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Prädatorenfrage: definitiv ein Politikum

Der SFV hat die Nase gestrichen voll von der bisher mit viel Erfolg angewandten Hinhaltetaktik von Behörden und Vogelschützern in Sachen Prädatoren. Externer politischer Druck statt Sandkastenübungen, heisst jetzt die Lösung.

Auf parlamentarischem Weg will der SFV das Management sämtlicher fischfressender Vögel, darunter der Graureiher, ermöglichen.

Bisher hat sich der SFV an die «Spielregeln» des BAFU und der beiden Kormoran-Massnahmenpläne von 1996 (Winter) und 2005 (Sommer) gehalten. Nachdem aber zwei Sitzungen des im Zusammenhang mit der überbordenden Brutkolonie im Fanel am Neuenburgersee einberufenen Konfliktlösungsausschusses rückblickend als reine Sandkastenübungen zu werten sind und eine Plenumssitzung der Arbeitsgruppe «Kormoran und Fischerei» vom vergangenen 8. August ebenfalls praktisch ergebnislos über die Bühne ging, will der SFV politisch Druck machen. Noch in der Herbstsession der eidgenössischen Räte sollen nach Möglichkeit konkrete parlamentarische Vorstösse eingereicht werden, um endlich ein wirksames Management aller fischfressenden Vögel - also Kormoran, Gänsesäger und Graureiher - aufzugleisen und die auf weit über 200 Brutpaare angewachsene Brutkolonie im Fanel in den Griff zu kriegen.

Wie alarmierend die Lage an der Kormoranfront ist, hat das BAFU selbst bestätigt: Laut Medienmitteilung vom 10. August 2007 wurden im vergangenen Sommer schweizweit mehr als 600 Brutvögel gezählt, «begleitet von einer noch grösseren Zahl von nicht geschlechtsreifen Jungvögeln». Und weiter: «Diese Entwicklung entspricht einer in ganz Mitteleuropa zu beobachtenden Ausbreitung des fischfressenden Vogels.» Zur Erinnerung: Erstmals wurden im Jahr 2001 brütende Schwarzröcke gesichtet! Da tickt also eine gefährliche Zeitbombe (bloss auf der Homepage der Vogelwarte Sempach - http://www.vogelwarte.ch/ -  ist immer noch von einem Brutbestand von lächerlichen «0 bis 7 Paaren» die Rede?!). 

Experten auf Konfliktsuche
Dessen ungeachtet machte das BAFU nach der August-Sitzung der Arbeitsgruppe weiterhin in Verzögerungstaktik. Es verwies - was rechtlich zwar absolut hieb- und stichfest ist - auf den internationalen Schutzcharakter des Fanel-Reservats und auf die Problematik von Eingriffen in einem derartigen «Vogelvorranggebiet». Wenn nun aber das gleiche BAFU, das die Fanel-Situation aus dem Effeff kennt, zwei Untersuchungen (über die Kormoranschäden an den Fischnetzen der Berufsfischer und über die «voraussichtlichen Wirkungen einer Kontrolle von Kormorankolonien») in Auftrag gibt, bloss um herauszufinden, ob «diese Expertenberichte die Konfliktsituation bestätigen», dann ist die Bestürzung (um nicht mehr zu sagen) des SFV nachvollziehbar. Die nachgereichte Zusicherung des BAFU, es wäre bereit, «eine Anpassung der Schutzverordnung (für den Fanel. Red.) anzugehen», falls diese Konfliktsituation bestätigt und Möglichkeiten für wirksame Eingriffe ins Brutgeschehen aufgezeigt würden, tönt schon fast zynisch: Derartige Möglichkeiten gibt es. Sie sind dem BAFU bestens bekannt; desgleichen der seit Jahren real existierende Konflikt! 

Immerhin: Im Umweltamt scheint sich doch langsam die Erkenntnis durchzusetzen, dass der Kormoran als grundsätzlich jagdbare, somit nicht mehr gefährdete Vogelart des totalen Schutzes des Fanel-Reservats nicht mehr bedarf. Es erwägt deshalb eine Präzisierung der Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung (WZVV) in dem Sinn, «dass sich das Schutzziel für ungestörtes Brüten nicht auf alle Arten bezieht, sondern primär auf die gefährdeten Vogelarten». Dazu wäre eine Änderung der WZVV nötig, und dafür ist der Bundesrat zuständig. Aus diesem Grund wären nach Einschätzung des BAFU Eingriffe frühestens in der Brutperiode 2009 (!) möglich.

Polit-Schmiermittel
Dass nicht bloss Gottes, sondern vor allem auch der Bundesverwaltung Mühlen dermassen langsam mahlen, ist bekannt. Es gibt allerdings probate Schmiermittel, um diese Mechanismen zu beschleunigen. Dazu gehören parlamentarische Interventionen, gehört ferner der externe politische Druck. Den stufenweise zu erhöhen, hat sich der SFV ebenfalls vorgenommen. So soll an der nächsten Ausgabe der Ausstellung «Fischen Jagen Schiessen» (20.-24.2.2008) das Prädatorenproblem publikumswirksam thematisiert und mit einer nachhaltigen Politaktion ergänzt werden.

In der Zwischenzeit sei auf die Möglichkeiten hingewiesen, die das Jagdgesetz zulässt: Mit entsprechenden kantonalen Bewilligungen sind Kormoranabschüsse selbst in Nichteingriffsgebieten (d.h. Seen von mehr als 50 ha und Stauhaltungen) sehr wohl möglich. Der Kanton Bern macht davon recht regen Gebrauch. Der Kanton Neuenburg ist freundlich eingeladen, dem Berner Beispiel zu folgen.


