfahrten angeboten werden.  Da uns die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) unterstützt, bleibt zu hoffen, dass sich die EdF eines Besseren besinnen wird. Um allerdings den Behörden den Rücken zu stärken wird es unerlässlich sein, dass sich die NGO ins Einspracheverfahren einschalten. Da es sich um ein internationales Projekt handelt, ist primär der SFV gefordert.

Urs Zeller

Ressort Ausstellungen

Im Jahre 2006 beteiligte sich der SFV auf nationaler Ebene an den Ausstellungen "Fischen Jagen Schiessen" vom 26.2.-1.3. in Bern und an der "NATUR 1/06" vom 23.-26.2. im Rahmen der MUBA Basel, also gleichzeitig an zwei Standorten. Beide Auftritte sind vom BAFU finanziell unterstützt worden, wofür wir sehr dankbar sind.
An der Ausstellung "Fischen Jagen Schiessen" traten wir gemeinsam mit dem Bernisch Kantonalen Fischerei-Verband, dem Petri-Heil, der Fischereiberatungsstelle FIBER und der Jungfischergruppe des Fischer-Vereins Thalwil unter der Leitung von Jungfischerobmann FKZ, Rolf Schatz, auf. Rolf Schatz betreute mit seinen vier jugendlichen Helfern das ganze Schulprogramm unter dem Titel  "Fische - unsere unbekannten Bekannten". Rund 300 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrpersonen nahmen daran teil. Auf einer Bach-, Fluss- und Seenlandschaft, welche die Thalwiler Jugendgruppe selber hergestellt hatte, konnten 50 Ganz-Präparate von 31 Fischarten bestaunt werden. Dabei wurde auch Grundwissen über Gewässerökologie vermittelt und die Gefährdung von Fischarten in ihren Lebensräumen thematisiert. Im Weiteren zeigte die Gruppe das vielseitige Jugendprogramm des aktiven Vereins. Die FIBER präsentierte die Schwall- und Sunkproblematik sowie die PKD. Der dem SFV angeschlossene Schweizerische Berufsfischerverband unterstützte unser Schülerprogramm mit der bewährten Präsentation der einheimischen Fische auf Eis. Gemeinsam sammelten wir trotz grossen Einschränkungen durch das Reglement der BEA eine beachtliche Zahl von Unterschriften für die Renaturierungsinitiative. Dabei möchte ich den Einsatz des Petri-Heils und des BKFV besonders hervorheben. Unser Auftritt an der "Fischen Jagen Schiessen" war wiederum nur dank einem enormen Einsatz von Funktionären und Helfern möglich,  denen ich hier den besten Dank des Verbandes aussprechen möchte.

Die Ausstellung "NATUR 1/06" wurde erstmals durchgeführt. Wir entschlossen uns zur Teilnahme, nachdem bekannt war, dass alle wichtigen Umweltorganisationen bereits zugesagt hatten. Aus Kostengründen konnten wir uns jedoch nur eine kleine Standfläche von 15 m² leisten. Wir zeigten unsere Schautafeln "Lebensraum Wasser". Die Standmannschaft unter der Leitung des Basler Kollegen Hans Lobsiger leistete sehr gute Arbeit und  betreute die Besucherinnen und Besucher mit kompetenten Auskünften und Informationen. Unterschriften wurden unter ähnlich restriktiven Bedingungen wie in Bern gesammelt. Herzlichen Dank nach Basel!

Die Besucherzahl an der "NATUR 1/06" war mit 40'000 bedeutend höher als diejenige an der "Fischen Jagen Schiessen" mit 30'000. Auch handelte es sich um ein unterschiedliches Publikum, in Basel eher die "Schützer", in Bern eher die"Nutzer". Deshalb sollte der SFV für die Zukunft eine Strategie über die Art der Beteilung erarbeiten. 

