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Jahresbericht 1998 des Zentralpräsidenten

1 Aktivitäten innerhalb des Verbandes
Die Geschäftsleitung behandelte im vergangenen Jahr an vier ordentlichen Sitzungung rund 82 Traktanden und befasste sich nebenbei mit zahlreichen weiteren Unterlagen, die im Sekretariat eingegangen und verarbeitet worden sind. Verschiedene Beschlüsse mussten auf dem Zirkularwege gefasst werden. Im November führte die Geschäftsleitung sodann eine zweitägige Klausurtagung durch, an der grundsätzliche Verbandsprobleme beraten wurden. Zu denken gibt in diesem Zusammenhang der besorgniserregende Mitgliederschwund; so hat der SFV seit 1994 rund 3'000 Mitglieder verloren. Dies ist neben einer gewissen Überalterung mancher Vereine sicher zu einem grossen Teil auf den Rückgang der Fangerträge in unsern Fliessgewässern zurückzuführen, die je länger je mehr durch neue Schadstoffe, die in den Kläranlagen offenbar nicht abgebaut werden können, belastet werden. Obwohl mit der Zahl der Mitglieder auch die Einkünfte des Verbandes zurückgehen, sehen sich Geschäftsleitung und Sekretariat ständig mit neuen Aufgaben konfrontiert. An ihrer nächsten Versammlung werden die Delegierten nicht darum herumkommen, über die künftige Aufgabenteilung zwischen Dachverband und Kantonalverbänden zu diskutieren und Massnahmen gegen die sich öffnende Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben bzw. Anforderungen an den SFV zu beschliessen. Geschäftsleitung und Zentralvorstand sind daran, die erforderlichen Entscheidungsgrundlagen vorzubereiten. Die Verbände und Sektionen werden überdies anfangs 1999 in einem Rundbrief vororientiert werden. Der Zentralvorstand trat in diesem Jahr zu drei Sitzungen zusammen. Anstelle der sonst üblichen vierten Sitzung wurde am 31. Januar die Präsidentenkonferenz für die welschen Vereine in Aigle durchgeführt, die im Gegensatz zur Konferenz der deutschschweizerischen Präsidenten auf reges Interesse gestossen ist. Für die erwiesene Gastfreundschaft und die vorzügliche Organisation möchte ich dem waadtländischen Kantonalpräsidenten, Ernest Regard, an dieser Stelle herzlich danken.

2 Beziehungen nach aussen
Die European Anglers Alliance (EAA), die zur Zeit Anglerverbände aus 15 Nationen mit insgesamt 4,5 Mio. Mitgliedern umfasst, wird von der EU demnächst offiziell als NGO (Non Governmental Organization) anerkannt werden. Die EAA hat den in Aussicht gestellten Bericht "Situation des Kormorans in Europa" kürzlich publiziert. Das Sekretariat kann interessierten Mitgliedern einzelne Berichte abgeben. Kurz vor dem Abschluss steht sodann die Umfrage über die sozioökonomische Bedeutung der Fischerei, die der SFV im Auftrage und mit finanzieller Unterstützung der EAA sowie des BUWAL als Pilotprojekt durchgeführt hat. Wichtige Problembereiche der EAA bilden weiterhin die Schädigung der Gewässer durch den sauren Regen sowie die Übernutzung der Meere. Als Vorsitzender der zentraleuropäischen Gruppe habe ich versucht, die grossen Fischereiverbände von Polen und Tschechien als Mitglieder der EAA zu gewinnen. Angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage, in der sich diese Länder zur Zeit noch befinden, werden die vergleichsweise hablichen westeuropäischen Verbände den schlechter gestellten Organisationen in den ehemaligen Ostblockstaaten durch eine angemessene Reduktion des Mitgliederbeitrages während zwei bis drei Jahren entgegegenkommen müssen. Die Arbeitsgemeinschaft für die Fischerei der Alpenländer (ArgeFA), die zweimal unter dem Vorsitz unseres Ehrenmitgliedes Hans Hirschi tagte, musste sich auch in diesem Jahr mit dem leidigen Kormoran- und Regenbogenforellenproblem herumschlagen. An der kommenden Frühjahrestagung, die an der AQUA-FISCH in Friedrichshafen durchgeführt wird, sollen neue Schwerpunkte im Bereich der Gewässerrenaturierung gesetzt werden. Über die Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft Renaturierung des Hochrheins wird im Ressort "Gewässer und Umwelt" näher informiert werden.

