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SFV-Leitbild und Reform-Eckwerte

Mit der Zustimmung zu einem neuen Leitbild und der Kenntnisnahme vom Entwurf für Reform-Eckwerte hat der SFV-Zentralvorstand ein erstes Etappenziel des Strukturreform-Projekts "SFV.2020" erreicht.

Am 25. Februar 2006 beauftragte der Zentralvorstand (ZV) ein Projektteam, die SFV-Strukturen zu überprüfen und Vorschläge für deren Reform auszuarbeiten. Dies in der Überzeugung, mit den heutigen, zum Teil seit vielen Jahren geltenden Strukturen seien die Aufgaben von morgen nicht mehr zu bewältigen. Die Leitung des Reformprojekts "SFV.2020" wurde Roland Seiler, Präsident des Berner Kantonalverbands, übertragen. Im Projektteam wirken SFV-Vizepräsident Thierry Potterat, die Präsidenten der Kantonalverbände Baselland und Schaffhausen, Paul Gubler und René Keller, sowie Petri-Heil-Chefredaktor Daniel Luther mit.

Bewährtes bestätigt
An der ZV-Sitzung vom 16. September legte Seiler den Entwurf für ein neues SFV-Leitbild vor. Es bekräftigt den Anspruch der Fischenden auf "das Recht zum Fangen und Verwerten von Fischen" und den Kampf für einen umfassenden Schutz der Fische und ihrer Lebensräume. Der SFV bzw. seine Mitglieder engagieren sich für die nachhaltige Nutzung und eine weidgerechte Fischerei gemäss SFV-Ethikkodex. Sie unterstützen "alle Massnahmen für die Renaturierung und Revitalisierung von Gewässern und für den Erhalt der Artenvielfalt". Damit bestätigt das Leitbild ausdrücklich bewährte und vom SFV seit jeher verfolgte Ziele.

Auch die "zielorientierten Handlungsinstrumente" knüpfen an Bewährtes an: Beeinflussung der Gesetzgebung durch Nutzung der Volksrechte, Lobbying und Kontaktpflege zur Bundesverwaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit zielverwandten Organisationen und Fachstellen auf nationaler und internationaler Ebene zwecks Synergien-Nutzung. Neu ist hingegen, dass zur Finanzierung der Verbandsaktivitäten neben "angemessenen Mitgliederbeiträgen" vermehrt auch "moderne Marketinginstrumente" (Merchandising, Fundraising, Sponsoring usw.) eingesetzt werden sollen.

Bestätigt wird schliesslich, dass der SFV ein "mitgliederorientierter Verband" ist, der die Mitgliederinteressen "auf nationaler Ebene professionell und kämpferisch" vertritt. Die Unterstützung der Kantonalverbände und Vereine bei der Aus- und Weiterbildung sowie die Information der Verbands- und Vereinsvorstände sowie der Gesamtheit der Mitglieder vervollständigen das alles andere als revolutionäre Dokument.

Eckwerte mit Zündstoff
Dies dürfte denn auch der Grund für dessen diskussions- und oppositionslose Gutheissung durch den ZV gewesen sein. Wesentlich mehr zu reden geben dürften die Reform-Eckwerte. Materiell standen die darin enthaltenen Vorschläge für die Konkretisierung der Leitbildgrundsätze an der ZV-Sitzung noch nicht zur Diskussion. Sie enthalten allerdings etwelchen "Zündstoff", wie Verzicht auf die bisherige jährliche DV, Umgestaltung bzw. Verkleinerung der Führungsgremien ZV und GL, verbunden mit neuen Aufgaben- und Kompetenzenregelungen, Outsourcing der Geschäftsstelle u.a.m. Dies bedinge, so Zentralpräsident Werner Widmer, den Einbezug der Basis in den Meinungsbildungs- und Entscheidfindungsprozess.

