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«Mister SFV» ging in Pension

Ende Februar hat Tobias Winzeler sein Amt als Geschäftsführer des Schweizerischen Fischerei-Verbands abgegeben. Für den Fischer-Dachverband ging damit eine Ära zu Ende.

Man gibt sie ihm nicht: Die 66 Jahre, die Tobias Winzeler als Grund für seinen Rücktritt als Geschäftsführer des Schweizerischen Fischerei-Verbands (SFV) angibt. Im Gegenteil: Munter und mit einem listigen Lächeln in den Mundwinkeln strahlt er beim ungezwungenen Gespräch ungebrochene Arbeitslust und Vitalität aus, auch nach den insgesamt 18 Jahren im SFV-Schaltzentrum und den vorangegangenen 11 Jahren als Geschäftsführer des Bernisch Kantonalen Fischerei-Verbands (BKFV).

Tobias Winzeler, der Eifrige,

Es war der damalige BKFV-Präsident und heutige SFV-Ehrenpräsident Dr. Kurt Meyer, der Ende 1977 den jungen Rechtsanwalt engagierte. Dieser hatte eben erst den «Schritt ins Ungewisse» (O-Ton Winzeler) gewagt und den sicheren Job als Jurist im damaligen Bundesamt für Umweltschutz (BUS) mit der risikobehafteten Existenz eines selbständigen Anwalts vertauscht, mit Büro an der Seilerstrasse 27 in Bern, in ehrwürdigen, von einer Rhum-Importfirma samt Möbeln übernommenen Räumlichkeiten. Sie sollten ihn bis zum letzten Arbeitstag an dieser Adresse begleiten, bevor sie - zusammen mit einigen Zentnern nicht mehr benötigter Akten - entsorgt wurden. Dieses Detail illustriert treffend den im positiven Sinn konservativen Charakter Winzelers, dem die Schonung jeglicher Ressourcen ein Grundanliegen ist.

...der Politische (von rechts mit Bundeskanzlerin Annemarie Huber, SFV-präsident Widmer und Vizepräsident HU. Büschi bei der Übergabe der Unterschriften für die Initiative «Lebendiges Wasser am 3. Juli 2006),

Emme-Bericht als Katalysator
Es waren die im BUS betreuten Dossiers Umweltschutz- und Fischereigesetz, die Winzeler für den BKFV-Job geradezu prädestinierten. Vom Fischen selber hatte er (und hat er heute noch) null Ahnung. Seine praktische Anglererfahrung beschränkt sich auf einen Ausflug an einen Bergsee im Berner Oberland, wo ihm tatsächlich eine (allerdings untermässige) Forelle an den Haken ging. Da störte es nicht, dass auch sein «Chef» kein Jünger Petri, dafür ein umso versierterer Politiker war. Das Tandem Meyer-Winzeler entwickelte sich prächtig, in fischereilicher Hinsicht kompetent durch die BKFV-Geschäftsleitung mit dem unvergessenen Vizepräsidenten Heinrich Wiedmer ergänzt.

...der Kämpferische (bei der Vorstellung der Initiative «Lebendiges Wasser» an der DV 2004 in Brunnen)

Ab 1982 wirkte der zur Hauptsache von Anglern in Fronarbeit erstellte Bericht «Erhaltung der Emme als Fliessgewässer und Lebensraum für Viele» zusätzlich als Katalysator: «Er war sozusagen der Nährboden für alles, was mit der Renaturierung von Gewässern und dem naturnahen Hochwasserschutz einen Zusammenhang hatte», erinnert sich Winzeler, der diese in ihrer Art erstmalige Untersuchung zusammen mit Projektleiter Walter Diethelm betreute. Sie bildete die Basis für eine WWF-Wasserbau-Initiative, die zurückgezogen werden konnte, als die Verwaltung mit einem modernen Wasserbaugesetz konterte. Die 1984 mit mehr als 176'000 zustande gekommene SFV-Volksinitiative «zur Rettung unserer Gewässer» - deren geistige Vaterschaft Winzeler nicht negieren kann - war ebenfalls eine Frucht der Emme-Pionierarbeit.