3 Geschäfte von gesamtschweizerischer Bedeutung
Dem SFV wurde auch im vergangenen Jahr die Gelegenheit gegeben, zu einigen für uns wichtigen Vorhaben der Bundesverwaltung im Bereich der Rechtsetzung Stellung zu nehmen. In unserer Vernehmlassung zum Elektrizitätsmarktgesetz haben wir uns mit Entschiedenheit dagegen ausgesprochen, jenen Kraftwerksgesellschaften, die ihre Monopolistenstellung bis zum Äussersten ausgereizt haben, Entschädigungszahlungen für Investitionsruinen (z.B. die KW Ilanz und Pradella-Martina) auszurichten, die sie unter Missachtung neuerer ökologischer Erkenntnisse und unter Verletzung elementarer ökonomischer Grundsätze trotz unserer Warnungen durch alle Instanzen hindurchgeboxt haben.
In unserer Vernehmlassung zum sogenannten Energieabgabenbeschluss haben wir sämtliche Massnahmen für einen weiteren Ausbau der Wasserkraft abgelehnt, soweit sie zu einer zusätzlichen Belastung der Gewässerökosysteme führen können. Eine erhebliche Gefahr geht dabei vor allem von den rund 6'000 Kleinwasserkraftwerken bis zu einer Leistung von 300 kW aus, die seit 1914 aus Rentabilitätsgründen stillgelegt werden mussten. Diese Kleinanlagen, die von gewissen interessierten Kreisen unter dem Deckmantel der umweltfreundlichen Energieerzeugung - small is beautiful - zum Teil sogar mit Hilfe öffentlicher Mittel propagiert werden, sind nicht nur aus ökologischer Sicht höchst bedenklich, sie produzieren zudem in der Regel selbst dann völlig unwirtschaftlich, wenn auf Restwasserauflagen verzichtet wird. Der SFV hat sodann verlangt, dass ein Teil der Energieabgaben für die Sanierung von Restwasserstrecken und die Renaturierung von sonstwie beeinträchtigten Gewässerabschnitten verwendet werden muss. Da es hierbei um Hunderte von Millionen Franken gehen kann, wird der SFV am Ball bleiben.
Im Verfahren um die Expo.01 können der SFV, die AQUA VIVA sowie die andern beteiligten Umweltschutzorganisationen einen schönen Erfolg verbuchen. Die Expo-Leitung, die ursprünglich 20 Gross-Katamarane zum Einsatz bringen wollte, hat ihre Vorstellungen den Realitäten angepasst und wird nur noch zwei dieser IRIS-Schnellboote betreiben, und zwar nur noch auf der Strecke Neuenburg - Yverdon. Der übrige interne Schiffsverkehr soll mit Hilfe von einigen kleineren Katamaranen sowie mit Schiffen der bestehenden Gesellschaften bewältigt werden.
Noch nicht verabschiedet werden konnte unser Ethik-Kodex. Leider haben sich bis heute erst acht Kantonalverbände zum Entwurf, den wir in die Vernehmlassung gegeben haben, geäussert. Wir werden dieses Geschäft, dessen Aktualität auch in den benachbarten Landesverbänden immer mehr erkannt wird, jedoch weiterverfolgen. An den nächsten Präsidentenkonferenzen, die am 2. Oktober 1999 in Lausanne (welsche Vereine) bzw. am 30. Oktober 1999 in Chur (Vereine der deutschen Schweiz) stattfinden werden, soll u.a. auch der Kodex zur Diskussion gestellt werden.
Abschliessend möchte ich sämtlichen chargierten Fischerinnen und Fischern für die grosse Arbeit danken, die Sie auch im vergangenen Jahr im Interesse unserer Sache geleistet haben. Besonders danken möchte ich meinen Kollegen in der Geschäftsleitung und im Zentralvorstand sowie dem Geschäftsführer, die mich stets tatkräftig unterstützt haben. Ich hoffe, auch im folgenden Fischerjahr auf Euch zählen zu können.

