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Jahresbericht 2000 des Zentralpräsidenten

Geschäftsleitung und Zentralvorstand befassten sich im vergangenen Jahr schwergewichtig mit der Neustrukturierung des Verbandes und der Lösung der finanziellen Probleme. Diesen Themen war auch die Präsidentenkonferenz vom 5. Februar gewidmet, die verdankenswerterweise von Felix Domeni, Präsident des Kantonalen Fischereiverein Graubünden, in Chur organisiert worden war. Wir möchten allen Mitgliedern, die an der Delegiertenversammlung in Muttenz der Beitragserhöhung um zwei Franken zugestimmt haben, herzlich danken. Wir hoffen, dass wir uns nun wieder vermehrt den zahlreichen Sachproblemen zuwenden können, die laufend an den SFV herangetragen werden. Eine Zusammenstellung der aktuellen Geschäfte finden Sie im Bericht von Jean Dessous l'Eglise und William Reiter.

Am 24. Februar 2000 haben wir Herrn Bundesrat Leuenberger unsere Vernehmlassung zur Fischereiverordnung unterbreitet. Während unsere Anträge im Bereich der lebenden Köderfische weitgehend berücksichtigt wurden, bestehen beim Einsatzverbot von Regenbogenforellen erhebliche Differenzen (vgl. dazu die Ausführungen im Ressort Artenschutz). Wir werden an unserer massvollen und pragmatischen Forderung, dass in Kanälen und Fliessgewässern, in denen der Fortbestand der Bachforellenpopulationen wegen ungünstiger abiotischer Bedingungen (ungenügende Wasserqualität, fehlende Habitate etc.) natürlicherweise nicht mehr gewährleistet ist, unbeirrt festhalten. Wir möchten an dieser Stelle zudem mit Nachdruck in Erinnerung rufen, dass es primär Aufgabe der Behörden und nicht der Fischereiverbände ist, die für Bachforellen ungeeigneten Gewässer zu sanieren.

Im Rahmen der Vernehmlassung zur Änderung der Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung (WZVV) haben wir dem UVEK unsere Befürchtung mitgeteilt, dass durch das Ausscheiden von neuen Schutzgebieten die Bestandesregulierung der Kormorane massiv erschwert werde. Der an sich legitime Schutz der Wasservogelbestände darf unseres Erachtens nicht auf Kosten gefährdeten Fischarten erfolgen. Wir haben sodann die Stellungnahmen der Kantonalverbände, die sich zu diesem Problem geäussert haben, an das UVEK weitergeleitet.

Bekanntlich haben die Delegierten den Ethik-Kodex des SFV in Muttenz einstimmig verabschiedet. Die Kurzfassung "Ethik-Kodex des Fischers in Stichworten" ist mittlerweile in einer Auflage von 65'000 deutschen und 28'000 französischen Exemplaren produziert worden und entwickelt sich zu einem eigentlichen Renner. Sämtliche Fischereiverwalter der deutschen und welschen Schweiz haben sich freundlicherweise bereit erklärt, die Karte im Jahre 2001 an sämtliche Patent- und Pachtkartenbezüger abzugeben. Somit werden nicht nur unsere Mitglieder, sondern auch die nichtorganisierten Fischer erfasst. Ich möchte an dieser Stelle neben unserm Ehrenmitglied Heinz Renz und dem GF auch sämtlichen Aussenstehenden, die zum Gelingen der Aktion beigetragen haben, herzlich danken, so Herrn Dr. Büttiker für die Bereinigung der französischen Fassung, Herrn Dr. Erich Staub für die finanzielle Unterstützung durch das BUWAL sowie sämtlichen kantonalen Fischereiverwaltern für die Verteilung der Karten.

