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Jahresbericht 2001 des Zentralpräsidenten

Am 1. Juni des vergangenen Jahres habe ich mein Amt als Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes angetreten. Von meinem Vorgänger konnte ich ein gut eingespieltes und hoch motivierten Team übernehmen, das mir den Einstieg in den für mich völlig neuen Aufgabenbereich sehr erleichtert hat. Ich werde selbstverständlich alles daran setzen, die Arbeit auf dem gewohnt hohen Niveau fortzusetzen und bitte alle Kantonal- und Vereinspräsidenten, mich in diesen Bestrebungen nach Kräften zu unterstützen.

An dieser Stelle möchte ich meinem Vorgänger, Ehrenpräsident Dr. Kurt Meyer, für die grosse Arbeit danken, welche dieser als Vertreter der Schweiz in der European Anglers Alliance (EAA) im vergangenen Jahr geleistet hat. Diese Organisation verfügt seit einigen Monaten in der Person des Dänen Jan Kappel über einen vollamtlichen Geschäftsführer, der die fünf ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder der Geschäftsleitung entlasten wird. Eine wichtige Aufgabe der EAA bildet weiterhin der Kampf gegen die Kormoranplage. So wirkt sie aktiv am neuen EU-Projekt Redcafe mit, in dem die verschiedenen Interessengruppen zusammengeführt werden, um nach Lösungen zu suchen. Diesem Projekt kommt insofern grosse Bedeutung zu, als sich die EU zum ersten Mal mit konkreten Massnahmen auseinandersetzen und das Problem nicht einfach auf die Mitgliederländer abschieben will. Seit kurzem wird die Kormoranfrage zudem auf globaler Ebene diskutiert. In der sogenannten cormoran research group, in der neben den Staaten der EU auch Brasilien, Canada, Südafrika und die USA mitarbeiten, wird versucht, dem Prädator international beizukommen. Die EAA behandelt zudem zahlreiche Probleme, welche die Schweiz zwar nicht direkt betreffen, die jedoch an unsere Solidarität appellieren. So fordert die EAA von der EU und der Englischen Regierung, der Verseuchung der Irischen See, der Nordsee und des Nordatlantik durch hochgiftige Abwässer aus der nuklearen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield Einhalt zu gebieten.

Auf nationaler Ebene mussten verschiedene Geschäfte behandelt werden, die für die Fischerei von Bedeutung sind. So hat der Zentralvorstand die Nein-Parole zum neuen Elektrizitätsmarktgesetz beschlossen. Dornen im Auge waren vor allem die vom Parlament gegen den Willen des Bundesrates beschlossenen Darlehen an Wasserkraftwerke sowie die Befreiung der Kleinwasserkraftwerke von Durchleitungsgebühren. In seiner Vernehmlassung zur Elektrizitätsmarktverordnung, die der Verband vorsorglicherweise einreichen musste, forderte der SFV die vollumfängliche Einhaltung der Gewässerschutzvorschriften mit Einschluss der Sanierungsbestimmungen nach Art. 80ff des Gewässerschutzgesetzes und nach Art. 10 des Fischereigesetzes. Vorläufig keine Änderungen zu erwarten sind im Zusammenhang mit der Revision des Tierschutzgesetzes. Wie bis anhin bleiben die Bestimmungen des Fischereigesetzes vorbehalten. Es wird unsere Aufgabe sein, darüber zu wachen, dass es auch im nun folgenden parlamentarischen Verfahren dabei bleibt.