Väterliches Vorbild
Die Tatsache, dass das Volksbegehren am 17. Mai 1992 vor dem Souverän keine Gnade fand, konnte allerdings weder Winzeler noch seinem Vater, der ihn bei der Unterschriftenbogen-Auswertung tatkräftig unterstützt hatte, und auch nicht dem SFV bzw. dem Abstimmungskomitee angelastet werden: Gleichentags gelangte das revidierte Gewässerschutzgesetz zur Abstimmung. Es berücksichtigte diverse Anliegen des Volksbegehrens, hatte somit den Charakter eines indirekten Gegenvorschlags. «Keiner von uns ahnte damals, dass wesentliche Elemente dieses Gesetzes toter Buchstaben bleiben sollte und uns veranlassen würde, im vergangenen Juli im Bundeshaus eine weitere Gewässerschutzinitiative zu deponieren.» Was Winzeler verschweigt: Auch bei der Lancierung des aktuellen Volksbegehrens «Lebendiges Wasser» war er treibende Kraft.

...der Zufriedene (an der Medienkonferenz vom 21. Januar 2005 zur Lancierung der SFV-Initiative, mit TA-Journalist W. Stalder)

Und was der Vater beim ersten getan hatte - die Auszählung der Unterschriftenbogen - bewerkstelligte diesmal der Sohn, ebenfalls ehrenamtlich, d.h. unter Verzicht auf ein Honorar in fünfstelliger(!) Höhe.

Highlights: Hochrhein...
Neben den Routinegeschäften - auch sie mit Umsicht, äusserster Zuverlässigkeit und Genauigkeit zu einem Sondertarif erledigt - machte sich Winzeler im Lauf der Jahre einen Namen als profunder Kenner der Gewässerschutzgesetzgebung und als gewiefter Anwalt berechtigter Anliegen von Fischern, Natur- und Umweltschützern, vorab im Zusammenhang mit Kraftwerk- und ähnlichen Projekten. Ein Schwerpunktgebiet war der Hochrhein bzw. die an dieser sensiblen Gewässerstrecke zur Diskussion stehenden Wasserkraftanlagen. Die umfangreichen, von detaillierter Fachkenntnis zeugenden und brillant

...der Listige,

formulierten Eingaben und Einspracheschriften, die zum Teil ihren Weg bis ans Bundesgericht fanden, sind allesamt naturwissenschaftlich hieb- und stichfest untermauerte, taktisch klug inszenierte juristische Abhandlungen. Dasselbe gilt für die zahlreichen Vernehmlassungen zu eidgenössischen Gesetzesvorlagen (u.a. Fischerei- und Gewässerschutzverordnungen, Haftpflicht für Stauanlagen, Elektrizitätsmarktgesetz). Allen diesen Dokumenten gemeinsam ist das darin manifestierte, perfekte Zusammenspiel des Naturwissenschafters und des Rechtsgelehrten. Winzelers Schlussbilanz: «Der Hochrhein ist aus meiner Sicht eine Erfolgsstory.»

...der Gesellige (von links mit SFV-Präsident Werner Widmer, Gattin Erika und SFV-Ehrenpräsident Kurt Meyer anlässlich des von ihm offerierten GL-Abschiedsessen).

...und Rhone
Eine solche war auch sein Engagement gegen die definitiv aufgegebenen Kraftwerkspülungen beim Rhonestau Verbois/Chancy-Pougny. Erwähnenswert sind ferner das Lobbying für umfassende Renaturierungsmassnahmen an der Aare in den Kantonen Bern, Solothurn und Aargau sowie die diversen Interventionen im Zusammenhang mit zahlreichen kleineren Projekten in der ganzen Schweiz. Auftraggeber waren in der Regel der SFV bzw. Kantonalverbände, ferner Umweltschutzorganisationen und auch die ursprünglich zur Bekämpfung der transhelvetischen Binnenschifffahrtspläne gegründete Gewässerschutz-Dachorganisation AQUA VIVA. «Die AQUA VIVA muss unbedingt bestehen bleiben. Sie hat einen hohen Stellenwert, denn sie vertritt im Unterschied zum SFV ausschliesslich ideelle Interessen», lautet das nicht von allen SFV-Exponenten verstandene Credo Winzelers.