Die EAA (European Anglers Alliance) entwickelt sich recht erfreulich. Nachdem an der letzten Generalversammlung die nationalen Fischereiverbände von Polen und der Tschechei, welche zusammen eine Million Mitglieder repräsentieren, aufgenommen werden konnten, bewirbt sich neu Slowenien um die Aufnahme in unsern europäischen Dachverband. Die Arbeiten für die Einrichtung eines selbständigen Sekretariates werden weitergeführt. So liegt die Zusammenarbeit mit den Verbänden für Jagd- und Wildtiererhaltung in Europa auf der Basis gemeinsamer Sekretariatsräume durchaus im Bereich des Möglichen. Leider konnte dagegen bis heute keine geeignete Kandidatur für einen Generalsekretär oder eine Generalsekretärin der EAA gefunden werden. Die Suche wird fortgesetzt. Nachdem die EU auf dringenden Wunsch der EAA den Kormoran von der Roten Liste der geschützten Vögel gestrichen hat, ist es nun Sache der einzelnen Staaten, die nötigen Massnahmen zum Schutze bedrohter Fischarten zu ergreifen. Obschon in den meisten Mitgliedstaaten eine Bewirtschaftung dieses Prädators vorgenommen wird, lässt der Erfolg immer noch sehr zu wünschen übrig. Es wird deshalb versucht, auf der Ebene der EU neue Impulse für die Regulierung des Kormorans zu erzeugen.

Fischnetz, das nationale Unterfangen, den Fischrückgang in der Schweiz zu untersuchen und geeignete Massnahmen zu definieren, hat im vergangenen Jahr sieben Teilprojekte abgeschlossen. An die dreissig laufende und neue Arbeiten sind zur Zeit hängig. Sie befassen sich u.a. mit der Beeinträchtigung der Fischgesundheit durch stoffliche Belastungen, schlechtem Lebensraum, Kolmation der Kiessohle, dem Mangel an geeigneten Fischnährtieren, der fischereilichen Bewirtschaftung, den fischfressenden Vögeln, der Wassertemperatur sowie den Winterhochwassern. In Anbetracht der denkbaren Schäden dieser Gewässerbelastungen für Tier und Mensch bewegt sich der finanzielle Mitteleinsatz durch Bund, Kantone und Wirtschaft immer noch sehr an der unteren Grenze.

Ich danke all den Fischerinnen und Fischern, welche an unsern Gewässern darüber wachen, dass es Mensch, Tier und Natur wohlergehe. Ein herzliches Dankeschön all den Vereinsmitgliedern, Funktionären und Chargierten, welche durch ihre Arbeit auf allen Ebenen dafür sorgen, dass die Stimmen der Fischerinnen und Fischer in diesem Land gehört werden. All diese Arbeit zu leisten war schliesslich nur möglich, weil Geschäftsleitung und Geschäftsführer ihr Bestes gaben. Habt Dank!

Dr. Kurt Meyer
Zentralpräsident

Botschaft an die welschen Fischerinnen und Fischer

A. Einleitende Bemerkungen
Verschiedentlich haben Mitglieder aus der welschen Schweiz die Frage nach den Zielsetzungen und Aufgaben des SFV aufgeworfen. Wir benützen hiermit die Gelegenheit, Euch eine zusammenfassende Information über dessen Zweck zu geben. Wie Ihr wisst, hat die Delegiertenversammlung am 24. April 1999 in Zürich unter dem Titel "SFV - 2000 plus" einstimmig die Leitideen und Grundsätze für die künftige Verbandspolitik verabschiedet. In der Folge haben die Präsidenten der deutsch- und französischsprachigen Vereine an ihren jeweiligen Konferenzen das Arbeitspapier "Aufgabenteilung innerhalb des SFV" verabschiedet. Diese beiden Dokumente bilden den zentralen Rahmen für die stufengerechte Aufgabenerfüllung, nämlich 

SFV

: auf eidgenössischer, transnationaler und europäischer Ebene

Kantonalverbände

: auf regionaler und kantonaler Ebene

Vereine

: auf kommunaler oder lokaler Ebene.

Diese dreistufige Organisation entspricht genau der Hierarchie unseres Landes (Bund, Kantone und Gemeinden), wo auf jeder Stufe gewählte Bürger die Gesetzgebungs- und Vollzugsgewalt ausüben. Es ist deshalb vordringlich, dass sich der SFV und seine Mitglieder auf allen Ebenen das notwendige Gehör verschaffen können. Da viele Gesetze und Verordnungen, die uns Fischer betreffen, auf Bundesebene entstehen, braucht es einen starken und glaubwürdigen SFV, wenn wir Fischer ernst genommen werden wollen. Der Bund wünscht im Übrigen eine solche Organisation, damit er einen valablen Gesprächspartner hat, den er konsultieren kann, bevor neue Vorschriften oder Richtlinien erlassen werden.B. Arbeiten des SFV zugunsten der KantonalverbändeDie nachstehende Liste vermittelt einen Überblick über die wichtigsten Aktivitäten des SFV in den vergangenen beiden Jahren, wobei einige Aufgaben dauernder Natur sind.