Von gesamtschweizerischem Interesse sind sodann verschiedene Interventionen von Kantonalverbänden, welche vom SFV aktiv unterstützt werden. So hat er u.a. gemeinsam mit dem federführenden Fischereiverband des Kantons Zürich und der Gewässerschutzorganisation AQUA VIVA eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die neue Konzession für das Kraftwerk Eglisau beim Bundesgericht eingereicht. Dem Urteil wird in verschiedener Hinsicht präjudizielle Bedeutung zukommen, da es sich zum einen um ein Grenzkraftwerk handelt, für dessen Konzessionierung der Bund zuständig ist. Zum andern wird in diesem Fall erstmals der Versuch unternommen, ein den ganzen Hochrhein berührendes Problem - nämlich die Wiederherstellung eines funktionierenden Geschiebehaushaltes - über alle Landes-, Kantons- und Konzessionsgrenzen hinweg zu lösen. Der Entscheid des Bundesgerichtes wird die künftige Gewässerschutzpolitik des SFV voraussichtlich massgeblich beeinflussen. Sollte unser höchstes Gericht dem Schlendrian unserer Behörden, die während 25 Jahren den Sanierungsartikel des Fischereigesetzes im Bereich der Wasserkraft kein einziges Mal zur Anwendung gebracht haben, keinen Riegel schieben, müsste sich unser Verband politische Aktionen auf höchster Ebene überlegen.

Auf verschiedenen Ebenen beschäftigen wird uns das nationale Projekt Fischnetz. Als Nachfolger von Kurt Meyer habe ich im strategischen Lenkungsgremium Einsitz genommen und festgestellt, dass zielgerichtet und speditiv gearbeitet wird. An dieser Stelle möchte ich Heinz Renz danken, der sich bereit erklärt hat, in der Projektleitung die Anliegen des SFV zu vertreten. Es handelt sich hierbei um eine zeitaufwendige Aufgabe, die er übernommen hat.

Verbandsintern sind verschiedene Projekte in Angriff genommen worden, die zumeist erst im nächsten Jahr zum Tragen kommen werden. So hat sich Ruedi Hauser verdankenswerterweise bereit erklärt, in die Lücke zu springen, die Willy Furrer im Ressort "Messen und Ausstellungen" hinterlassen hat. Gemeinsam mit Marco Zimmermann, den wir zur Wahl in die Geschäftsleitung vorschlagen werden, hat er es übernommen, dem Verband an der 5. Internationalen Ausstellung FISCHEN JAGEN SCHIESSEN, die vom 21.-25. Februar 2002 in Bern stattfinden wird, einen angemessenen Auftritt zu verschaffen. Im nächsten Jahr werden wir auch die Früchte der Arbeit ernten können, die Karl Brunner, unser neuer Webmaster, geleistet hat. Spätestens auf die Ausstellung hin soll unsere neue Homepage in deutscher und französischer Sprache aufgeschaltet werden. In Vorbereitung ist sodann ein SFV Fischer-Portal, dem sich sämtliche interessierten Kantonalverbände und Fischereivereine zu günstigen Bedingungen anschliessen können. Seit anfangs Jahr laufen intensive Verhandlungen mit dem Verleger des Sportfischermagazins Petri-Heil. Der Zentralvorstand wird ebenfalls im nächsten Jahr entscheiden, unter welchen Bedingungen die Zusammenarbeit, die bis heute zufriedenstellend verlaufen ist, fortgesetzt werden soll.

Wenig erfreulich verlaufen ist ein Geschäft, das sowohl die Geschäftsleitung als auch den Zentralvorstand zu verschiedenen Malen beschäftigt hat und über dessen Abschluss die Delegiertenversammlung in letzter Instanz entscheiden muss. Aufgrund verschiedener Vorkommnisse sah sich die Geschäftsleitung veranlasst, dem Zentralvorstand den Ausschluss der Fédération Genevoise des Sociétés de Pêche aus dem SFV zu beantragen. Es handelt sich hier um einen Vorgang, der einmalig ist in der Geschichte unseres 119 Jahre alten Verbandes. Der Fall, der in französischer Sprache geführt werden musste, füllt mehr als einen Bundesordner. Da es völlig ausgeschlossen ist, den Delegierten sämtliche Unterlagen zukommen zu lassen, müssen wir das mündliche Verfahren wählen. Die Geschäftsleitung wird ihre Anträge mündlich begründen, den Vertretern der FGSP wird die gleiche Zeit eingeräumt werden, ihren Standpunkt zu vertreten. Gemäss Artikel 15 Absatz 1 Buchstabe i der Statuten kommt die Beschlussfassung über den Ausschluss von Mitgliedern der Delegiertenversammlung zu.