Dr. Kurt Meyer

Ressort Artenschutz

1 Kormoran
In diesem Jahr ist die Vereinbarung "Synthesebericht" abgelaufen. An der gemeinsamen Sitzung der Arbeitsgruppe unter der Führung des BUWAL wurde der Bericht insgesamt und die Wirkungen im besonderen eingehend diskutiert. Gleichzeitig hat man auch eine Bestandesaufnahme der einzelnen angeordneten Untersuchungen gemacht. Grundsätzlich darf festgehalten werden, dass eigentlich alle Beteiligten mit dem Bericht und den daraus erwachsenen Wirkungen zufrieden sind. Die erhoffte Lenkwirkung zwischen den "Nichteingriffsgebieten" und den "Eingriffsgebieten" scheint auch in der Praxis zu funktionieren. Auch gab es keine gravierenden Störversuche seitens der Fischer und Vogelschützer. Das leidige Thema ist nach wie vor das vollkommene Abseitsstehen des Kantons Aargau, der bis dato noch keine einzige Massnahme aus dem Synthesebericht umgesetzt hat. Auch die realisierten oder projektierten Revitalisierungsmassnahmen in diesem Kanton haben der Kontroverse gefährdete Fischarten/Kormoran nichts genützt. Auch wenn diese Bemühungen vorbehaltslos unterstützt werden, so darf man gezielte Aktionen gegen Kormoraneinflüge in Gewässer mit gefährdeten Fischarten nicht ignorieren.
Die Arbeitsgruppe ist zum Schluss gekommen, die Geltungsdauer des Syntheseberichtes um 2 weitere Jahre zu verlängern und dannzumal eine neue Standortbestimmung durchzuführen. Dieser Beschluss ist einstimmig gefasst worden, nachdem weder von den Fischern noch aus Kreisen des Natur- und Vogelschutzes Aenderungsanträge eingegangen sind.

2 Regenbogenforelle
Dieses Thema hat den SFV und die lokalen Fischereivereinigungen dieses Jahr auf Trab gehalten. Mit der Veröffentlichung der Arbeit "Untersuchungen zur Konkurrenz zwischen Bachforelle und Regenbogenforelle im Einzugsgebiet des Bodensees" von Dr. Armin Peter ist dieses Thema äusserst brisant geworden. Nach eingehenden Diskussionen mit den lokalen Fischereiverantwortlichen, weiteren Fischereiexponenten sowie mit dem Autor der EAWAG-Studie hat sich der SFV entschlossen, eine eigene Schlussfolgerung zum gesagten Bericht unter dem Titel "Marginale Bedeutung des Konkurrenzdruckes von Regenbogenforellen auf Bachforellen" zu verfassen. Unser Geschäftsführer hat in akribischer Kleinarbeit den Bericht von Dr. Armin Peter analysiert und die aufgestellen Hypothesen A und B diskutiert und miteinander verglichen.Stark zusammengefasst vertritt der SFV folgende Meinung:

  1. Regenbogenforellen können aufgrund ihrer artspezifischen Verhaltensweisen die Bachforellen nicht nachhaltig konkurrenzieren. Aufgrund der vorliegenden Daten kann davon ausgegangen werden, dass das Wanderverhalten ausserhalb der Laichzeit kaum eine massgebliche Rolle spielt. Im Bereich der Laichwanderung lassen sich aus der Studie keine brauchbaren Schlussfolgerungen ziehen, da sich die Untersuchungen im wesentlichen auf die Regenbogenforelle beschränken und über das Verhalten der Bachforelle nur rudimentäre Angaben vorliegen.
  2. Die negative Entwicklung der Fangzahlen und der Population lässt sich nur mit der fortlaufenden Verschlechterung der abiotischen Randbedingungen erklären. Beachtenswert ist die Tatsache, dass die Bachforelle während der letzten Jahre von den ebenfalls massiven Bestandesreduktionen der Regenbogenforelle in diesen Gewässern nicht profitiert hat. Diese Tatsache lässt darauf schliessen, dass die Konkurrenzierung der Bachforelle durch die Regenbogenforelle eben keine massgebende Rolle spielen kann.
  3. Abgesehen von punktuellen lokalen Renaturierungsmassnahmen, die sich innert nützlicher Frist realisieren lassen, sind grossflächige Revitalisierungen eher langfristige Projekte. Zeitaufwendig ist auch die Ausscheidung von Freihalte- und Pufferzonen entlang des Binnenkanals, die die Voraussetzung für eine Aufweitung dieser Gewässer oder für eine mäandrierende Linienführung bilden.
  4. Ein Hauptproblem liegt darin, dass die Stoffe, die die beobachteten Schädigungen der Fische verursachen, zur Zeit noch gar nicht bekannt sind. Unter diesen Voraussetzungen ist eine Uebergangslösung mehr als nur angezeigt.
  5. Die übergangsweise Bewirtschaftung der Binnenkanäle mit Regenbogenforellen lässt sich aus der Sicht des Artenschutzes vertreten.
  6. Der SFV schlägt folgende Bewirtschaftungsmassnahmen vor:
    In renaturierten Gewässerabschnitten, die geeignete Habitate und eine ausreichende Wasserqualität aufweisen, ist ein Bestand an Bachforellen aus geeigneten Stämmen aufzubauen.
    In jenen Gewässern, die noch nicht renaturiert sind oder in denen diese Art wegen der ungünstigen abiotischen Bedingungen zur Zeit nicht überleben könnte, ist auf den Einsatz von Bachforellen zu verzichten. An deren Stelle hat im Sinne einer Uebergangslösung eine Bewirtschaftung mit Regenbogenforellen zu treten.
    In jenen renaturierten Gewässerabschnitten, die ihren Lebensraumansprüchen weiterhin nicht gerecht werden, ist auf Einsätze mit Bachforellen definitiv zu verzichten, und es ist die Entwicklung standortgerechter Biozönosen abzuwarten. Sollte auch die Bewirtschaftung mit Cypriniden aus hydraulischen oder anderen Gründen unmöglich sein, so kann auf Regenbogenforellen ausgewichen werden.

Das Gesuch um Erteilung einer Ausnahmebewilligung für den Einsatz von Regenbogenforellen, das der Fischereiverband des Kantons St. Gallen im Namen der lokalen Fischereivereine bei den zuständigen Behörden eingereicht hat, wird zur Zeit noch geprüft.

All den Fischerkollegen, die mich in diesem Jahr unterstützt haben, möchte ich ganz herzlich danken und die Fischer im allgemeinen aufmuntern, sich proaktiv an Problemlösungen zu beteiligen.

Martin Peter

Ressort Gewässer und Umwelt

In verschiedenen Fliessgewässern der Schweiz nehmen die Fischbestände weiterhin ab. Das BUWAL liess durch Dr. Matthias Escher bei 41 verschiedenen Kläranlagen in 15 Kantonen die Einflüsse von Einleitungen auf die Fischbestände untersuchen. Durch Abfischungen wurden ober- und unterhalb von ARA-Einleitungen Bestandeserhebungen durchgeführt, ebenso wurden durch "early- life" Tests in Laichboxen grüne Bachforelleneier im Gewässer auf deren Ueberlebensraten untersucht. Die Untersuchungen wurden Ende 98 abgeschlossen, der Bericht mit den Resultaten soll in diesem Frühling durch das BUWAL veröffentlicht werden.