 

  1. Vernehmlassung zur Fischereiverordnung mit den Schwerpunkten lebende Köderfische, Regenbogenforelle, Zander, Kanadische Seeforelle und Bachsaibling.
  2. Vernehmlassung zur Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung.
  3. Vernehmlassung zum Elektrizitätsmarktgesetz.
  4. Vernehmlassung zum Energieabgabenbeschluss.
  5. Mitarbeit im Projekt "Netzwerk Fischrückgang Schweiz" (Fischnetz) unter der Leitung von BUWAL und EAWAG.
  6. Mitarbeit in der EAA (European Anglers Alliance) und in der ArgeFA (Arbeitsgemeinschaft für die Fischerei der Alpenländer.
  7. Mitarbeit in der Arbeitsgruppe EXPO.02; Opposition gegen den übermässigen Einsatz von Katamaranen.
  8. Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Renaturierung des Hochrheins (seit 5 Jahren), u.a. mit dem Ziel, den Geschiebehaushalt dieses grossen Flusses wiederherzustellen.
  9. Mitarbeit in der Arbeitsgruppe "Stauraumspülungen Verbois".
  10. Mitarbeit in der eidgenössischen Arbeitsgruppe "Kormoran und Fische".
  11. Einsprachen und Beschwerden gegen diverse Wasserkraftwerkprojekte: Chancy-Pougny GE, Birsfelden BL, Rheinfelden AG, Albbruck-Dogern AG, Eglisau ZH, Ambauenwehr NW, Rossinière VD.
  12. Annahme des Ethik-Kodex des SFV, Abgabe des Ethik-Kodex des Fischers in Stichworten in Postkartenformat an 65'000 FischerInnen in der deutschen und an 28'000 Personen in der welschen Schweiz, die ein Patent beziehen.
  13. Ausarbeitung einer sozioökonomischen Studie "Angeln in der Schweiz".
  14. Verkauf der Broschüre Guide für die Durchführung von Jungfischerkursen.
  15. Erarbeitung eines Instruktorenleitfadens für die Durchführung von Fliegenfischerkursen in französischer Sprache.
  16. Monatliche Aktualisierung der Homepage des SFV (www.sfv-fsp.ch).
  17. Teilnahme des SFV an der 3. Nationalen Ausstellung "Fischen - Jagen - Schiessen".
  18. Teilnahme an einer Spezialausstellung im Shopping Center Emmen.
  19. Teilnahme an der Messe in Zug.
  20. Teilnahme an der Herbstmesse in Basel.
  21. Juristische Beratung im Rahmen des Budget.

    Folgende Projekte sind in Vorbereitung:

  22. Erarbeitung von Richtlinien für die Sanierung von Wasserentnahmen.
  23. Erarbeitung von Richtlinien für die Behandlung von Kleinwasserkraftwerkprojekten.
  24. Erarbeitung von Sanierungskonzepten für die Wiederherstellung des Geschiebehaushaltes in den grösseren Flüssen zwecks Verbesserung des Lebensraums Gewässersohle.
  25. Erarbeitung eines neuen Informations- und Kommunikationskonzeptes.


C. Aufruf an die Fischerinnen und Fischer
Dem Fischer, der seinem bevorzugten Hobby am Gewässer nachgeht, ist oft nicht bewusst, wie wichtig es ist, dass sich engagierte Kollegen auf schweizerischer Ebene für die Erhaltung und Förderung der Fischerei einsetzen. Entscheide, die auf Bundesebene gefällt werden, schlagen nur zu häufig negativ auf den einzelnen Fischer durch. Ein starker SFV ist in der Lage, sich gegen unmotivierte Einschränkungen zur Wehr zu setzen. Mit einem sehr bescheidenen Budget erzielt der schweizerische Verband beachtliche Resultate und wird bei den Behörden respektiert. Der SFV erbringt diese Leistungen zum Preise von zwei Kaffees (Fr. 7.--), die jedes Mitglied jährlich entrichten muss. Wir möchten bei dieser Gelegenheit jene welschen Kollegen, die noch nicht Mitglied sind, auffordern, sich dem SFV anzuschliessen. Wir sind auf ihre Solidarität angewiesen.

Jean Dessous l'Eglise
und William Reiter

Ressort Artenschutz

Im Verbandsjahr haben sich weiterhin 2 Themen etabliert: Die Kontroverse Bachforelle vs. Regenbogenforelle sowie der Kormoran.