Ruedi Hauser

Ressort Aus- und Weiterbildung

Der Zentralvorstand des SFV hatte an der Sitzung vom 17.9.2005 dem neuen Artikel 5c der eidgenössischen Fischereiverordnung einhellig zugestimmt, welcher die Einführung einer Ausbildungspflicht (Arbeitstitel "Sachkunde-Nachweis") zur Förderung des tierschutzgerechten Fischens bezweckt. Die Forderung, dass die Ausbildung möglichst umfassend sein sollte und diese von lokalen Vereinen angeboten werden kann, wurde in Übereinstimmung mit dem Ethik-Kodex ebenfalls einstimmig befürwortet. Mit dem Beschluss verband sich die Erwartung, dass bei der geplanten Revision der Tierschutzverordnung auf Bestimmungen zur Fischerei verzichtet werde. Daraufhin wurde vom BAFU eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche bis Mitte 2006 umsetzbare Konzepte entwickeln sollte. Mitglieder der Arbeitsgruppe waren vom BAFU Erich Staub und Pascale Steiner, vom BVet Rolf Frischknecht, von der Fischereiberatungsstelle FIBER Susanne Haertel, von den kantonalen Fischereiverwaltungen Peter Friedli BE, Claude Wisson BS, Andreas Hertig ZH, Marcel Michel GR, Dimitri Jaquet GE, vom Schweizer Tierschutz STS Peter Schluep, vom Schweizer Sportfischer Brevet Daniel Luther und vom SFV ich selbst. Das Grundkonzept ist inzwischen einer interessierten Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht worden: Für Jahres- und Saisonkarten-Inhaber ist ein Kurs mit einer Erfolgskontrolle vorgesehen. Die übrigen Fangberechtigungskategorien werden mit einem Faltblatt informiert (Kapazitätsproblem!). Es sollen ein Ausweis geschaffen werden und eine zuständige Administration. Bestehende Kurs- und Prüfungsangebote werden nicht konkurrenziert. Sie müssen jedoch den Tierschutzbereich in ihre Kursprogramme integrieren. Der Vollzug liegt bei den Kantonen. Ausbildungsmittel werden vom BAFU zur Verfügung gestellt. Die Inkraftsetzung ist für 2009 geplant. Man rechnet zu Beginn mit jährlich rund 10'000 Fischerinnen und Fischern, die somit auch in direkten Kontakt zu den Funktionären der Kurse anbietenden Vereine treten werden: Eine absolut neue Chance, unsern Mitgliederbestand zu erneuern und zu erhöhen.

Total überraschend kam dann Mitte 2007 die Revision der Tierschutzverordnung in die Vernehmlassung. Sie enthielt eine ganze Reihe von Detailvorschriften, die der SFV materiell nicht akzeptieren kann und welche auch aus systematischen Gründen nicht in die Tierschutzverordnung gehören. Ich verweise dazu auf den Bericht des Präsidenten. Eine der wichtigsten Säulen unserer Abwehrstrategie besteht nach wie vor im Engagement für die entsprechende Ausbildung.

Am 25. November 2006 fand in Olten erstmals eine Tagung über Ausbildung und Jugendarbeit statt. Initiant und Mitorganisator war Rolf Schatz, Jungfischer-Obmann FKZ. Eine schriftliche Umfrage über die Jugendarbeit in den Vereinen fiel enttäuschend aus: Von den Vereinen in der deutschsprachigen Schweiz nahmen sich nur gerade 13% überhaupt die Mühe zu antworten, ein Wert der in der französischsprachigen Schweiz immerhin 28% ergab. Dank einem attraktiven Programm fanden total 70 Personen den Weg nach Olten. Referate und rege benutzte Diskussionen erfolgten zu den Themen: Resultate der Umfrage (Rolf Schatz), Fischereigrundkurs des Fischerei-Vereins Aaretal (Joachim  Guthruf), Ausbildungslehrgang Kanton Graubünden (Hans Schwab), Ausbildungslehrgang FKZ (Rolf Schatz), Ausbildungspflicht/

Sachkunde-Nachweis (Pascale Steiner), Jungfischer-Olympiade (Paul Rüegg), Jungfischergruppe Fischerei-Verein Thalwil (Rolf Schatz), Zukunft der Ausbildung im SFV (Ruedi Hauser). Herzlichen Dank allen Referenten, Organisatoren und Helfern. Die Tagung in der französisch sprechenden Schweiz erfolgt am 24. März 2007.