Abschliessend möchte ich allen Fischerinnen und Fischern danken, die mich freundlich aufgenommen und mir ihre Unterstützung in Aussicht gestellt haben. Danken möchte ich vor allem für die grosse Arbeit, die in den Vereinen, in den Kantonalverbänden sowie in den verschiedenen Arbeitsgruppen geleistet worden ist. Einen besonderen Dank möchte ich meinen Kollegen in der Geschäftsleitung sowie dem Geschäftsführer aussprechen, die dafür besorgt waren, dass auch heikle Dossiers ohne Zeitverlust weiterbehandelt werden konnten. Für das kommende Fischerjahr wünsche ich Ihnen allen im privaten und beruflichen Bereich alles Gute und viel Erfolg. Vor allem Petri-Heil!

Werner Widmer
Zentralpräsident

Bericht aus der Westschweiz

Im vergangenen Jahr setzten wir unsere Bemühungen fort, jene welschen Kantonalverbände, die im SFV nur durch eine örtliche Sektion vertreten sind, in den SFV zurückzuführen. Gemeinsam mit unserm Zentralpräsidenten, der seinen ersten Tag im neuen Amt erlebte, präsentierten wir in Siders den Walliser Vereinspräsidenten den schweizerischen Dachverband. Das Interesse war zwar vorhanden, im Hinblick auf den zu leistenden Beitrag war allerdings auch eine gewisse Skepsis spürbar. Es bleibt nun abzuwarten, wie die Walliser Delegierten im Februar 2002 entscheiden werden. Wir möchten an dieser Stelle vor allem Léo Felley danken, der uns mit seiner Société des Pêcheurs Amateurs du District de Martigny über all die Jahre hinweg die Treue gehalten und sich unermüdlich für den Wiedereintritt seines Kantonalverbandes in den SFV eingesetzt hat. Ähnliche Verhandlungen laufen auch mit dem Neuenburger Flussfischerverband, der zur Zeit ebenfalls nur mit einem Verein im SFV vertreten ist.

Wichtige Sachgeschäfte, in denen der SFV engagiert ist, betreffen das Konzessionsverfahren für das Grenzkraftwerk Chancy-Pougny sowie die Stauraumspülungen beim Kraftwerk Verbois unterhalb des Genfersees. Die neue Konzession für Chancy-Pougny steht noch aus, da die Verhandlungen zwischen den schweizerischen und französischen Behörden noch nicht zum Abschluss gebracht werden konnten. Sobald die Konzession vorliegt, wird der Verband den Text genau prüfen und vor allem darauf achten, dass die wichtigsten ökologischen Anliegen erfüllt sind wie die Sicherstellung des Feststofftransportes (Geschiebe und Schwebstoffe), die Vernetzung von Oberwasser und Unterwasser und die Durchführung der erforderlichen Ersatzmassnahmen. Erfreulicherweise hat die Direktion des Werks einige Massnahmen zugunsten der Fischerei bereits in Angriff genommen und zum Teil sogar bereits abgeschlossen. Mit dem Bau der neuen Fischaufstiegshilfe wird allerdings erst begonnen, wenn die Konzession definitiv erteilt ist. Mit der Realisierung dieses Bauwerks wird die Rhone auf einer Länge von rund 50 km fischdurchgängig gemacht, wovon ca. 20 km auf genferisches und rund 30 km auf französisches Staatsgebiet fallen.