Besatzverbot Regenbogenforelle
Auf das Vernehmlassungsverfahren zum obigen Thema möchte ich nicht mehr näher eintreten. Der SFV hat mit Schreiben vom 16.09.2000 bei Herrn Bundesrat Leuenberger interveniert mit der Bitte, die Argumente und den Lösungsvorschlag des SFV nochmals zu überdenken. Anlässlich der Aussprache mit der Direktion und Vertretern der Sektion Fischerei des BUWAL haben die Vertreter des SFV offen und gradlinig die Probleme der Fischer mit diesem restriktiven Besatzverbot dargelegt und anhand praktischer Beispiele die Forderung nach selektiver Lockerung dokumentiert. Gleichzeitig wurde vereinbart, die Studie von Armin Peter einem unabhängigen Experten zu übergeben, der deren Wissenschaftlichkeit überprüfen soll. Damit soll erreicht werden, dass Artikel 6 des Fischereigesetzes, welcher die Ausnahmebewilligung für den Besatz der Regenbogenforelle regelt, auch in der Praxis angewendet werden kann, denn der SFV lehnt die Schlussfolgerungen des Berichtes Armin Peter nach wie vor ab.
Leider haben unsere Einwände keinen Zugang in den Entscheid zur neuen Verordnung gefunden. In Sachen Köderfische können wir mit der Lösung leben, da die Kantone die Kompetenz erhalten haben, an gewissen Gewässern Sonderregelungen zu erlassen. Bei der Regenbogenforelle hat man nur eine marginale Aenderung vorgenommen und unsere Anliegen wurden ignoriert. Somit leben die betroffenen Fischer unverändert mit forellenlosen Gewässern und die Höhe der von den betroffenen Kantonen vereinnahmten Pachtzinse resp. Patentgebühren lassen sich im Lichte dieser Entwicklung kaum mehr verantworten. Einzelne Fischereiverwalter haben dies erkannt und auch öffentlich dazu Stellung genommen. Anscheinend interessieren diese Argumente das BUWAL nicht, was insofern nicht erstaunt, als diese Behörde in solchen Fällen keine Ausgleichszahlungen an die betroffenen Kantone ausrichten muss. Es sollte aber eigentlich im Interesse des BUWAL sein, dass die Fischer in den Kantonen sich weiterhin für die Hege und Pflege einsetzen und dass die Kantone auch eine gesunde Finanzstruktur in der Fischerei haben. Nur wenn genügend Geld vorhanden ist, kann man die Fischerei im Kanton nachhaltig fördern. Der Anzahl abnehmender Fischereiberechtigungen steht eine stetige Erhöhung der besagten Patent- und Pachtgebühren gegenüber, ein Unterfangen, welches fatal, wenig zielführend und ökonomisch unsinnig ist. Denn über kurz oder lang verleidet dieses Spiel auch den letzten eingefleischten Fischern, auf die sowohl der Kanton wie auch die Fischereivereine angewiesen sind, um die Hege und Pflege aufrecht zu erhalten. Ob das im Sinne dieses traditionellen Kulturgutes ist? Nachdem das BUWAL nicht in der Lage oder willens ist, in der Zwischenzeit und bis zur Klärung der wirklichen Gründe, welche zum Verschwinden der Bachforelle führten, eine akzeptable Lösung zu bieten, trägt dieses Amt zumindest die moralische Verantwortung für das Desaster.

Kormoran
Von verschiedenen Seiten wurde der SFV in diesem Jahr auf die Kormoranproblematik am Seerhein/Untersee aufmerksam gemacht. Dort hat sich in den letzten Jahren auf deutscher Seite eine Brutkolonie aufgebaut, die nebst dem Seerhein auch den Hochrhein gefährdet. Auch die kantonale Stelle bestätigt, dass der Fischbestand im Seerhein katastrophal und sehr einseitig ist, eine Artenvielfalt existiert nicht mehr. Am 30. Oktober 2000 haben sich Delegationen aus der Schweiz und Deutschland (Behörden- sowie Fischerei-vertreter) zu einer Aussprache getroffen. Es wurde vereinbart, dass auf deutscher Seite bei den zuständigen Ministerien interveniert wird und dass man sich im April 2001 wieder zu einer Arbeitssitzung trifft.