Endspurt im Wahlkampf

Der Endspurt im Wahlkampf hat begonnen - offenbar weitgehend unter «Ausschluss» der Fischer und ihrer Organisationen. Hoffentlich kein schlechtes Omen für den Wahltag vom 21. Oktober.

Die Ausbeute des von Petri-Heil an die Adresse der kantonalen Fischerei-Verbände erlassenen Aufrufs, die von ihnen unterstützten National- und Ständeratskandidaten zu melden, fiel mager aus: Je einen «unterstützungswürdigen» Kandidaten meldeten Aargau und Zug, auf immerhin elf Namen brachte es der bernische BKFV.

Im Kanton Aargau steigt Rudolf Jost (FDP) ins Rennen (vgl. Seiten xy). Der Zuger Verband meldete den langjährigen Kantonsrat und Direktor des Schweiz. Obstverbands, Bruno Pezzatti (Menzigen), auch er von der FDP und aktiver Sportfischer. Unter den elf vom BKFV Unterstützten befinden sich die beiden Verbandsexponenten Markus Meyer und Urs Grütter.

Mit dem Duo Urs Grütter (links) und Markus Meyer ziehen zwei kompetente BKFV-Exponenten in den Berner Wahlkampf.

Der langjährige BKFV-Geschäftsführer und passionierte Angler Grütter kandidiert auf der Männerliste der SVP. Als Rechtsanwalt mit eigener Praxis kann er auf mehrere erfolgreiche Rechtshändel zurückblicken, die er für den Verband und auch für einige Pachtvereinigungen führte. Seine Wahlchancen sind, objektiv betrachtet, leider als eher gering einzustufen.

Besser sieht es für den zweiten Rechtsanwalt auf dem BKFV-Ticket aus: Der gelernte Maurer (mit Berufspraxis!) und heutige Dr. iur. und Rechtsanwalt Markus Meyer nimmt auf der Männerliste der SP eine Spitzenposition ein. Kommt hinzu, dass zwei Bisherige nicht mehr antreten. Ein Handicap hat das BKFV-Büromitglied dennoch: Als Oberaargauer muss sein Bekanntheitsgrad in den grossen Agglomerationen des Kantons Bern, wo die SP erfahrungsgemäss am meisten Stimmen macht, noch zulegen. Meyer weist als Grossrat einen ansehnlichen Leistungsausweis auf, gerade auch in Fragen des Gewässerschutzes (Renaturierungen, Restwasser, naturnaher Hochwasserschutz usw.). Mit ihm würde ein kompetenter und unerschrockener Kämpfer für «Lebendiges Wasser» in allen seinen Facetten in den Rat der Zweihundert einziehen. Solche Leute brauchen wir dringend!


Gesucht: SFV-Geschäftsführer

Der seit dem altersbedingten Rücktritt von Tobias Winzeler vakante Posten des SFV-Geschäftsführers soll besetzt werden.

Seit dem vergangenen 1. März versieht SFV-Zentralpräsident Werner Widmer auch das Amt des Geschäftsführers auf Zeit. Er verfügt nach seiner Pensionierung über die dafür benötigte Arbeitszeit von rund 25 Prozent. In administrativer Hinsicht wird er von Helena Diggelmann unterstützt.

Diese Übergangsregelung soll spätestens im Frühjahr 2008 mit der Anstellung eines Geschäftsführers auf Mandatbasis beendet werden. Die Geschäftsleitung (GL) verabschiedete an ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause den Text eines entsprechenden Stelleninserats. Bis zum Amtsantritt des neuen Geschäftsführers wird Widmer im Rahmen des von der DV genehmigten Sekretariatsbudgets eine Pauschalentschädigung (inkl. Spesen) ausgerichtet.

Sana-Sekretariat
Mit Genugtuung nahm die GL Kenntnis vom Beschluss des BAFU, das öffentlich ausgeschriebene «Sekretariat Angelausbildung» (Management des ab 2009 obligatorischen Sachkunde-Nachweises SaNa) gemeinsam dem SFV und dem Verlag Jahr & Co. (Petri-Heil/Schweizer Sportfischer-Brevet) anzuvertrauen. Die Details dieses Mandats müssen nunmehr ausgearbeitet werden. Als Vertreter des SFV betreut EM Ruedi Hauser dieses Geschäft bis zu dessen Abschluss.

Statutenrevision
Die DV 2007 hat die Grundsatzentscheide für eine Strukturreform des SFV getroffen. Auf ihrer Basis gilt es, die neue Organisationsstruktur zu bestimmen und anschliessend die Statuten den neuen Gegebenheiten anzupassen. Grundsätzlich für die DV 2008 vorgesehen, zeigt sich, dass dieser Zeitplan aus verschiedenen Gründen zu ehrgeizig und auch nicht sachgerecht ist.  Tatsächlich ist die Verbandsleitung seit Monaten mit wichtigen und aufwändigen Geschäften voll beansprucht (v.a. Begleitung der Initiative «Lebendiges Wasser», Prädatorenfrage, Tierschutzproblematik). Zudem ist es wenig sinnvoll, die künftige Organisationsstruktur ohne den neuen Geschäftsführer festzulegen. Die GL beschloss deshalb, dem ZV eine Verschiebung der Statutenrevision auf die DV 2009 zu beantragen.

Gemäss GL-Beschluss tritt der SFV dem Verein «Nein zur Initiative des Zürcher Freisinns» bei. Dieser koordiniert den Abstimmungskampf gegen das Volksbegehren, das die Abschaffung der Verbandsbeschwerde verlangt. Auf dieses Rechtsinstrument kann und will auch der SFV nicht verzichten.

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