Ende Februar nun hat Winzeler seine Kanzlei geräumt und in seinem Haus in Köniz ein Büro eingerichtet. Von Ruhestand ist nämlich keineswegs die Rede. Er betreut im Mandat weiterhin die SFV-Initiative «Lebendiges Wasser» und steht als juristischer Berater zur Verfügung. Der Arbeitsgemeinschaft Renaturierung des Hochrheins bleibt er als Geschäftsführer ebenso erhalten wie der AQUA VIVA. Daneben jedoch wird er mehr Zeit und Musse finden, um seinen Hobbies - dem Schwimmen und Reisen - zu frönen oder das Malteser-Hündchen seiner beruflich engagierten Gattin spazieren zu führen. Nur zur Angelrute greifen wird Winzeler weiterhin nicht.
HUB


Dankworte zum Abschied
Ende 1977 ist Tobias Winzeler zum BKFV gestossen. Sein berufliches Profil entsprach zu hundert Prozent den Anforderungen, welche der BKFV an die neu beschlossene Stelle eines Geschäftsführers stellte. Winzeler hat die Anforderungen jedoch auch in verbandspolitischer und menschlicher Beziehung erfüllt. Rasch und weitsichtig erkannte er die fachlichen und ökopolitischen Probleme des Berner Verbands. Seine gewissenhafte Sekretariatsführung, die inhaltlich und sprachlich in Stein gemeisselten Protokolle, aber insbesondere seine engagierte Arbeit für die Lancierung der ersten Gewässerschutzinitiative haben den Verband tief beeindruckt.

1989 verliess ich den Vorsitz des BKFV und wurde zum Präsidenten des SVF gewählt. Ich war glücklich, auch hier Tobias an meiner Seite als Geschäftsführer zu wissen. Auch auf nationaler Ebene arbeitete er mit der ihm eigenen Disziplin, Vitalität und Überlegtheit zum Wohl des Verbands. Sehr rasch fand er den Kontakt und die Verbundenheit mit den Kantonalverbänden und ihren Mitgliedern.

Tobias - vielen herzlichen Dank!

Dr. Kurt Meyer
Ehrenpräsident BKFV und SFV


Lieber Tobias,
Zuverlässig - dieses Stichwort fällt mir zuerst ein, wenn ich ein paar Sätze zu deinem Rücktritt schreiben darf. Wir haben uns jedes Jahr an der DV des SFV getroffen, zwischendurch auch mal bei einem fachlichen Treff, einer Einspracheverhandlung gegen ein Wasserkraftwerk oder zufällig im Bus zum gemeinsamen Wohnort Köniz. Du warst in deinem Job immer wohl überlegt und faktenorientiert, niemals auf Effekthascherei ausgerichtet. Dieses Naturell machte dich sympathisch. Damit hattest du auch Erfolg bei den SFV-Präsidenten, denen du «gedient» hast. Bewundert habe ich immer deine Übersicht an der DV und die diskrete Art, mit der du einen Zettel zum Rednerpult verschieben konntest, etwa wenn bei der Begrüssungsrede ein Name vergessen ging.

Auf dich war stets Verlass, wir hatten beide die "Gewaltentrennung" zwischen Verwaltung und Verband immer respektiert. Dafür danke ich dir herzlich. Und für deine künftigen juristischen Gefechte wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg.

Dr. Erich Staub
Chef Buwal-Sektion Fischerei und aquatische Fauna


SFV-Ausbildungskonzept steht

Das Konzept für die künftige Angler-Grundausbildung, die Lage an der Prädatoren-Front, der Stand der Initiative «Lebendiges Wasser» und die Einsprache gegen das Rheinkraftwerk Kembs: Dies die Schwerpunkte einer a.o. Sitzung der SFV-Geschäftsleitung.

Sichtlich wohl fühlt sich der designierte Zentralkassier Albert Demut mit den beiden neuen GL-Mitarbeiterinnen Sarah Schläppi (links) und Helena Diggelmann.

Am 31. März tagte die SFV-Geschäftsleitung (GL) erstmals in «Übergangsformation»: Als neue Mitglieder des Führungsteams hiess Präsident Werner Widmer Helena Diggelmann (Sekretariat) und Sarah Schläppi (Protokoll) willkommen; der zu Handen der DV zur Wahl als Zentralkassier vorgeschlagene Albert Demut nahm bereits zum zweiten Mal an einem GL-Treffen teil. In dessen Mittelpunkt stand - neben der Kormoran-Diskussion (vgl. Separatbericht) - die Anglerausbildung. Mit Genugtuung nahm die GL zur Kenntnis, dass die zuständigen Bundesämter für Veterinärwesen (BVet) und für Umwelt (BAFU) dem unter der Federführung von Rudolf Hauser in Zusammenarbeit mit Hansjörg Dietiker (Petri-Heil) ausgearbeiteten Konzept der künftigen SFV-Anglerausbildung den grundsätzlichen behördlichen Segen erteilten.