Ich danke an dieser Stelle allen FischerInnen, die mich in meiner Arbeit im vergangenen Jahr unterstützt haben. Die Themen "Fischprädation", "Regenbogenforellenbesatz" und "ökotoxikologischer Gewässercocktail" werden uns leider - hoffentlich in verschiedener Ausprägung und Zeitachse - noch viele Jahre beschäftigen. Es bleibt zu hoffen, dass die Einsicht bei vielen Behörden wächst, nicht nur verbieten zu können, sondern auch etwas leisten zu müssen.

Martin Peter

Ressort Ausstellungen und Sponsoring

Im Jahr 2000 waren wir wieder an einigen Veranstaltungen präsent. Mit unserer Wanderausstellung konnten wir viele Besucher begeistern. Vom 24. - 28. Februar wurde zum dritten Mal die Nationale Ausstellung Fischen - Jagen - Schiessen durchgeführt. Diese alle zwei Jahre wiederkehrende Ausstellung war mit 28'041 BesucherInnen wiederum ein voller Erfolg. Dr. Matthias Escher führte 794 Jugendliche durch die Fachausstellung. Der Bernisch Kantonale Fischerei-Verband hat uns personell unterstützt, allen voran Luzi Bergamin. Ich bedanke mich im Namen des SFV bei allen freiwilligen Helfern.

Vom 28.4. - 7.5.2000 waren wir erstmals an der LUGA in Luzern im Einsatz. Der Fischereiverband des Kantons Luzern war gefordert. Die Luzerner Kameraden, allen voran Präsident Josef Kreyenbühl, mussten einen Zeitaufwand von 996 Stunden bewältigen. Für den Aufbau, welcher bereits am Ostermontag stattfand, bedanke ich mich speziell bei Erich Krummenacher. Die EAWAG war mit Dr. Rudolf Müller ebenfalls vertreten. Sein Projekt "Felchenbrut mit lebenden Brütlingen", welche mehrmals am Tage mit Plankton gefüttert wurden, war für die Besucher ein einmaliges Erlebnis. Ebenso das BUWAL-Projekt von Dr. M. Escher "Kläranlagen-Einfluss auf die Bachforellen". An allen Ausstellungen waren die Berufsfischer mit ihrer Eisbeckenschau zugegen. In der Aussen-Ausstellung waren unsere Casting-Freunde im Einsatz. Merci, Peter Hässig. Ein Dank auch an alle Vereinspräsidenten und ihre Helfer.

Nächster Tatort: Schloss A PRO in Seedorf/UR. In der Ausstellung vom 25. Mai bis 24. September 2000 konnten wir mit einigen antiken Geräten aushelfen. Der Autor Ruedi Hauser bedankte sich mit einem Buch aus seiner Feder. Merci!

Am 1. Juli bestand ein Teil unseres Standes in Meilen aus der Fischküche der Berufsfischer. Diesen sei für ihr Engagement gedankt.

Der Fischereiverein Bad Säckingen und Umgebung e.V. führte vom 4. - 6.8.2000 eine Ausstellung durch, an der wir mit dem Basler Projekt "Lachs 2000" präsent waren.

Der Museumsverkauf hat begonnen, einige neue und antike Geräte sind noch zu haben (Tel. 061 601 56 66 / 68).

Ausblick. Schloss Spiez wird vom 9. Juni bis 23. September 2001 eine Fischerei-Ausstellung durchführen. Betreuer ist Hanspeter Güntensperger von der Pachtvereinigung Spiez.

Danksagung. Der Kantonale Fischerei-Verband Basel-Stadt hat wiederum das Ausstellungsmaterial gratis gelagert. Dank der tatkräftigen Unterstützung des BUWAL und der EAWAG sowie unseren treuen Sponsoren waren tolle, kostendeckende Ausstellungen möglich. Allen in irgendeiner Form beteiligten Helfern und Organisationen gilt mein herzlicher Dank.

In eigener wie auch des SFV's Sache. Nachdem nun mein letzter Bericht der Vergangenheit angehört, sind neue Leute gefragt, die dieses Ressort betreuen. Für die Nachfolger gibt es ein Drehbuch über den Ablauf einer Ausstellung. Für Auskünfte stehe ich weiterhin zur Verfügung. Die nationale Fischerei-Ausstellung sollte unbedingt weitergeführt werden. Vielleicht könnte dies der Bernisch Kantonale Fischerei-Verband übernehmen.

