DeutschFrançaisItaliano
HomeKontaktDownloadsNewsletterAgendaLinks  RSS Suche:
STARTSEITEÜBER UNSHERAUSFORDERUNGENAUSBILDUNGFISCH DES JAHRESTAG DER FISCHEREIARCHIVSFV-Shop

«Lebendiges Wasser» - ein Herzensanliegen

Nahezu drei Viertel der Schweizer Bevölkerung unterstützen die Renaturierung von Flüssen, Bächen und Seen. Und mehr als die Hälfte befürworten ein Antragsrecht der Umweltorganisationen.

 

Von derartigen Bildern mit durch Kraftwerke praktisch trocken gelegten Flüssen (Bild: Saane bei Laupen BE) hat die Schweizer Bevölkerung die Nase voll: Sie will renaturierte Gewässer.

Dies ergab eine vom Trägerverein der SFV-Initiative «Lebendiges Wasser» in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage, die das Forschungsinstitut gfs-zürich Ende 2008 bei 1014 Personen in der deutschen und der französischen Schweiz durchführte. Danach sprechen sich 72 Prozent für Renaturierungsmassnahmen an Bächen, Flüssen und Seen aus, davon 52 Prozent sehr und 20 Prozent eher (vgl. Grafik 1). Die Unterstützung ist in den beiden Landesteilen annähernd gleich stark: 74 Prozent in der deutschen, 67 Prozent in der Westschweiz. Sie ist überdies im gesamten politischen Spektrum gut verankert. Lediglich neun Prozent der Befragten sprechen sich grundsätzlich (4%) oder eher (5%) gegen Renaturierungen aus. Bloss zwei Prozent haben noch keine Meinung.

Grafik 1

Für Antragsrecht
Natürliche Fluss- und Seelandschaften sind der Schweizerbevölkerung offenbar ein Herzensanliegen. Der Umstand, dass 59 Prozent der Befragten klar (35%) oder zumindest eher (24%) zu Gunsten der Schaffung eines Antrags- und Beschwerderechts der Umweltverbände aussprechen, lässt diesen Schluss zu (vgl. Grafik 2). Die SFV-Volksinitiative fordert dieses neue Rechtsmittel, um Renaturierungen nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufordern. Nur 17 Prozent sprachen sich entschieden dagegen aus, 16 Prozent sind eher dagegen. Auch in dieser Frage besteht mehrheitliche Zustimmung über die Parteigrenzen hinweg. Einzig bei der potenziellen SVP-Wählerschaft ist eine knappe Mehrheit von 51 Prozent dagegen. Acht Prozent haben noch keine Meinung.

Restwasser
Im Zusammenhang mit der Behandlung der Initiative «Lebendiges Wasser» hat der Ständerat bekanntlich einen indirekten Gegenvorschlag ausgearbeitet, der wesentliche Elemente des SFV-Volksbegehrens übernimmt. Allerdings hat er dabei die Restwasservorschriften verschlechtert: Nach geltendem Recht dürfen Gewässer zum Zweck der Stromproduktion nur dann trocken gelegt werden, wenn sie höher als 1700 Höhenmeter gelegen sind. Gemäss Ständeratsbeschluss soll diese Grenze auf 1500 m/M abgesenkt werden. 47 Prozent der Befragten lehnen diese Verwässerung der Restwasserpflicht ab, 34 Prozent stimmen ihr zu. Allerdings haben sich noch 20 Prozent keine Meinung gemacht, was angesichts der Komplexität des Problems nicht weiter erstaunt.

Grafik 2

 

Insgesamt zeigt diese neuerliche Umfrage, dass die wichtigsten Anliegen der Initiative «Lebendiges Wasser» in der Bevölkerung fest verankert sind. Das erstaunt nach der wuchtigen Ablehnung der FDP-Initiative über das Verbandsbeschwerderecht nicht. Die Umweltkommission des Nationalrats, die sich gegenwärtig mit der Initiative und dem Gegenvorschlag des Ständerats befasst, ist daher gut beraten, «Volkes Stimme» gebührend Gehör zu schenken.


Bundesempfehlungen zum PCB-Problem

Eine Gesamtbeurteilung der Lage an der «PCB-Front» wird der Bund zwar erst im Laufe des Jahres vornehmen können. Zu Handen der Kantone wurden im Sinn von Entscheidungshilfen jedoch erste Empfehlungen publiziert.