Seit 1942 wird der Staupegel beim Kraftwerk Verbois alle drei Jahre um rund 16 m abgesenkt, um die von der Arve herangeführten Feinsedimente, die sich in der Zwischenzeit abgelagert haben, aus der Stauhaltung zu entfernen. Diese Spülungen führen periodisch zu einer massiven Schädigung der Fischfaune sowie der übrigen Wasserlebewesen. Das Problem ist sehr komplex, da bei einer Änderung des bisher praktizierten Spülmodus neben den gewässer- und fischökologischen Anliegen zahlreiche andere Interessen berücksichtigt werden müssen (Hochwasserschutz, Verhinderung eines Rückstaus in die Genfer Kanalisation, Kühlwasserentnahmen der Kehrichtverbrennungsanlage sowie anderer Industriebetriebe, Rhoneschifffahrt, Erholungsnutzung usw.). Am 28. Juni 2000 hat der Staatsrat des Kantons Genf eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die das bisherige Spülregime überprüfen und nach Alternativen suchen soll. Der SFV wurde eingeladen, in dieser Arbeitsgruppe mitzuwirken. Der von der Geschäftsleitung delegierte Geschäftsführer sieht seine Hauptaufgabe darin, die für die Spülung Verantwortlichen zu veranlassen, die bisherige Praxis grundsätzlich zu überdenken und in erster Linie nach einer umweltverträglicheren Methode zu suchen. Einer Optimierung der bisherigen Spülmethode kann nur zweite Priorität zukommen.

Jean Dessous l'Eglise
und William Reiter

Ressort Gewässer und Umwelt

Die wichtigsten Projekte von nationaler Bedeutung betreffen folgende Themen:

1 Fischnetz
Als Vertreter des SFV und damit der Fischenden hat Heinz Renz ab Juni 2001 Einsitz in die Projektleitung von Fischnetz genommen. Fischnetz, im zweiten Jahr seines Bestehens, sucht weiterhin intensiv nach Gründen für den Fischrückgang. Zu diesem Zweck werden nicht nur Resultate aus Teilprojekten anderer Forschungsgruppen ausgewertet, es werden vielmehr auch eigene Untersuchungen durchgeführt oder in Auftrag gegeben. Die Zahl der Arbeiten ist auf 90 angestiegen. Kontakte mit Wissenschaftlern anderer Länder und Literaturstudien ergänzen die Beschaffung von umfassenden Informationen.

Unter der kompetenten Leitung von Dr. Patricia Holm trifft sich die Projektleitung monatlich zu einer ganztägigen Sitzung, die jedes Mal mit einem reichhaltigen Arbeitsprogramm befrachtet ist. Dazu kommen Tagungen über spezielle Fachgebiete und verschiedenste direkte Kontakte in den Verantwortungsbereichen der einzelnen Mitglieder.

12 Hypothesen, die in der Zwischenzeit den meisten Fischern bekannt sein dürften, decken die möglichen Gründe für den Fischrückgang weitgehend ab. Die Projekte sind so ausgewählt, dass sie Antworten und Begründungen für das Zutreffen der einzelnen Hypothesen und vielleicht sogar Ansätze zur Lösung gewisser Probleme liefern.

Auf dem Gebiet der Fischkrankheiten legt man grosses Gewicht auf die Abklärung der offenen Fragen über die PKD. Ein wichtiges, neu gestartetes Projekt soll in mehreren ausgewählten Testgebieten mit einer umfassenden Diagnose entscheidende Beiträge zum Verständnis des Fischrückganges liefern. Nebst anderen Arbeiten wird der 2. Teil des Sömmerlingsprojektes zu weiteren Informationen über die natürliche Reproduktion führen. Die Koordination der Projekte, die den Einfluss der Chemikalien abklären, übernimmt eine UnterArbeitsgruppe der Projektleitung. Dies sind nur einige Beispiele aus dem komplexen Arbeitsfeld von Fischnetz. Viele weitere Informationen lassen sich jederzeit auf der Homepage unter < www.fischnetz.ch > abrufen.


2 Geschiebehaushalt
Der am 5. Juli 2000 publizierte Bericht "Geschiebehaushalt Hochrhein" stösst bei den Kraftwerksbetreibern zwar auf keine grosse Begeisterung, dafür jedoch auf Interesse. So hat das Kraftwerk Laufenburg im Mai eine Tagung organisiert, an der die Beteiligten von verschiedenen Fachleuten über die Bedeutung des Geschiebehaushalts informiert wurden. Widerstand macht sich leider auch auf Seiten der deutschen Behörden breit, die offenbar noch grundsätzliche Abklärungen über die ökologische Bedeutung des Geschiebes durchführen lassen möchten. Zur Zeit erarbeitet die OEKON, Gesellschaft für Landschaftsökologie, Gewässerbiologie und Umweltplanung, Regensburg, im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg und des Bundesamtes für Gewässer und Geologie, die Studie "Potential der ökologischen Verbesserung aus den Massnahmen zur Reaktivierung des Geschiebetriebes im Hochrhein". Die Studie soll im Frühjahr 2002 vorliegen. Es ist zu hoffen, dass die Erkenntnisse dieser Studie dann auch umgesetzt werden.