Auf Ende Jahr wurde neu eine Nationale Task Force Fischschädigungen und Fischrückgang ins Leben gerufen, in die auch die Fischer eingebunden werden sollen. Das Organigramm dieser Task Force sieht neben einem (politischen) Lenkungsausschuss, in dem auch dem SFV ein Sitz eingeräumt werden soll, eine Projektleitung vor, die sich aus Fachleuten von Bund, Kantonen und chemischer Industrie zusammensetzt. Das Mitspracherecht von Fischereifachstellen, Gewässerschutzämtern, Fischereivereinen usw. soll durch die Schaffung einer (technischen) Begleitgruppe sichergestellt werden. Mit der Bildung dieser Task Force hoffen wir, nähere Aufschlüsse über den "Schadstoff-Cocktail" in unsern Gewässern zu erhalten, der eventuell für den Fischrückgang verantwortlich ist. Schnelle Resultate sind allerdings nicht zu erwarten, weil die Fragestellungen sehr komplex sind.
In der gleichen Sache hat sich die EAWAG erfolgreich um die Durchführung eines öffentlich ausgeschriebenen Untersuchungsprojektes der EU beworben, das sich mit den im Wasser vorkommenden hormonell wirksamen Substanzen, z.B. Oestrogen und andere endokrine Stoffe befasst. Aus diesem EU-Projekt erhält die EAWAG insgesamt 800'000 Franken (verteilt auf 3 Jahre).
Seit ihrer Gründung im Jahre 1995 wächst der Mitgliederbestand der AG Renaturierung des Hochrheins auch auf Deutscher Seite des Rheins. Der Ausschuss behandelte in 6 ordentlichen Sitzungen zahlreiche Geschäfte. Am 7.7.98 wurde in Colmar an der 64. Plenarsitzung der Int. Kommission zum Schutze des Rheins (IKSR) unsere AG offiziell als nichtstaatliche Organisation mit Beobachterstatus aufgenommen. Unser langjähriger Einsatz für die Wiederherstellung des stark gestörten Geschiebehaushaltes am Hochrhein beginnt allmählich Wirkung zu zeigen. Das BUWAL erarbeitet zur Zeit eine Vorstudie, die als Basis für eine grossräumige Geschiebe-Untersuchung zwischen Bodensee und Basel dienen soll (Sommer 99 Projektausschrieb, folgendes Jahr Ausführung). Somit steigen die Chancen für die längst fällige Verbesserung des Lebensraumes Gewässersohle.
Weiterhin harzig verlaufen hingegen die Verhandlungen mit den Hochrheinkraftwerken Birsfelden, Albbruck-Dogern, Ryburg-Schwörstadt und Eglisau. Diese spielen ihre Machtposition aus und weigern sich, freiwillig Hand zu einer ökologischen Sanierung ihrer Altanlagen zu bieten, obwohl sie trotz der Liberalisierung im europäischen Strommarkt immer noch erhebliche Gewinne generieren, aus denen sie ohne weiteres Mittel für ökologische und landschaftliche Verbesserungsmassnahmen abzweigen könnten. Damit die gesetzlichen Pflichten erfüllt werden, sind wir gezwungen, notfalls bis vor Bundesgericht zu gehen (z.B. KW Birsfelden und Eglisau). Es bleibt zu hoffen, dass die Behörden vor Erteilung weiterer Konzessionen noch einen Blick in unsere Verwaltungsbeschwerden werfen und die erforderlichen Korrekturen anbringen.

Urs Zeller

Ressort Aus- und Weiterbildung

Jungfischerkurse gehören bei vielen Vereinenzum zum festen Jahresprogramm. Über 5'500 Exemplare unserer Jungfischerbroschüre "Guide", zweisprachig deutsch und französisch, wurden bezogen. Wir hoffen, demnächst eine Ausgabe deutsch/italienisch zur Verfügung stellen zu können. Unsere Instruktoren-Ordner sind wertvolle Ausbildungshilfen. Die Firma FISHCO AG, Fischereiartikelgrossist, unterstützte 16 Vereine, die total 466 Jugendliche ausbildeten, mit Waren im Wert von mehr als 12'000 Franken. Herzlichen Dank!
Der Fliegenfischerkurs des SFV in Alt St. Johann an der Thur fand mit einer Beteiligung von 12 Personen vom 21. - 24. Mai statt. Die Vorbereitungen für die Ausbildung von Fliegenfischer-Instruktoren sind soweit gediehen, dass 1999 die ersten Brevetierungen nach dem neuen Reglement zu erwarten sind. In der welschen Schweiz hat sich der Club Sportif Mouche Vaud anerboten, Kurse mit dem gleichen hohen Niveau durchzuführen und ebenfalls die Brevetierung von Instruktoren anzustreben. Die intensiven Kontakte und die Abgabe der gesamten Kursunterlagen zur Übersetzung und Verwendung sollten 1999 erstmals Früchte tragen. Unserem Kursleiter, Peter Fischer, wird für sein unermüdliches Engagement der beste Dank ausgesprochen.