Zu diesem Zweck beschloss der ZV die Einleitung eines Vernehmlassungsverfahrens bei den Kantonalverbänden. Die Stellungnahmen zu den Reform-Eckwerten sowie zum ersten Entwurf für die damit verknüpfte Revision der Verbandsstatuten sollten bis am 20. Dezember auf der Geschäftsstelle eintreffen. Die Ergebnisse der Umfrage werden am 20. Januar 2007 vom ZV begutachtet; er wird gleichzeitig über die Weiterbearbeitung des Projekts "SFV.2020" beschliessen.

Warten auf das BAFU
Abgerundet wurde die Sitzung mit einem Rückblick auf die von Walter Gasser umsichtig organisierte Übergabe der Unterschriften für die SFV-Initiative vom 3. Juli und einem Ausblick auf die Weiterbehandlung dieses Kerngeschäfts. Geplant ist die Gründung eines Vereins "Ja zu lebendigem Wasser", dem neben dem SFV der WWF, Pro Natura und die Greina-Stiftung angehören werden. Zweck: Koordination von Lobbying und Abstimmungskampagne sowie Mittelbeschaffung. Dazu gehören SFV-intern die "Zehnernötliaktion" sowie in einem späteren Zeitpunkt eine "Schoggifisch"-Aktion nach dem Vorbild des Heimat- und Naturschutztalers.

Mit Befremden nahm der ZV schliesslich zur Kenntnis, dass sich die zuständige BAFU-Abteilung in Sachen Prädatorenmanagement trotz schriftlicher Anfrage in Stillschweigen hüllt. Dort scheine man nicht einmal zu wissen, so Jürg Marolf, Präsident des Thurgauer Verbands, dass im Ermatingerbecken jedes Jahr mit behördlicher Erlaubnis Kormorane geschossen werden.


Tierschutzverordnung: Zurück an den Absender!

Keine Freude herrschte an der Herbstsitzung des SFV-Zentralvorstands: Der völlig inakzeptable Entwurf zur Revision der Tierschutzverordnung sorgte für Unmut und Entrüstung.

Die Vorgeschichte ist bekannt: Vor einigen Jahren "entdeckten" fundamentalistisch angehauchte "Tierschützer" die Fischerei. Dort orteten sie dringenden Handlungsbedarf. Zum einen schossen sie sich auf die Berufsfischer ein, zum andern wählten sie die Angler als Zielscheibe aus.

SFV-Ethikkodex
Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) handelte rasch und zielstrebig: Eine Arbeitsgruppe, in der auch ein Vertreter des Schweizerischen Tierschutzes (STS) mitwirkte, erarbeitete unter der Leitung des (leider inzwischen verstorbenen) Ehrenmitglieds Heinz Renz den "SFV-Ethikkodex". Dieser enthält u.a. auch Anweisungen für die tiergerechte Behandlung gefangener Fische. Dieses Grundlagenpapier wurde von der SFV-Delegiertenversammlung am 6. Mai 2000 verabschiedet. Es ist unverändert in Kraft (www.sfv-fsp.ch); seine Befolgung stellt für jeden korrekten Angler eine Selbstverständlichkeit dar.

Am vergangenen 30. August hat der Bundesrat die eidgenössische Fischereiverordnung mit einer Ausbildungspflicht (sog. Sachkundenachweis) ergänzt. Laut Bundesamt für Umwelt (BAFU) war die Revision der Tierschutzgesetzgebung Anlass für diese Massnahme. Wie erinnerlich, begrüsste der SFV diese Neuerung als Schritt in die richtige Richtung. Sie steht zudem im Einklang mit dem Geist der neuen Tierschutzgesetzgebung (Ausbildung, Information und Motivation statt schikanöse Vorschriften).

Fundis am Werk
Das reicht den Tierschutz-Fundis allerdings nicht. Via neue Tierschutzverordnung (TSchV) bzw. Bundesamt für Veterinärwesen (BVet) wollen sie den Fischenden vollends an den Kragen, ein Unterfangen, das die SFV-Geschäftsleitung unverzüglich als völlig inakzeptabel zurückwies (vgl. SFZ 10/06).