3 Hochrheinkraftwerke
Dauerbrenner kann man da wohl sagen sind die Umsetzungen der ökologischen Bestimmungen für Flusskraftwerke, wie dies folgende Beispiele aufzeigen.

Den Fall KW Eglisau haben der Fischereiverband Kanton Zürich und der SFV an das Bundesgericht weitergezogen. Der Text kann auf der Homepage des SFV eingesehen werden: . Der Rechtsweg bildet wahrscheinlich die einzige valable Möglichkeit, die Konzessionsbehörden beidseits des Rheins zu veranlassen, die noch fehlenden Entscheidungsgrundlagen innert nützlicher Frist zu beschaffen (Schlüsselstellung für die Wiederherstellung des gesamten Geschiebehaushaltes im Hochrhein). Sofern die in der Konzession enthaltenen "Kann-Vorschriften" nicht durch konkrete und verpflichtende Bestimmungen ersetzt werden, lässt sich unschwer vorhersagen, dass die Sanierung des Geschiebehaushaltes ein frommer Wunsch bleiben wird.

Da beim KW Rheinau eine Revision der Turbinen ansteht, wird in der Restwasserstrecke, die im Normalbetrieb mit nur 5 m3/s dotiert wird, bedeutend mehr Wasser abfliessen. Der Rheinaubund hat beschlossen, die Revision mit einer Studie zu begleiten, um Angaben über die effektiv notwendigen Restwasser- und Spülwassermengen zu erhalten. Zum Thema, wie die Strukturen des Lebensraumes Rhein aussehen könnten, haben sich zwei Mitglieder des Sportfischervereins Rheinau Gedanken gemacht und ihre Vision aufgezeichnet.

Etwas günstiger scheint sich der Fall Albbruck-Dogern zu entwickeln. Neben der Dotierturbine soll zusätzlich das von uns geforderte Umgehungsgewässer erstellt werden. Nach den sehr positiven Verlautbarungen von Bundesvertretern haben sich die Verantwortlichen des Kraftwerkes auch gegenüber weiteren ökologischen Massnahmen sehr aufgeschlossen gezeigt.

Auch beim KW Rheinfelden sitzen wir Verhandlungspartnern gegenüber, die unseren Anliegen ein gewisses Verständnis entgegenbringen. In diesem Fall stellt sich allerdings die grundsätzliche Frage nach dem Bestand und dem Schicksal der bestehenden Konzession.

Dem KW Kembs, dessen Konzession im Jahr 2007 ausläuft, kommt sowohl unter dem Gesichtspunkt des Geschiebehaushaltes als auch unter fischökologischen und naturschützerischen Aspekten eine Schlüsselrolle zu. So muss das Werk einerseits verpflichtet werden, das aus der Schweiz herantransportierte Geschiebe zu übernehmen und weiterzuleiten. Anderseits bildet der Restrhein mit einer Länge von 44 km eines der grössten potenziellen Laichgebiete für den Lachs. Die AG Renaturierung des Hochrhein, unter der Flagge des SFV, hat schriftlich beim Bundesamt für Wasser und Geologie interveniert, damit die notwendigen Entscheidungsgrundlagen rechtzeitig - d.h. noch vor der Konzessionserteilung - beschafft werden.

Abschliessend danke ich all jenen, die im Interesse unserer Gewässer in irgendeiner Art mit uns zusammengearbeitet haben und hoffe, die fruchtbare Zusammenarbeit auch im neuen Jahr weiterführen zu dürfen.

Urs Zeller

Ressort Artenschutz

Im Verbandsjahr haben sich weiterhin 2 Themen etabliert: Die Kontroverse Bachforelle vs. Regenbogenforelle sowie der Kormoran.