Ruedi Hauser

Blick ins Welschland

Was die fischereiliche Situation der Flüsse im Mittelland betrifft, folgen und gleichen sich die Jahre. Die vielen Wasserentnahmen aus den Grundwasservorkommen reduzieren die Überläufe, die die kleinen Bäche des Mittellandes und des Jurasüdfusses speisen, zu einem Rinnsal, sofern sie nicht sogar geradezu abtrocknen. Wenn sich zusätzlich eine niederschlagsarme Periode einstellt, wie wir sie im letzten August festgestellt haben, so wird der Fischbestand unweigerlich gefährdet. Viele Fische sterben, wenn man nicht rechtzeitig Massnahmen ergreift. Für viele Flussläufe des Mittellandes und des genferischen Grenzgebietes wurde es notwendig, die Forellen elektrisch abzufischen, um diese dann in andere, besser dotierte Flüsse umzusiedeln. Die oben geschilderte Situation ist an sich nicht neu, was aber heute speziell auffällt ist die Tatsache, dass immer mehr Flussläufe von dieser Entwicklung betroffen sind. Die mannigfachen Trinkwasserentnahmen, die aus den unterirdischen Wasserbecken getätigt werden, entziehen indirekt derart viel Wasser aus den Fliessgewässern, dass diese nicht mehr in der Lage sind, das eingeleitete Abwasser ausreichend zu verdünnen. Wenn dann noch eine wachsende Undurchlässigkeit der Böden dazukommt, sind die Bedingungen für ein Austrocknen der Flussläufe erfüllt. Die Fischereivereine bemühen sich, die Allgemeinheit davon zu überzeugen, dass es absolut notwendig wird, die Entnahmen aus dem Grundwasser einzustellen und dieselben durch Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern (Genfersee, Neuenburgersee) zu ersetzen, auch wenn dies den Bau von grösseren Wasserleitungen bedingt.

Die fischereiliche Situation in den voralpinen und alpinen Wasserläufen ist hingegen besser. Der heimische Fischbestand hält sich und die Anstrengungen, die für die Qualität der Jungfische aufgewendet werden, zeigt Resultate. Diese Jungfische stammen in der Regel von Wildtieren aus dem entsprechenden Einzugsgebiete und wachsen in einem natürlichen Milieu auf.

Auch in diesem Jahr war die Lage im Genfersee für die Sport- und Berufsfischer speziell günstig, obwohl einige Mühe bekunden, diese Tatsache anzuerkennen. Die bei Sportfischern beliebteste Spezies ist zweifellos der Seesaibling. Es wurden sehr viele davon gefangen, und einige Fischer hatten die erlaubte Tagesquote jeweils bereits am Mittag erreicht. Diese erfreuliche Situation ist das Resultat von gezieltem Einsetzen über mehrere Jahre hinweg, und dies sollte, so hoffen wir, aufrechterhalten bleiben.

Was die Seeforelle betrifft, ist ihre Lage nicht so gut, obwohl sich ein leichter Anstieg der Fänge abzuzeichnen scheint. Die unternommenen Renaturierungsarbeiten, hauptsächlich am "Boiron" (Zufluss des Genfersees), sollten ihre Früchte tragen, können doch die adulten Tiere ihre Laichplätze nun wieder ungehindert aufsuchen. Leider verbringt diese Art einen Teil des Jahres nahe an der Wasseroberfläche, und zwar zur Zeit, in der die Kormorane an unsern Flüssen und Seen überwintern. So werden viele Seeforellen zur Beute dieser Vögel. Auch für die Egli-Liebhaber war es ein Leichtes, ihre tägliche Fangquote zu erreichen; der schöne, zebragestreifte Fisch war bis zum Jahresende regelmässig reichlich zur Stelle.

Im Neuenburgersee bleibt der Hecht die von den Sportfischern bevorzugte Spezies, aber auch die Seeforellen-Fänge nehmen wieder zu. Dies ist von Bedeutung, da wieder viele Forellen in den Zuflüssen aufgestiegen sind, hauptsächlich in der Zihl bis nach Orbe, und dies während des Hochwassers vom letzten Herbst.

Jean Dessous l'Eglise
und William Reiter

Ressort Ausstellungen und Sponsoring

Die beiden Ressorts, die aus betriebstechnischen Gründen zusammengelegt wurden, zeichneten für eine grosse Zahl von Ausstellungen und sonstige Aktivitäten verantwortlich.