Willy Furrer

Ressort Gewässer und Umwelt

Die wichtigsten Projekte von nationaler Bedeutung betreffen zum einen die Arbeiten am Projekt "Netzwerk Fischrückgang Schweiz", das im Bericht des Zentralpräsidenten behandelt wird. Zum andern sind die Aktivitäten zu erwähnen, die wir im Rahmen von Rhein 2020 - Programm zur nachhaltigen Entwicklung des Rheins entfalten.

Unter der Flagge des SFV arbeitete die schweizerisch-deutsche Arbeitsgemeinschaft Renaturierung des Hochrheins als von den Behörden anerkannte NGO konstruktiv und erfolgreich in verschiedenen Arbeitsgruppen (Zeller/Winzeler) bei der Entwicklung des obenerwähnten Programms mit.

Der Begriff "Nachhaltigkeit" umfasst gleichzeitig und gleichwertig ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Ein erster Arbeitsplan beschreibt mögliche Umsetzungsschritte bis 2005. Die erste grobe Kostenschätzung für diesen Planungszeitraum beläuft sich auf etwa 5 Milliarden Euro. Diese Summe bezieht sich insbesondere auf die Umsetzung des Aktionsplans Hochwasser und die ökologische Verbesserung des Gewässersystems Rhein.

Verbesserung des Oekosystems
Der Rhein zeigt noch erhebliche Defizite hinsichtlich der Vielfalt seiner Lebensraumstrukturen. Teilstrecken des ehemals frei fliessenden Rheins und der zahlreichen Nebenflüsse wie Thur, Töss, Aare, Birs, Ergolz und Wiese stellen sich heute als Abfolge von Stauhaltungen dar. Vielfältige Ausbaumassnahmen am Rhein selbst und an fast allen Nebenflüssen haben die hydrologischen und morphologischen Verhältnisse fundamental verändert. Das hat zu einem immensen Verlust an Lebensräumen und an Rheintypischen Tier- und Pflanzenarten geführt. Dieser Entwicklung soll mit der Umsetzung des ökologischen Gesamtkonzeptes gegengesteuert werden.

Ziele
Im "Oekologischen Gesamtkonzept für den Rhein" wurden als Ziele die Wiederherstellung des Hauptstroms als Rückgrat des Oekosystems "Rhein" mit seinen wichtigsten Nebenflüssen, z.B. als Lebensraum für Wanderfische, sowie der Erhalt und Schutz, die Verbesserung und Ausweitung ökologisch wichtiger Bereiche am Rhein und im Rheintal als Lebensraum der dort heimischen Tier- und Pflanzenwelt definiert.

Massnahmen am Hochrhein
Nicht zuletzt dank des Supports von Alsace Nature, NABU, WWF-Auen-Institut und Rhein-Kolleg konnten wir folgende Massnahmen zur Verbesserung des Ökosystems einbringen:

  • Oekologische Durchgängigkeit (Auf- und Abwärtswanderung) des Rheins vom Bodensee bis zur Nordsee sowie der im Wanderfischprogramm enthaltenen Nebenflüsse, z.B. durch Umgehungsgewässer oder Migrationshilfen (Fischpässe u.a.).
  • Erhöhung und Anpassung der Wasserführung im Restrhein (Kembs-Breisach) und in Ausleitungsstrecken.
  • Erhalt der freifliessenden Streckenabschnitte des Rheins.
  • Realisierung der 12 Renaturierungsprojekte am Hochrhein.
  • Schutz zugehöriger intakter Laichplätze und Jungfischhabitate sowie Revitalisierung geeigneter Fischlebensräume im Hauptstrom.
  • Entwicklung naturnaher Flussbettstrukturen durch Zulassen bzw. Förderung der Eigendynamik der Gewässersohle an geeigneten Rheinabschnitten und Belassen von Kiesablagerungen ausserhalb der Fahrrinne und/oder Ergreifen von Massnahmen zur Verbesserung des Geschiebetriebs.