1 Regenbogenforelle
Das BUWAL hat im Januar 2001 dem SFV schriftlich bestätigt hat, es sei sehr daran interessiert, dass die Beurteilung des erlaubten Einsatzbereiches für die Regenbogenforelle auf objektiven und wissenschaftlich fundierten Untersuchungen basieren soll. Weiter sollen die resultierenden Lösungsansätze generell anwendbar sein, d.h. sie sollen das ganze Spektrum der Gewässertypen und die ganze Schweiz abdecken. An einem erneuten Treffen im April 2001 mit dem BUWAL wurde dem SFV ein Hearing mit international anerkannten Experten zugesagt.

Nachdem den ganzen Sommer hindurch nichts Konkretes gelaufen war, haben wir im August 2001 nochmals interveniert. Die Antwort war alles andere als erbauend. Nachdem der Kanton St. Gallen an einem solchen Hearing kein grosses Interesse zeigte (wen wundert's?) und das BUWAL grundsätzlich auf seinen Vorschlag kein grosses Echo erkennen konnte, wurde auf ein Hearing verzichtet. An dessen Stelle sollte nun eine schriftliche Befragung dieser international anerkannten Experten stattfinden. Das BUWAL kennt die vom SFV vorgeschlagenen Experten und wir warten nun auf die konkrete Umsetzung dieser Umfrage. Nachdem der SFV in dieser Frage im Jahr 2001 keine lösungsorientierten Aktivitäten feststellen konnte, erwarten wir nun im neuen Jahr konkrete Massnahmen und Resultate, welche im Jahr 2003 umgesetzt werden können.

2 Arbeitsgruppe Kormoran
Die Meldung vom 6. Juni 2001 ging durch die ganze Schweizer Presse. Die Kormorane brüten auf einer Insel im Neuenburgersee. Dies hat der SFV zum Anlass genommen, beim BUWAL zu intervenieren. Der SFV hegte seit jeher die Befürchtung, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis wir die ersten Brutpaare in der Schweiz haben. Nun ist es soweit und der SFV stellt sich klar auf den Standpunkt, dass wir KEINE brütenden Kormorane in der Schweiz zulassen dürfen. Das BUWAL hat es abgelehnt, mit uns über dieses Thema zu diskutieren und uns auf eine gemeinsame Sitzung im Sommer 2002 im Rahmen der eidgenössischen Kormorangruppe vertröstet. Nach dem Zufrieren der umliegenden Seen Ende Jahr hat sich die Situation am Hochrhein massiv verschärft. Einmal mehr muss dieses internationale, einmalige Aeschengebiet unter dem Kormoranfrass leiden; die Kantone, Fischer und Jäger setzen alles daran, das Desaster so gut wie möglich abzuwenden, aber die grosse Anzahl der Kormorane lässt keine effiziente und wirkungsvolle Abwehr mehr zu. Das BUWAL ist anscheinend nicht in der Lage oder aber nicht willens, in dieser aussergewöhnlichen Situation eine Task Force zu erstellen, welche auch die deutsche Seite in die Kormoranabwehr und -reduktion miteinbezieht. Da bleibt nur noch eine Feststellung: ES IST ZUM VERWEIFELN!

Martin Peter

Ressort Information und PR

1 Schweizerische Fischerei-Zeitung / "Petri-Heil"
Die "Schweizerische Fischerei-Zeitung - fischerei" als offizielles Publikationsorgan des SFV erschien in seinem 109. Jahrgang. Wie in den Vorjahren bildete dieser Titel Bestandteil des Fachmagazins "Petri-Heil". In den elf Ausgaben des Berichtsjahrs wurden insgesamt 22 Seiten mit Verbandsbeiträgen (Berichterstattung über laufende Geschäfte der Organe, Vernehmlassungen, Stellungnahmen aller Art, Rechtsfälle, News usw.) publiziert. Daneben konnten regelmässig SFV-relevante Beiträge im allgemeinen Teil des Trägermediums veröffentlicht werden, ferner fallweise das Inserat des SFV-Shops als Füller.