1 Ausstellungen
An der 3. Nationalen Ausstellung Fischen - Jagen - Schiessen vom 19. - 23. Februar 1998 ist vor allem das Jugendprogramm "Entwicklung eines Fisches" bei den SchülerInnen wie auch bei vielen Erwachsenen sehr gut angekommen. Neben zahlreichen Schulklassen waren auch 30 Kursleiter aus Deutschland bei uns zu Gast. Unserem Referenten, Hansruedi Kernen von der PV Thun, welcher die Besucher durch das Programm geführt hat, möchte ich hiermit für seine Leistung herzlich danken. Der Bernisch Kantonale Fischerei-Verband stellte zum dritten Mal seine Mitglieder für die Standbetreuung zur Verfügung. Es waren rund 643 Arbeitsstunden zu leisten. Danken möchte ich auch dem Schweiz. Berufsfischerverband für die Fische auf Eis, sowie den Basler Fliegenbindern, die durch B. Kernen verstärkt wurden. Dank und Anerkennung gebühren auch der Leitung und dem Personal der BEA für ihre hervorragende Arbeit.
Dank der initiativen Leitung des Emmen-Centers konnte ich vom 24. April bis 20. Mai die Sonderschau Shopping Center Emmen durchführen. Unser SFV-Stand sowie 10 Aquarien mit 24 Fischarten fanden grosse Beachtung. Leider konnten keine Fischer für den Auf- und Abbau der Ausstellung gewonnen werden. Somit war ich auf die Hilfe meiner Mitarbeiter sowie meines Kameraden Werner Krummenacher, dem ich hiermit meine besten Genesungswünsche übermitteln möchte, angewiesen. Den Fliegenbindern von Emmen und Luzern spreche ich für ihren 27-tägigen Einsatz meinen besten Dank aus. Danken möchte ich auch René Schultz aus Basel sowie den beiden für das Emmen-Center verantwortlichen Herren Esterhazy, Vater und Sohn, die sämtliche Kosten für unsere Ausstellung übernommen haben.
Vom 4. - 7. August konnten wir unsern Stand in einem Quartiermuseum in Basel präsentieren. Für die erhaltene Unterstützung möchte ich den zuständigen Museumspädagog(Inn)en danken. Vom 24. - 28. September war unser Stand an der WEGA in Weinfelden zu sehen. Für seinen Einsatz möchte ich dem Präsidenten des Fischereiverbandes Thurgau, Jürg Marolf, herzlich danken.
Sehr erfolgreich verlaufen ist auch unsere Sonderschau an der Zugermesse vom 24. Oktober bis 1. November. Dank dem Zuger Kantonalen Fischerei-Verband, welcher die Personalkosten sowie die Kosten der Fische auf Eis übernommen hat und dessen Mitglieder überdies einen Arbeitseinsatz von 1082 Stunden geleistet haben, konnte eine derart grosse Ausstellung durchgeführt werden. Verdanken möchte ich an dieser Stelle den Einsatz seines Präsidenten, Josef Zeberg, welcher zudem die Materialien gratis zur Verfügung gestellt hat. Namentlich danken möchte ich an dieser Stelle meinem Stellvertreter und OK-Chef, Rolf Krieg, dem Vizepräsidenten der Berufsfischer, Fritz Hulliger, dem Standchef, Max Neuenschwander, sowie den Fliegenbindern von Zug und Umgebung und den Schmuckfliegenbindern René Frei und René Schultz aus Basel. Ein weiterer Dank gebührt Rolf Longi, der uns aus dem Zuger Fischereimuseum schöne Ausstellungsobjekte vermittelt hat. Den Dank und die Anerkennung der Behörden, der Messeleitung sowie der BesucherInnen möchte ich an alle Helfer weiterleiten.
An sämtlichen Ausstellungen informieren wir über das Basler Projekt "Lachs 2000", über den SFV-Shop, das Petri-Heil sowie über Verbandsaktualitäten.

2 Sonstige Aktivitäten und Sponsoring
Da für das Schweizerische Fischereimuseum noch immer kein Standort gefunden werden, bin ich zur Zeit daran, meine Sammlung zu verkaufen. Interessenten können sich unter folgender Nummer bei mir melden: 061 601 56 66.
Ausblick: vom 23. Oktober - 1. November 1999 findet an der Herbstmesse in Basel eine Sonderschau in zwei Teilen statt.
Der Kantonale Fischerei-Verband Basel-Stadt hat dem SFV gratis einen Lagerraum für den SFV-Stand und das übrige Material zur Verfügung gestellt. Für dieses Entgegenkommen sowie für die Aquarien, die uns der KFVBS zum Gebrauch überlässt, sei hiermit herzlich gedankt.

Danken möchte ich an dieser Stelle auch allen andern Sponsoren, die uns während des vergangenen Jahres mit Zuwendungen und Gaben unterstützt haben. Die Summe der Barbeträge kann der Jahresrechnung entnommen werden.