Erste Früchte konnten wir kürzlich im Bereich des Geschiebehaushaltes ernten. Anlässlich unserer 1. Hochrhein Fachtagung 1996 in Basel hatten wir bekanntlich die Wiederherstellung des Geschiebetriebes durch alle 11 Staustufen hindurch gefordert, um die Gewässersohle als zentraler Lebensraum eines jeden Fliessgewässers aufwerten zu können. Die von Schälchli, Abegg + Hunzinger sowie der Uni Karlsruhe erstellte Studie zeigt, dass ein Geschiebetransport durch die 11 Wehre hindurch grundsätzlich möglich ist (unsere Kieslaicher wird es freuen). Es ist nun zu hoffen, dass sich die Kraftwerkbetreiber bei der Umsetzung und Koordination dieser Massnahmen von ihrer besten Seite zeigen werden.Es wird unsere künftige Aufgabe sein, die Erfahrungen, die wir mit diesem zeitaufwendigen Pionierprojekt gesammelt haben, auch für andere Flusssysteme (Aare, Rhone, Inn) fruchtbar zu machen. Im Konzessionserneuerungsverfahren für das Rhonekraftwerk Chancy-Pougny, an dem unser Verband beteiligt ist, bietet sich hierzu eine erste Gelegenheit.Abschliessend möchte ich all jenen danken, die sich für unsere Gewässer-Anliegen stark gemacht und mitgeholfen haben, dass wir jetzt die ersten Früchte unserer Bemühungen ernten können. Ich hoffe, die fruchtbare Zusammenarbeit auch im neuen Jahr weiterführen zu dürfen.

Urs Zeller

Ressort Aus- und Weiterbildung

Die Auflage März 1998 der Jungfischerbroschüre "Guide" im Umfange von 25'000 Exemplaren (deutsch/französisch) war im Dezember 2000 vollständig ausverkauft. Der Nachdruck, wie bei der Erstauflage in Zusammenarbeit mit Petri-Heil und FISHCO, kann seit Januar 2001 wieder geliefert werden. Die Ausgabe deutsch/italienisch ist nach wie vor am Lager. Der "Guide" hat sich damit zu einem eigentlichen Bestseller entwickelt und dient vor allem zur Abgabe an die Jugendlichen anlässlich von Jungfischerkursen.

Der Fliegenfischerkurs des SFV konnte auch in diesem Jahr erfolgreich durchgeführt werden. 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten über die Auffahrtstage vom 1. bis 4. Juni lehrreiche Tage in Alt St. Johann an der schönen Thur. Trotz der intensiven Schulung kam die Kameradschaft nicht zu kurz. Herzlichen Dank an den Kursleiter Peter Fischer und sein Instruktorenteam!

Ruedi Hauser

SFV-Shop

Das erneuerte Sortiment, das an der letzten Delegiertenversammlung in Muttenz zum Verkauf kam, ist bei den Fischerinnen und Fischern auf ein gutes Echo gestossen. Der Umsatz und der Ertrag konnten gesteigert werden. Ich verweise auf die Jahresrechnung. Erstmals wurde ein farbiger Prospekt als Werbemittel eingesetzt. Seit der SFV-Shop auch im Internet präsent ist, kommt ungefähr jede dritte Bestellung per E-Mail herein.

Auf Beschluss des Zentralvorstandes ist in der tschechischen Republik eine künstlerisch gestaltete Glasskulptur "Forelle" in Auftrag gegeben worden. Diese eignet sich als Geschenk für Ehrungen aller Art oder als Sammelobjekt. Sie soll rechtzeitig zur DV 2001 in den Verkauf kommen.

Der SFV-Shop hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1994 zu einer willkommenen Einnahmequelle des Verbandes entwickelt. Den Vereinen und Verbänden, unserer Kundschaft, sei hiermit der beste Dank ausgesprochen. Das Budget 2001 rechnet mit keinem Reinertrag. Der Grund dafür ist der Nachdruck von 30'000 Jungfischerbroschüren und der Einkauf der Glasfische in Tschechien, Posten, die nicht aktiviert werden, aber in den nächsten Jahren wieder ansehnliche Gewinne versprechen.

Ruedi Hauser

Ressort Information und PR

1 Pressedienst
Der Pressedienst SFV publizierte im Berichtsjahr insgesamt drei Medienmitteilungen über aktuelle Fragen. Sie beinhalteten folgende Themen: Forderung einer internationalen Donauschutzkommission (18.3.2000), DV SFV (6.5.2000) und Untersuchung über die Wirksamkeit von Fischtreppen (22.5.2000). Die Communiqués wurden jeweils den beiden in der Schweiz tätigen Nachrichtenagenturen Schweiz. Depeschenagentur SDA und Associated Press AP sowie einzelnen ausgewählten Tageszeitungen übermittelt. Ausserdem wurden sie im Internet publiziert.