 

Die vom BAFU und vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) Mitte Januar veröffentlichten Empfehlungen umschreiben das Vorgehen bei hohen Konzentrationen von dioxinähnlichen PCB in Fischen. Zweck dieser Massnahme ist es, die kantonalen Praktiken zu vereinheitlichen und - so die amtliche Verlautbarung - «den Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten, insbesondere der Angelfischerinnen und -fischer und ihrer Angehörigen zu gewährleisten».

Die Handlungsanweisungen stützen sich auf Abklärungen der im Anschluss an die PCB-Vergiftungen in den Kantonen Freiburg (Saane) sowie Jura und Basel-Landschaft (Birs) im Frühling 2008 eingesetzten Bundes-Expertengruppe. Matthias Escher (Büro Aqua-Sana) vertritt den SFV in diesem Gremium, ebenso in der Untergruppe, die sich gezielt mit fischereirechtlichen Massnahmen befasst, d.h. mit risikobasierten Beschränkungen der Fischerei und des Fischkonsums, die für Gewässer mit erhöhten PCB-Belastungen zur Anwendung kommen. Diese Arbeiten sollen Mitte Jahr mit der Publikation eines Gesamtberichts abgeschlossen werden.

Am vergangenen 1. Januar hat die Schweiz die in der EU geltende Höchstkonzentration für Dioxine und dioxinähnliche PCB von 8 Picogramm Toxizitätsäquivalenten pro Gramm Frischgewicht (8 pg TEQ/g FG) als neuen Toleranzgrenzwert eingeführt (1 pg = 1 Billionstelgramm = 10‾¹² g). Ist dieser Wert überschritten, wird das Inverkehrbringen von Fischen untersagt. Dieses Verbot gilt auch für selbst gefangene Fische und deren (auch unentgeltliche) Weitergabe. Bei Konzentrationen zwischen 8 und 25 pg TEQ/g FG ist der Verzehr durch Angelnde und ihre Angehörige weiterhin möglich. Sobald aber bei einer Fischart Konzentrationen von mehr als 25 pg TEQ/g FG festgestellt werden, wird den Kantonen der Erlass eines Fangverbots für die betroffenen Gebiete nahegelegt.


Graureiherabschüsse vor Bundesgericht

Gegen die vom Freiburger Kantonsgericht bestätigte Erlaubnis zum gezielten Abschuss Schaden stiftender Graureiher durch Fischzüchter haben der Schweizerische Vogelschutz und Pro Natura beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht.

 

Der Schutz der Graureiher ist nicht absolut: Wo diese Vögel Schaden stiften, werden Abschüsse toleriert.

Vier Fischzüchter durften mit Genehmigung des Freiburger Amts für Wald, Wild und Fischerei gezielt einzelne Graureiher schiessen. Diese an sich geschützten Vögel richteten in den Fischzuchtanlagen beträchtliche Schäden an, womit die Voraussetzung für diese Abschüsse gegeben war. Die Abschussbewilligung wurde im Februar 2007 zu Recht um zwei Jahre verlängert.

Gegen diesen Bescheid führten die Vogel- und Naturschutzorganisationen Beschwerde beim Kantonsgericht. Dieses erteilte den Beschwerdeführenden eine Abfuhr. In ihrem Entscheid hielt die höchste Freiburger Gerichtsinstanz fest, den Fischzüchtern sei das Anbringen von Netzen zur Abwehr der Fisch liebenden Reiher aus Kostengründen nicht zuzumuten. Wenn man weiss, dass derartige «nicht tödlichen Abwehrmassnahmen» rasch einmal mehrere zehntausend Franken kosten, ist diese Auffassung sehr wohl nachvollziehbar.

Vor Bundesgericht
Mit diesem Bescheid war man seitens SVS/Birdlife Schweiz und Pro Natura gar nicht einverstanden, der Gang nach Lausanne somit folgerichtig. Die beiden Organisationen machen geltend, in den vergangenen zehn Jahren seien bei den erwähnten Fischzuchtanlagen bereits 1'400 Graureiher geschossen worden. «Dies gefährdet den Bestand dieser geschützten Vogelart im Kanton,» heisst es in einer Medienmitteilung. Im Schnitt würden auf diese Weise mehr Vögel geschossen als die ansässigen Brutpaare an Jungvögeln aufziehen könnten. Zudem ernährten sich die Reiher nicht nur von Fischen, sondern seien auch auf Feldern auf der Jagd nach Essbarem, vorab nach Mäusen. Das trifft zwar zu, aber wenn Fische vorhanden sind, sind sie die bevorzugte Beute dieser gefiederten «Anglerkollegen».