Bekanntlich wird ab 2009 für den Erwerb einer Fischereiberechtigung ein tierschutzbezogener sog. Sachkunde-Nachweis (SaNa) verlangt. Diesem sachlich begrenzten Obligatorium stimmte der SFV-Zentralvorstand zu, lehnte jedoch weiter gehende obligatorische Ausbildungsinhalte ab.

Sportfischer-Brevet als Basis
Das SFV-Ausbildungskonzept 2009 hält sich an diese Vorgabe. Es basiert auf dem bewährten, vom Magazin Petri-Heil geschaffenen und betreuten Schweizer Sportfischer-Brevet. Dessen für das Selbststudium geeignetes Lehrmittel wird überarbeitet, mit tierschutzrelevanten Inhalten gemäss SaNa ergänzt und in den drei Landessprachen herausgegeben. Die für die obligatorische Ausbildung bzw. Brevetierung benötigten Instruktoren sollen einheitlich ausgebildet werden; die Brevetierungen bzw. SaNa-Erfolgskontrollen werden von Fischereivereinen oder den Kantonen organisiert. Letztere können eigene Kurse anbieten, deren Tierschutzteil vom BVet genehmigt werden muss. Für die prüfungsfreien Patentkategorien stellt der Bund eine Sachkundeinformation in Broschürenform zur Verfügung. Sie enthält tierschützerische und fischereiliche Basisinformationen. Noch stehen nicht alle Details fest. Diese werden gemäss Rahmenkonzept weiter bearbeitet und zu gegebener Zeit kommuniziert.

«Ja zu lebendigem Wasser»
Nachdem die vier Gründungsmitglieder - SFV, Pro Natura, WWF, Greina-Stiftung - die Statuten genehmigt hatten, konnte der Verein «Ja zu lebendigem Wasser» offiziell aus der Taufe gehoben werden. Zweck des vom SFV-Präsidenten geleiteten Vereins ist die professionelle Weiterbehandlung der SFV-Initiative «Lebendiges Wasser», vorab auf der politischen (Lobbying) und der Kommunikationsebene (PR, Medienarbeit). Zu diesem Zweck wird eine Zwanzigprozentstelle geschaffen, die von einer kompetenten Geschäftsführerpersönlichkeit übernommen werden soll. Tobias Winzeler vertritt im Mandat den SFV im Leitungsorgan des neuen Vereins, dessen Mitgliederbasis nach Möglichkeit ausgebaut werden soll.

Kembs-Einsprache
Die Konzession für die Rhein-Kraftwerksanlage Kembs im Elsass soll erneuert werden. In diesem Verfahren gilt es, zahlreichen ökologischen, gewässer- und naturschützerischen sowie fischereilichen Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen, wie sie u.a. im Rheinschutzübereinkommen und in dem von der Rheinministerkonferenz im Jahr 2001 verabschiedeten Entwicklungsprogramm Rhein 2020 festgehalten sind. Zu diesem Zweck erheben mehrere schweizerische, deutsche und französische Umwelt- und Naturschutzorganisationen Einsprache, darunter gemäss einhelligem GL-Beschluss auch der SFV. Dessen Interessen nimmt Tobias Winzeler wahr; er vertritt zugleich die Fischereiverbände Basel-Stadt und Baselland, die Pro Natura Schweiz und Basel, die AQUA VIVA und die AG Renaturierung des Hochrheins.

Schliesslich bezeichnete die GL Urs Zeller, Ressortleiter Gewässer und Umwelt, als SFV-Vertreter in der Ökologischen Begleitkommission für die Konzessionserneuerung des Hochrhein-Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt.


Bewegung an der Vogelfront

An der «Vogelfront» scheint Einiges in Bewegung zu geraten: Der Kanton Neuenburg sitzt dem BAFU im Nacken, und BAFU-Vizedirektor Geiger ist willens, das Kormoranproblem energischer als bisher anzugehen.

An der traditionellen Aussprache des SFV-Präsidiums mit der für die Fischerei zuständigen BAFU-Spitze vom vergangenen Dezember wurde ein «Gipfeltreffen» zwischen den Präsidenten des SFV und des Schweizerischen Vogelschutzes (SVS) in Aussicht genommen. Dieses ging am vergangenen 19. März über die Bühne. Organisiert und moderiert von BAFU-Vizedirektor Willy Geiger, trafen sich - sozusagen im Niemandsland zwischen den Frontlinien - Werner Widmer vom SFV und Nationalrat Ruedi Aeschbacher vom SVS.