Erneut wickelte sich die Zusammenarbeit mit der verantwortlichen Redaktion des Partnermagazins, den Kollegen Hansjörg Dietiker und Daniel Luther, zur vollen Zufriedenheit und in bestem kollegialen Einvernehmen ab. Die besonderen Anliegen des SFV-Redaktors wurden im Rahmen des Möglichen stets berücksichtigt, wofür auch an dieser Stelle gedankt sei. Berücksichtigung fanden auch die wichtigen Anlässe der SFV-Kantonalverbände und -vereine, was den unverzichtbaren Stellenwert dieser qualitativ hochstehenden Fachpublikation unterstreicht.

2 Internet
Die Homepage des SFV (www.sfv-fsp.ch) wurde noch im Berichtsjahr von Karl Brunner (Altdorf) von Grund auf überarbeitet und inhaltlich erweitert. Sie löst ab 2002 den bisherigen, von der Firma zic Zulauf Internet Communications betreuten Webauftritt ab. Der Vertrag mit zic wurde per Jahresende gekündigt, unter Verdankung der von dieser Partnerfirma geleisteten Aufbauarbeit.

Die Homepage wurde vom SFZ-Redaktor und vom SFV-Geschäftsführer in der Regel einmal pro Monat, nötigenfalls aber auch häufiger aktualisiert. Wichtigste Inhalte bildeten wiederum die SFZ-Seiten, die SFV-Termine sowie weitere aktuelle Informationen über das Verbandsgeschehen. Der neue Webauftritt wird es erstmals erlauben, wichtige Verbandsnews auch in französischer Sprache aufzuschalten. Damit kann ein altes Postulat der SFV-Mitglieder aus der Romandie erfüllt werden.

Leider sind immer noch nicht alle Kantonalverbände online. Das im Aufbau begriffene Fischerportal bietet in dieser Hinsicht eine überaus attraktive und günstige Möglichkeit, die es zu nutzen gilt. Auch SFV-Vereinen wird ein Internetauftritt zu gleichen Bedingungen ermöglicht.

3 Pressedienst
Der SFV-Pressedienst publizierte im Berichtsjahr zwei Medienmitteilungen (DV SFV vom 14.5.; Kraftwerk Eglisau vors Bundesgericht vom 5.6.). Die Verbreitung erfolgte über die beiden national tätigen Nachrichtenagenturen SDA und AP sowie über das Internet-Newsportal von "Persönlich", das in der Kommunikationsbranche intensiv genutzt wird. Ausgewählte Tageszeitungen wurden zudem direkt bedient.

4 Interne Information
In Zusammenarbeit mit dem neuen Marketingverantwortlichen Marco Zimmermann und dessen Kommunikationsagentur PODIUM entwickelte die im Jahr 2000 eingesetzte ad-hoc-Arbeitsgruppe ihr erstes Konzept für ein verbandsinternes Publikationsorgan weiter. Auf der Basis eines neuen Vertrags, der mit dem vip media Verlag (Scherzingen) als Herausgeber von "Petri-Heil" ausgearbeitet wird, soll dieses neue Kommunikationsmittel in der ersten Hälfte des Jahres 2002 realisiert werden.

Auch im Berichtsjahr wurden die Verbands- und Vereinsorgane der SFV-Mitglieder, deren Adressen dem SFV-Sekretariat bekannt sind, mit den Medienmitteilungen bedient. Den verantwortlichen Redaktoren stehen zudem sämtliche Inhalte der SFV-Website zur freien Verwendung zur Verfügung.

Hans-Ulrich Büschi

Ressort Aus- und Weiterbildung

Der Fliegenfischerkurs des SFV wies in diesem Jahr mit 10 Personen eine eher schwache Beteiligung auf. Alt St. Johann und das Hotel Schweizerhof unmittelbar an der fischreichen Thur boten wiederum ideale Voraussetzungen für erlebnisreiche Tage am Wasser.
Herzlichen Dank an Kursleiter Peter Fischer und sein Team! Der Kurs 2002 wird nun auch im Internet ausgeschrieben.