Die Fliegenfischer-Ausbildung liegt weiterhin in den Händen des "Club Mouche la Phrygane" und der Gruppe um Peter Fischer, welche inzwischen ein Sekretariat eingerichtet hat. Diese beiden "Kompetenzzentren" führten ihre traditionellen Kurse und Brevetierungen von Fliegenfischer-Instruktoren SFV durch. Herzlichen Dank für das tolle Engagement.

 

Ruedi Hauser

Ressort Artenschutz

Das vergangene Jahr war geprägt durch die Umsetzung des Sommermassnahmenplans Kormoran und Fische sowie die ersten Hearings in Sachen Graureiher und Gänsesäger.

Sommermassnahmenplan Kormoran & Fische

Was sich seit einiger Zeit abgezeichnet hat, ist nun Tatsache geworden. Die Brutkolonie auf der Fanel-Insel hat den Bestand von 100 Brutpaaren überschritten, was den SFV veranlasste, den Konfliktlösungsausschuss zusammen zu rufen. Dieser Ausschuss hat zu befinden, welche Massnahmen nun getroffen werden sollten.Es zeigte sich schon sehr bald, dass Bird Life Schweiz jeglichen Eingriff in der Brutkolonie kategorisch ablehnt und zudem dem SFV vorwirft, mit dieser Forderung gegen den Massnahmenplan zu verstossen, der jegliche Eingriffe in Seen von mehr als 50 ha nicht zulässt. An zwei Sitzungen mit lokalen Vogelexperten, den betroffenen Kantonen Bern und Waadt, Bird Life Schweiz und den Vertretern des BAFU hat unser Verband darauf bestanden, Massnahmen gegen diese im Bestand stetig zunehmende Brutkolonie zu veranlassen. Bis dato ist jedoch noch kein entsprechendes Gesuch der betroffenen Kantone beim BAFU eingetroffen, so dass diesbezüglich auch kein Entscheid gefallen ist. Das BAFU seinerseits will von sich aus keine Massnahmen anordnen, denn die internen Juristen halten dies aufgrund der bestehenden Rechtsgrundlage als äusserst problematisch. Diese Meinung wird vom SFV nicht geteilt, und nötigenfalls würde man einen negativen Entscheid bis vor Bundesgericht weiterziehen.

Gänsesäger und Graureiher

Im Berichtsjahr haben zu diesem Thema zwei Hearings stattgefunden. Dabei haben verschiedene Interessengruppen ihre Haltung dargelegt. Während es sich bei der Population der weiblichen Gänsesäger um einen autochthonen Bestand handelt, gilt dies bei den Männchen nicht, und beim Graureiher haben sich die Bestände wieder auf ein Niveau erholt, wo keine Bestandesgefährdung mehr zu erkennen ist. Es geht in diesem Themenkreis auch wieder darum, an den Fliessgewässern mit bedrohten Fischarten gezielt eingreifen zu können, ohne dabei die betroffene Vogelpopulation zu gefährden. Die Fischer führen keinen Feldzug gegen die fischfressenden Vögel, aber es kann nicht sein, dass der Schutz einzelner Vogelarten höher eingestuft wird als der Schutz der einheimischen Fischarten. Bei diesem Thema wird dem Fischer seitens des Vogelschutzes immer nur Futterneid unterschoben. Tatsache ist, dass sich der SFV an vorderster Front um die Erhaltung und Aufwertung der Gewässer kümmert. Tatsache ist aber auch, dass Bird Life Schweiz aufgrund seines Positionspapiers zu den fischfressenden Vogelarten klar auf Konfrontation mit der Freizeit- und der Berufsfischerei geht. Mit dieser Nulltoleranzhaltung verbaut sich dieser Verband jeglichen künftigen Verhandlungsspielraum, manövriert sich sukzessive ins Abseits und kann damit nicht mehr als ernsthafter und seriöser Partner betrachtet werden. Am 30.November 2006 fand in Neuenburg eine Tagung des BAFU statt, wo das Thema "Fisch und Vogel" vielschichtig diskutiert wurde. Die Dokumentationen sind im Web via Link auf der Homepage des SFV (www.sfv-fsp.ch) online abrufbar.