Die Homepage des SFV (www.sfv-fsp.ch) wurde in der Regel monatlich, im Bedarfsfall auch in kürzeren Abständen, aktualisiert. Die im Magazin "Petri-Heil" platzierten Verbandseiten bilden ein Hauptelement der Website-Inhalte. Daneben wurden auch Stellungnahmen, Vernehmlassungsantworten und weitere Dokumente von allgemeinem Interesse zum Teil im Wortlaut aufgeschaltet. Leider sind immer noch nicht alle Kantonalverbände mit eigenen Homepages im Internet präsent. Anderseits gibt es immer mehr Vereine, die sich mit eigenen Auftritten präsentieren. Da das Internet zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist ein Ausbau dieses Angebots am Platz.

Ende Jahr schuf unsere Partnerfirma Zulauf Internet Communication (zic) die technischen Voraussetzungen für die direkte Aktualisierung der Internetseiten durch den Ressortverantwortlichen und den Geschäftsführer. Dies wird zu einer Vereinfachung der Abläufe und mittelfristig auch zu einem finanziellen Minderaufwand führen. Angesichts der beschränkten personellen und finanziellen Ressourcen wird sich der Internetauftritt des SFV auch in Zukunft in relativ bescheidendem Rahmen halten. Hingegen ist ein Ausbau der französischsprachigen Inhalte von erster Dringlichkeit.

2 Schweizerische Fischerei-Zeitung / Petri-Heil
Der Titel "Schweizerische Fischerei-Zeitung - fischerei" als offizielles Publikationsorgan des SFV erschien in seinem 108. Jahrgang. Er bildet weiterhin einen integrierenden Bestandteil des Fachmagazins "Petri-Heil" im Rahmen des Ende 2001 ablaufenden Vertrags. In insgesamt elf Ausgaben wurden 23 Seiten mit Verbandnews (inkl. Anzeigen des "SFV-Shops") publiziert. Daneben wurden insgesamt rund drei Magazinseiten mit verbandsrelevanten Informationen im allgemeinen Teil von "Petri-Heil" veröffentlicht.

Die Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Redaktoren des Fachmagazins, Hansjörg Dietiker und Daniel Luther, wickelte sich im bewährten guten und kollegialen Rahmen ab. Die Redaktion ist stets bestrebt, den Anliegen und Wünschen des SFV und seiner Mitglieder im Rahmen der sich bietenden Möglichkeiten Rechnung zu tragen. Ihr gebührt dafür der Dank sowohl des Dachverbands als auch der Kantonalverbände und der Vereine.

Wesentlich vereinfacht und auch verbessert werden konnte die Zusammenarbeit mit der Druckvorstufe. Die Datenübertragung via Internet (mit Ausnahme der Bilder) hat sich etabliert und bewährt sich bestens.

3 Interne Information
Angesichts des auslaufenden Vertrags mit dem vip media Verlag (Scherzingen) erarbeitete eine Arbeitsgruppe der Geschäftsleitung die Grundzüge eines Konzepts für ein verbandsinternes Informationsbulletin. Diese Konzeptarbeiten werden in der ersten Jahreshälfte 2001 zum Abschluss gebracht.

Die Verbands- und Vereinsorgane der SFV-Mitglieder wurden - so weit die Adressen bekannt sind - mit den Medienmitteilungen des SFV bedient. Der Abdruckerfolg hielt sich leider erneut in engen Grenzen. Verschiedene Redaktoren benützen allerdings das SFV-Internetangebot zur Alimentierung der von ihnen betreuten Organe. Die im Internet publizierten SFZ-Inhalte stehen, wie alle übrigen Informationen auch, zur freien Verfügung der Vereinsredaktoren.

Hans-Ulrich Büschi

Aktions- und Kampffonds Fisch 2000

Anfangs September wurden vom Sekretariat rund 39'000 Flyer samt Einzahlungsscheinen an sämtliche Vereinspräsidenten versandt mit der Bitte, diese an ihre Mitglieder weiterleiten zu wollen. Zweck der Aktion war es, unsern neuen Aktions- und Kampffonds "FISCH 2000" zu äufnen. Bis Ende 2000 haben 21 Vereine insgesamt 6'350 Franken überwiesen. 367 Einzelpersonen haben ca. 13'540 Franken einbezahlt. Per 12.3.2001 betrug der Stand des Postkontos rund 28'000 Franken.

Tobias Winzeler

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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