Willy Furrer

SFV-Shop

Dank dem ausgezeichneten Erfolg unserer Jungfischerbroschüre "Guide" konnte der Umsatz im Jahre 1998 auf über 24'000 Franken gesteigert werden. Mehr als 300 Bestellungen wurden ausgeliefert. Der Reingewinn wird in der Jahresrechnung des Verbandes ausgewiesen. Erfreulichen Absatz fand auch das Buch "Der Sportfischer", das Lehrbuch für die deutsche Sportfischerprüfung. Weiterhin in unserm Sortiment bleiben die SFV-Pins aus Metall, die Stoffabzeichen in Fisch- und Wappenform, die WWF-Poster "Fische der Schweiz" und die SFV-T'Shirts in zwei verschiedenen Dessins. Die alten Telefon-Tax-Cards Sujet "Egli" konnten wir in neue mit Taxwert 20 und 10 Franken eintauschen.

Wir erinnern Sie daran, dass wir für Anlässe, Ausstellungen und Versammlungen gerne Ware in Konsignation abgeben, d.h. mit Rückgaberecht für alle nicht verkauften Artikel.

Ruedi Hauser

Ressort Information und PR

1 Pressedienst
Im Berichtsjahr publizierte der SFV insgesamt vier Medienmitteilungen über aktuelle Fragen: DV 1998, Vernehmlassung zum Elektrizitätsmarktgesetz, Stellungnahme zur ersten Lesung des Energieabgabenbeschlusses im Nationalrat und Stellungnahme zur vom Parlament beabsichtigten Förderung des Weiterausbaus der Wasserkraft. Die Communiquées wurden via Nachrichtenagenturen SDA und AP allen Medien zugeleitet. Der Publikationserfolg hielt sich in den üblichen, unseres Erachtens zu engen Grenzen.
Neu wurden die Medienmitteilungen auch auf der Homepage des SFV (www.sfv-fsp.ch) veröffentlicht, zusammen mit sämtlichen redaktionellen Beiträgen der Schweiz. Fischerei-Zeitung (SFZ). Der von der zic communication (Toni Zulauf) betreute Internetauftritt wurde im Berichtsjahr erweitert (u.a. mit der Terminliste). Er wird regelmässig, jedoch nicht überaus häufig benützt. Leider haben die Kantonalverbände und die ihnen angeschlossenen Vereine bis heute keinen Gebrauch gemacht von der Möglichkeit, sich zu günstigen Bedingungen an diesem Internetauftritt zu beteiligen. Einzig die Kantonalverbände Bern und Appenzell waren Ende 1998 auf der SFV-Homepage vertreten.
Die Medienbeobachtung bewegte sich im üblichen Rahmen und betraf durchschnittlich 20 Titel der deutschen und der französischen Schweiz.

2 Schweizerische Fischerei-Zeitung / Petri-Heil
Der Titel "Schweizerische Fischerei-Zeitung - fischerei" als offizielles Publikationsorgan des SFV erschien in seinem 106. Jahrgang als integrierender Bestandteil des Fachmagazins "Petri-Heil". In insgesamt elf Ausgaben wurden 28 Seiten (+ 2,5 S.) mit Verbandsnews publiziert.
Die Zusammenarbeit mit der Redaktion des Hauptträgers "Petri-Heil" verlief erneut zur vollen Zufriedenheit des SFZ-Redaktors. Chefredaktor Hansjörg Dietiker und seinem neuen Redaktionskollegen Daniel Luther sei dafür gedankt. Infolge personeller Wechsel war hingegen die Zusammenarbeit mit der Druckvorstufe teilweise erschwert.

3 Interne Information
Die verbandsinterne Information ist immer noch ein Sorgenkind der SFV-Leitung. Nach wie vor fehlen direkte Ansprechpartner für Informationsfragen in den Kantonalverbänden. Die Geschäftsleitung hat deshalb die erforderlichen Konsequenzen gezogen und Massnahmen beschlossen, um in Zukunft die Publikationsorgane der Vereine direkt mit Informationen aus dem SFV zu bedienen. Die nötigen organisatorischen und administrativen Vorkehren werden in den ersten Monaten des neuen Jahrs getroffen.

Hans-Ulrich Büschi

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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