Martin Peter

Ressort Information und PR

1 Schweizerische Fischerei-Zeitung / "Petri-Heil"

Das offizielle Publikationsorgan des SFV, die "Schweizerische Fischerei-Zeitung" (SFZ), war auch im 114. Jahr seines Erscheinens Hauptmedium für die verbandsinterne Kommunikation. Dank der Integration in das Fischerei-Magazin "Petri-Heil" wird die Leserschaft über Aktualitäten allgemeinen fischereilichen Interesses informiert. Leider sind nicht alle Mitglieder der deutschschweizerischen Fischereivereine Abonnenten unseres Medienpartners. Für diese, wie seit dem Juni 2006 auch für die SFV-Mitgliedschaft in der französischen Schweiz, werden die SFZ-Inhalte auf der SFV-Homepage publiziert. In den 11 "Petri-Heil"-Ausgaben wurden 22 SFZ-Seiten publiziert. Im redaktionellen Teil des Hauptträgers konnten dank dem Entgegenkommen der seit dem 1. Januar 2006 von Daniel Luther geleiteten Chefredaktion weitere SFV-Themen platziert werden, was die guten und engen Beziehungen belegt.

2 SFV-News

Im Berichtsjahr wurde nur eine Ausgabe der für die Vereinskader konzipierten SFV-News publiziert. Sie befasste sich schwergewichtig mit der SFV-Volksinitiative "Lebendiges Wasser". Auf die Herausgabe einer zweiten Nummer im Spätherbst wurde angesichts der noch nicht abgeschlossenen Strukturdiskussion verzichtet.

3 Internet

Das Internet ist auch für den SFV unverzichtbar. Die SFV-Website (www.sfv-fsp.ch) wird recht gut besucht: Die Statistik weist für 2006 rund 450'000 Hits und gegen 200'000 herunter geladene Seiten aus. Die monatliche Durchschnittsfrequenz bewegte sich zwischen 30-40'000 Hits. Dank der kompetenten und speditiven Mitarbeit von Webmaster Karl Brunner ist die Site stets auf dem neuesten Stand. Im Berichtsjahr konnte der Gleichstand zwischen den deutsch- und französischsprachigen Inhalten realisiert werden. Allerdings drängt sich ein Redesign der etwas in die Jahre gekommenen Site auf. Die erforderlichen Schritte wurden eingeleitet.

4 Mediendienst

Hauptereignis mit entsprechend grosser Medienpräsenz war die Einreichung der Renaturierungsinitiative "Lebendiges Wasser" am 3. Juli auf der Bundeskanzlei. Sie wurde dank der umsichtigen, von EM Walter Gasser besorgten Organisation zu einem Event, von dem schweizweit sowohl die Print- als auch die elektronischen und Online-Medien gebührend Kenntnis nahmen. Der SFV-Mediendienst publizierte ausserdem 5 Communiqués zu folgenden Themen: Munition in Schweizerseen, DV, Sachkundenachweis, Ständeratsbeschluss zum Strommarktgesetz, UREK Ständerat zu Restwasserbestimmungen. Die Medienmitteilungen wurden zweisprachig auch auf der Homepage publiziert.

Hans-Ulrich Büschi

Ressort SFV-Shop

Die Artikel, die den Reingewinn im Wesentlichen bestimmten, waren die Jungfischerbroschüre "Guide", das Lehrbuch "Der Sportfischer", das Poster "Die Fische der Schweiz" und die DVD "Fischwelt Schweiz". Der an die Zentralkasse abgelieferte Gewinn hielt sich mit etwas über 20'000 Franken im Rahmen des Budgets. Auch im kommenden Jahr erwarte ich einen Ertrag in diesem Rahmen. Die Bestellungen kommen zum grössten Teil per Internet herein, was vor allem der Dauerwerbung im Petri-Heil zuzuschreiben ist. Diese Inserate im Wert von jährlich rund 10'000 Franken stehen uns dank dem Zusammenarbeitsvertrag mit Petri-Heil kostenlos zur Verfügung. Seit dem Start des von mir ins Leben gerufenen SFV-Shops sind inzwischen mehr als 150'000 Franken in die SFV-Kasse geflossen.