Diese Meinung teilt der Zentralvorstand. An seiner Sitzung vom 16. September liess er sich von Ausbildungschef Rudolf Hauser und vom Veterinärmediziner (und engagierten Sportfischer) Dr. Matthias Escher über die geplanten Vorschriften orientieren. Diese sind nicht nur materiell, sondern auch rechtlich unannehmbar, denn im Tierschutzgesetz wurde die Fischereigesetzgebung ausdrücklich vorbehalten. Im Klartext heisst das: Fischereiliche Detailvorschriften haben in der TSchV nichts zu suchen; sie gehören in die Fischereiverordnungen von Bund und Kantonen (vgl. Kasten).

Pikant ist, dass das BVet das Thema "Tierschutz bei Fischen" im ersten Halbjahr 2003 von einer Arbeitsgruppe behandeln liess, in der neben Tierschützern auch der SFV (mit Matthias Escher) vertreten war. Nachdem man sich in den meisten Sachfragen zwischen Fischerei und Tierschutz nicht einig werden konnte, gelangte man übereinstimmend zur Auffassung, die tierschutzrelevante Ausbildung der Fischenden sei zu fördern. Diese Forderung wurde inzwischen erfüllt. Der SFV durfte deshalb zu Recht annehmen, sämtlichen (berechtigten) Tierschutzanliegen sei damit Genüge getan.

Ein Angler als Täter
Das ist, geht es nach dem Willen des BVet, keineswegs der Fall. Der SFV-Zentralvorstand erachtet dies als Affront und Verstoss gegen Treu und Glauben. Folgerichtig akzeptiert er die für die Fischerei vorgesehenen Inhalte des TSchV-Entwurfs nicht. Seine Reaktion fiel entsprechend deutlich aus: Das Ganze muss an den Absender zurück. Das ist nicht irgendein Schreibtischtäter, sondern ein aktiver Angler (sic!). Die Geschäftsleitung wurde aus diesem Grund beauftragt, direkt mit der BVet-Direktion das Gespräch zu suchen und nötigenfalls auf höchster Ebene bei Bundesrätin Doris Leuthard vorstellig zu werden, um der Regelungswut hyperaktiver Paragrafenreiter doch noch einen Riegel zu schieben.

In seiner Stellungnahme verlangt der SFV u.a., sämtliche die Angelfischerei betreffenden Aspekte seien aus der TSchV zu streichen. Allfällige Regelungen der Fanggeräte (inkl. Verbot von Widerhaken und lebender Köderfische samt Ausnahmeregelungen) gehörten in die Fischereiverordnungen von Bund und Kantonen. Über den neuen Sachkundenachweis hinausgehende Ausbildungspflichten akzeptiert der SFV einzig für die professionelle Speisefischzucht. Vorschriften über Besatzfischzucht und Fischtransport seien auf den gewerbsmässigen Bereich zu beschränken. Die kurzfristige Hälterung gefangener Fische soll weiterhin erlaubt sein, ebenso die nicht gewerbsmässige Aufzucht von Jungfischen durch Fischereivereine.

Als völlig inakzeptabel erachtet der SFV die geplante Vorschrift, zum Verzehr gefangene sowie Fische, die stark bluten oder anderswie gravierend verletzt sind, seien unverzüglich zu töten. Das würde beispielsweise bedeuten, dass alle aus mehr als 20 m Wassertiefe gefangenen Fische zwingend zu töten sind, auch wenn sie den Schonvorschriften nicht entsprechen. Nach Meinung des SFV würden mit dieser praxisfernen Regelung alle Vorschriften über Fangmindestmasse und Schonzeiten ausgehebelt und dem Missbrauch (absichtliches Zufügen von Verletzungen nach dem Fang) Tür und Tor geöffnet.

Der Wortlaut der Vernehmlassungsantwort ist auf der SFV-Homepage publiziert.

 

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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