Das Ergebnis dieser erstmaligen Aussprache auf höchster Ebene: Geiger hat offenbar realisiert, dass er als zuständiger BAFU-Verantwortungsträger höchstpersönlich gefordert ist. Er habe, berichtete Widmer an der a.o. Sitzung der SFV-Geschäftsleitung vom 31. März, die Lösung des sich immer mehr zuspitzenden Konflikts um die brütenden Kormorane namentlich im Fanel am Neuenburgersee gewissermassen zur Chefsache erklärt und eine weitere, dringliche Zusammenkunft des dafür zuständigen, paritätischen Konfliktlösungsausschusses im Lauf des Monats April in Aussicht gestellt (das Datum dieses Treffens war bei Redaktionsschluss der vorliegenden Ausgabe noch nicht bekannt).

Fanel: 166 Brutpaare
Die Lage im Vogelschutzreservat Fanel ist in der Tat dramatisch und nötigt dringend zu Taten: Laut Vogelwarte Sempach wurden dort neuerdings 166 Brutpaare gezählt. Gemäss dem sowohl vom SFV als auch vom SVS akzeptierten Kormoran-Sommermassnahmenplan 2005 muss beim Erreichen von 100 Brutpaaren in einer der maximal fünf tolerierten Brutkolonien der Konfliktlösungsausschuss nicht nur zusammentreten, sondern zwingend auch Massnahmen zur Bestandesregulierung beschliessen. Der Fanel-Ausschuss hat bereits zweimal getagt, ohne irgendwelche Interventionen aufzugleisen: Der SVS schaltete in der Person von Geschäftsführer W. Müller stets auf stur und deklarierte jegliche Eingriffe in der Brutkolonie als nicht statthaft, weil angeblich ohne gesetzliche Grundlage.

Diese fundamentalistische Haltung vertrat an dem «Gipfeltreffen» auch Aeschbacher. Nach geltendem Recht sind Interventionen jedoch durchaus möglich, sofern die betroffenen Kantone bei der zuständigen Bundesstelle (in vorliegenden Fall das BAFU) entsprechende Gesuche einreichen. Das hat in der Zwischenzeit der Kanton Neuenburg auf Betreiben von Regierungsrat Fernand Cuche (Grüne!) getan (vgl. SFZ/Petri-Heil 4/07). Allerdings verpuffte laut Thierry Potterat, SFV-Vizepräsident für die Romandie, eine erste Eingabe offenbar wirkungslos. Deshalb sei eine zweite Demarche bei der für die Jagd zuständigen BAFU-Stelle unternommen worden. Dieser kantonale Druck könnte die Haltung Geigers an dem «Gipfeltreffen» mit beeinflusst haben.

Letzte Chance!
Die von Widmer an dem Meeting verteidigte SFV-Position ist unverändert: Der Massnahmenplan von 2005 verkäme zu reiner Makulatur, falls an der dritten Sitzung des Konfliktlösungsausschusses erneut bloss geredet und keine konkreten Eingriffe beschlossen würden. Dabei gehe es nicht darum, wild in der Gegend herum zu schiessen. Es gebe weichere Massnahmen zur Bestandesregulierung. Der SVS hat gemäss Aeschbacher ebenfalls kein Interesse daran, dass die Angelegenheit aus dem Ruder läuft. Deshalb befürwortete auch er ein weiteres Treffen des Ausschusses. Zudem stellte er einen parlamentarischen Vorstoss in Aussicht: Mit einer Motion will er den Bund verpflichten, die Berufsfischer für die von Kormoranen verursachten Netzschäden zu entschädigen.

Dieses bisher vom Bundesrat stets abgelehnte Anliegen ist sachlich gerechtfertigt und verdient Unterstützung. Allerdings zielt es bloss auf eine Milderung der Wirkung, nicht auf die Beseitigung der Ursache des Problems. Fakt ist: Ohne angemessene Interventionen (Vergrämungen, Massnahmen an Gelegen u.ä.) im Fanel, nötigenfalls auch an anderen Brutstätten, geht es nicht. Die Ausschusssitzung vom April ist in den Augen von Widmer somit «die letzte Chance, die leidige Angelegenheit wirkungsvoll und zeitgerecht auf diplomatischer Ebene zu lösen».

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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