Nicht gefährdete Art
Kommt hinzu, dass die Graureiher als Art in keiner Weise mehr in ihrem Bestand gefährdet oder gar akut bedroht sind. Aus diesem Grund wurde dieser Vogel von der in Gland VD ansässigen Weltnaturschutzunion (IUCN, International Union for Conservation of Nature) schon vor zwei Jahren in die LC-Kategorie der am wenigsten gefährdeten Vogelarten (LC = «least concern») eingeteilt. In der Tat: Die Graureiher-Bestände nehmen seit 1970 ständig zu. Zählte man damals bloss rund 400 Tiere, leben heute nach Angaben von Birdlife Schweiz ungefähr 1'400 Brutpaare in der Schweiz. Während des Winterhalbjahrs2007/08 zählten Ornithologen an Gewässern rund 1'600 Individuen. In dieser Zahl sind die fernab der Gewässer befindlichen Tiere nicht enthalten. Schliesslich sah schon der Bericht «Graureiher und Fischerei» aus dem Jahr 1984 bei kommerziellen (Fischzucht-)Grossanlagen Einzelabschüsse unter der Aufsicht der Kantone vor. In der damaligen «Kontaktgruppe Graureiher», die diesen Bericht ausarbeitete, wirkten notabene sowohl Pro Natura (damals Bund für Naturschutz SNB) als auch die Vogelwarte Sempach aktiv mit.

Rechtslage klar
Dieser Bericht bzw. die Schlussfolgerungen und Empfehlungen gelten auch heute noch. Geht es allerdings nach den Vogelschützern und ihren Verbündeten sollten sie - ähnlich wie die Kormoran-Massnahmenpläne - tote Buchstaben bleiben. Angesichts der klaren Rechtslage, die Einzelabschüsse sowohl von Graureihern als auch von Gänsesägern sehr wohl toleriert, verbleibt die Hoffnung, das Bundesgericht möge ein für alle Mal dafür sorgen, dass die Rechnung der Beschwerdeführenden nicht aufgeht.


Globis Wassergeschichten

In der Kindersachbuch-Reihe «Globi Wissen» lernt Globi auf unterhaltsame und lehrreiche Art anhand von «Geschichten vom Wasser» alles Wesentliche rund um dieses Lebenselixir kennen.

Das reich und sehr informativ illustrierte Werk bringt Globi mit sämtlichen Aspekten des umfassenden Themas Wasser in Berührung. Die Kernbotschaften an die 7- bis 11-jährige Leserschaft sind klar: Ohne Wasser gibt es kein Leben, aber das Vorhandensein von Wasser in guter Qualität ist keine Selbstverständlichkeit. Und so lernt Globi u.a. auf der Reise von der Rheinquelle bis zur Nordsee und dem Wattenmeer den Lebensraum Wasser und seine Bewohner unter und über der Wasseroberfläche kennen, ebenso seine Nutzer, vom Fliegen- und Berufsfischer bis zum Kraftwerkbetreiber, dem Rhein- und Hochseeschiffer. Die Bedeutung des Rheins als Verkehrsweg für Menschen, Waren und Wanderfische gelangt ebenso zur Darstellung wie die Aspekte Gewässerschutz und Abwasseraufbereitung. Ein dem Zielgruppenalter angepasster theoretischer Teil führt schliesslich in die mit dem Wasser verbundenen Themenkreise ein: Wasserkreislauf, Wetter und Klima, ferner Hochseefischerei und Überfischung.

 

Das selbst für Erwachsene spannend zu lesende Buch wurde in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz lanciert. Es ist im SFV-Shop zum Preis von CHF 29.80 erhältlich, ebenso im Buchhandel.

 

«Geschichten vom Wasser - ein Sachbuch von Globi», Hochformat gebunden, 96 vierfarbig illustrierte Seiten; Globi-Verlag; ISBN 978-3-85703-365-0.

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

zur Informationsseite

SFV-Newsletter abonnieren

Immer auf dem Laufenden sein, was den SFV und die Fischerei betrifft.

Newsletter abonnieren

Mitglied werden

Mitglied eines Fischereivereins oder Gönnermitglied des SFV werden

Beitrittserklärung

SFV-Spendenkonto

Postkonto:  30-444852-8

 
Design & Technology by YOUHEY Communication AG, Burgdorf, Switzerland.