Ruedi Hauser

Aktions- und Kampffonds Fisch 2000 / Kampffonds für unsere Initiative Lebendiges Wasser

Im vergangen Jahr sind doch einige Spenden eingegangen. Wären jedoch von jedem Fischer CHF 10 bezahlt worden, würden sich satte 350'000 Franken im Topf befinden. Leider haben wir zurzeit nur etwa ein Drittel dieser Summe. Dank all jenen, die ihren finanziellen Beitrag geleistet haben.

Die Initiative steht und unser Kampf verschiebt sich nun an eine andere Front! Nichts desto trotz benötigen wir Mittel, um unserer Initiative politisches Gehör zu verschaffen. Haben wir uns doch auf die Fahne geschrieben, die Gewässer samt Fauna und Flora zu retten, müssen wir auch die Mittel bereitstellen, um die nächsten, notwendigen Schritte finanzieren zu können!

Wir rufen deshalb alle Fischerinnen und Fischer nochmals auf, einen kleinen Verzicht zu leisten, um Grosses entstehen zu lassen!

Hier nochmals die Daten des Spendenkontos:

Raiffeisenbank
4123 Allschwil 2

     

Zugunsten von
81832.34 80775
Schweizerischer Fischerei-Verband
Kampffonds
3001 Bern
Post-Konto 40-8710-9

Rolf Auer,
Zentralkassier

Abschieds- und Dankesworte des Geschäftsführers

Nach beinahe 18 Jahren im Dienste des Schweizerischen Fischerei-Verbandes ist es Zeit, sich zu verabschieden und jüngeren Kräften Platz zu machen. Ich möchte an dieser Stelle all jenen danken, die mich in den vergangenen Jahren unterstützt und die zum Teil anspruchsvollen Projekte mitgetragen haben.

Zu besonderem Dank verpflichtet bin ich Dr. Kurt Meyer, der mir zuerst die Geschäftsführung des Bernisch Kantonalen Fischerei-Verbandes und anschliessend jene des SFV anvertraut hat. Unter seinem Präsidium wurde der Gewässerschutz zu einem Schwerpunkt der Verbandsarbeit. Diese Politik wurde von seinem Nachfolger, Werner Widmer, erfreulicherweise fortgesetzt. Beiden Präsidenten ist es zudem gelungen, in der Geschäftsleitung ein kollegiales, ja freundschaftliches Arbeitsklima zu schaffen und die andern Geschäftsleitungsmitglieder zu grossen ehrenamtlichen Arbeitsleistungen zu motivieren. Ohne den Einsatz dieser Kollegen hätten viele Aufgaben nicht erfüllt werden können. Ihnen allen möchte ich dafür danken, dass ich immer wieder auf sie zurückgreifen und ihnen Arbeiten aufhalsen durfte, die in andern, finanziell besser dotierten Verbänden von bezahlten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet werden.

Mein Dank und meine Anerkennung gilt sodann jenen Kantonal- und Vereinspräsidenten,  die mich in heiklen Rechtsfällen begleitet und unterstützt haben. Es ist nicht immer einfach, den Behörden und Kraftwerksgewaltigen Paroli zu bieten, und ebenso ist es nicht jedermanns Sache, sich in seinem näheren Umfeld sowie in einer weiteren Öffentlichkeit zu exponieren.

Einen herzlichen Dank möchte ich jenen Fischerinnen und Fischern aussprechen, die sich  aktiv für unsere Renaturierungsinitiative "Lebendiges Wasser" eingesetzt und dazu beigetragen haben, die zuerst sehr harzig verlaufene Unterschriftensammlung erfolgreich abzuschliessen. Ich hoffe, dass sich diese Aktion für den SFV, für die Fischerei und nicht zuletzt auch für unsere Gewässer positiv auswirken wird.

Ich wünsche den Chargierten und Mitgliedern des Verbandes für die Zukunft alles Gute und viel Freude am Wasser.

Tobias Winzeler
Geschäftsführer

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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