Seit mehr als einem Jahr besteht die Möglichkeit, das Brevet eines Fliegenfischer-Instruktors des SFV zu erwerben. Während das Interesse in der deutschsprachigen Schweiz über einige unverbindliche Anfragen nicht hinauskam, tut sich im Welschland etwas. Der "Club Mouche la Phrygane" hat unter der Leitung von Daniel Gendre unser Prüfungsprogramm weiterentwickelt. Er reichte uns eine ausgezeichnete Dokumentation ein und in den persönlichen Verhandlungen konnten wir uns von der Kompetenz der Verantwortlichen überzeugen. Ab dem Jahre 2002 wird der "Club Mouche la Phrygane" Prüfungen und Brevetierungen von Fliegenfischer-Instruktoren des SFV durchführen. Eine entsprechende Vereinbarung ist unterzeichnet worden.

Zur Unterstützung von Jungfischerkursen der Vereine bieten wir nach wie vor unsere Jungfischerbroschüre "Guide" an. Sie ist in den Varianten deutsch/französisch und deutsch/italienisch über den SFV-Shop erhältlich.

Ruedi Hauser

SFV-Shop

Der Umsatz des SFV-Shop entwickelte sich gegenüber dem Vorjahr positiv. Im Jahresdurchschnitt wurde jeden Tag ein Auftrag ausgeliefert. Die Bestellungseingänge erhielt ich zu 39% per Telefon oder bei Anlässen, zu 26% mit Brief oder Fax und zu 35% über das Internet. Aus der Erfolgsrechnung können Sie entnehmen, dass anstelle eines budgetierten Betrages von null ein Verlust ausgewiesen wird. Dies resultiert aus der Praxis, wonach sämtliche Einkäufe eines Rechnungsjahres vollständig als Aufwand verbucht werden. Die Lagerbestände werden nicht aktiviert. Nebst dem Nachdruck von 30'000 Jungfischerbroschüren "Guide" schlägt die Produktion von 200 Glasskulpturen "Springende Forelle" zu Buche. Davon sind im vergangenen Jahr 34 Stück verkauft worden. Die Skulpturen, Kunsthandwerke aus einer bekannten böhmischen Glasmanufaktur, eignen sich für Ehrungen aller Art. Sie können samt Granitsockel mit Inschriften bestellt werden. Die Glasskulpturen sind, wie ich an Verleihungen selber feststellen konnte, gut angekommen. Herzlichen Dank an alle Vereine und Verbände, die die Ehrengaben bereits bezogen haben und eine Einladung an die übrigen, sich noch anzuschliessen!

Ruedi Hauser

Aktions- und Kampffonds Fisch 2000

Der in Muttenz neu gegründete Fonds verfolgt u.a. den Zweck, die Gewässer und ihre Uferbereiche in einem gesunden und möglichst naturnahen Zustand zu erhalten, die einheimischen Fischbestände zu fördern und die Aktivitäten des SFV und seiner Mitglieder zu Gunsten natürlicher Gewässer zu unterstützen. Im Jahre 2000 sind diesem Fonds Spenden in Höhe von knapp CHF 20'000 zugeflossen. Ebenfalls eingespeist in diesen Fonds wurden die Mittel des "alten" Fonds "Sauberes Wasser".

Im Jahre 2001 sind unserem Aktions- und Kampffonds durch Spenden von Vereinen und Privaten rund 16'000 Franken zugeflossen, wobei die letzte Überweisung Ende Oktober erfolgt ist. Auszahlungen aus dem Fonds waren im Berichtsjahre keine zu verzeichnen.

Ohne zusätzliche Anstrengungen von Kantonal- und Vereinspräsidenten sowie der kantonalen Delegierten und der Geschäftsleitung des SFV wird der Mittelzufluss voraussichtlich endgültig versiegen.

Bitte berücksichtigen Sie deshalb unseren Fonds mit einer kleinen Spende bei Ihren nächsten Einzahlungen!

Fisch 2000 SFV / Poisson 2000 FSP
Postcheck-Konto 30-444852-8, 3001 Bern

Besten Dank!

Rolf Auer

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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