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SFV lanciert Prädatoren-Petition

Der Schweizerische Fischerei-Verband lancierte im Rahmen der Ausstellung Fischen Jagen Schiessen eine Petition für griffige Massnahmen gegen den Frassdruck von Kormoran, Gänsesäger und Graureiher.

In der vom Zentralvorstand gutgeheissenen Petition fordert der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) den Bundesrat und die eidgenössischen Räte auf, die Bundesgesetzgebung über die Jagd und den Vogelschutz in dem Sinn abzuändern, dass die Kantone «rasch wirksame Massnahmen zur dauerhaften Begrenzung» der Kormoran-, Gänsesäger- und Graureiherbestände ergreifen können. Dabei soll auf andere geschützte Vogelarten gebührend Rücksicht genommen werden.

Mit diesem Vorbehalt stellt der SFV klar, dass für ihn der Schutz gefährdeter oder bedrohter Arten kein blosses Lippenbekenntnis ist. Er erinnert daran, dass der Schweizer Vogelschutz gegen bestimmte unerwünschte Vogelarten (beispielsweise Rostgänse; vgl. Petri-Heil 2/08, S. 45) sehr unzimperlich vorgeht und schlicht deren «Entfernung aus der freien Wildbahn» will. Derart rigorose Ausrottungskampagnen zu verlangen, käme Fischerinnen und Fischern nicht in den Sinn!

Schonzeit verkürzen
Als Sofortmassnahme wird eine unverzügliche Verkürzung der Schonzeit für Kormorane um drei Monate verlangt. Nötigenfalls sollen Hegeabschüsse durch die Wildhut angeordnet werden, sofern die Jäger nicht eine ausreichende Anzahl dieser jagdbaren Vögel erlegen. Nach Meinung des SFV ist eine Angleichung der Kormoran-Schonzeit an die im benachbarten Ausland geltenden Regelungen unerlässlich, um ein Ausweichen dieser Prädatoren auf schweizerisches Gebiet zu verhindern: Falls sie in der Schweiz in Ruhe gelassen werden, vergrössern sie den Frassdruck zusätzlich. Der SFV erwartet, dass die Kantone die Schonzeit im Rahmen ihrer Zuständigkeitsgrenzen ebenfalls verkürzen.

Der SFV verlangt, dass in Zukunft auch im Fanel-Schutzgebiet am Neuenburgersee Massnahmen zur Bestandesregulation des Kormorans ergriffen werden können.

Auch in Schutzgebieten
Die Petition fordert im weitern «angemessene Massnahmen zur Bestandesregulation» der erwähnten Vogelarten auch in Vogelschutzgebieten, «sofern die Nebeneffekte dieser Massnahmen auf dort lebende geschützte Vogelarten gering sind.» Der SFV erwartet, dass die Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von nationaler und internationaler Bedeutung (WZVV) in diesem Sinn geändert wird. 

Im Fokus steht eindeutig das internationale Vogelschutzgebiet Fanel bei Cudrefin am Neuenburgersee. Seit dem Auftauchen der ersten Kormoran-Brutpaare im Jahr 2001 hat dort der Bestand brütender Vögel explosionsartig zugenommen und wird weiter zunehmen, wenn nichts unternommen wird. Massnahmen drängen sich aber auch in andern Brutstätten auf.

Schäden vergüten
Nach geltendem Jagdrecht können durch fischfressende Vögel verursachte Schäden nicht vergütet werden, im Gegensatz etwa von Schäden, die das Wild an landwirtschaftlichen Kulturen anrichtet. Tatsache ist, dass vor allem Berufsfischer durch fischende Kormorane geschädigt werden:Tauchende Vögel reissen Löcher in die Netze, picken gefangene Fische heraus oder fügen dem Fang Verletzungen zu. Derart beschädigte Fische sind nicht mehr verkäuflich. Der SFV setzt sich dafür ein, dass den Berufsfischern solche Schäden in Zukunft vergütet werden können. Der Schadensbegriff in der Jagdgesetzgebung ist in diesem Sinn zu präzisieren. 

Falls auf die Ausrichtung solcher Entschädigungen verzichtet wird, sollen Berufsfischer und Fischzüchter im Gegenzug sog. Selbsthilfemassnahmen auch gegen die heute noch geschützten Gänsesäger und Graureiher ergreifen, d.h. solche Vögel schiessen können. Nach geltendem Recht sind derartige Selbsthilfemassnahmen nur gegen Kormorane gestattet.
 
Alle dürfen unterschreiben
Das Petitionsrecht gemäss Artikel 33 der Bundesverfassung ist ein Grundrecht. Um es auszuüben, sind keine besonderen verfahrensrechtlichen Vorschriften zu beachten, im Gegensatz zum Initiativ- und Referendumsrecht. Jeder Einwohner, jede Einwohnerin, auch Ausländerinnen und Ausländer und Jugendliche ohne Stimm- und Wahlrecht, können eine Petition unterschreiben. Die Behörden, an die sie sich richtet, haben die Eingabe zur Kenntnis zu nehmen. Sie sind jedoch nicht verpflichtet, den Anliegen einer Petition Rechnung zu tragen. Eine Eingabe entfaltet aber selbst dann Wirkung, wenn ihre Forderungen unerfüllt bleiben.

Das gilt auch für die Prädatoren-Petition. Unterschriftenbogen können beim Schweizerischen Fischerei-Verband (Postfach, 8201 Schaffhausen; sfv-fsp(at)gmx.ch; Tel. 079 794 6803) angefordert oder von der Homepage heruntergeladen werden. Bei den Präsidenten der Fischereiverbände und -vereine sind ebenfalls welche erhältlich. Die Unterschriftensammlung läuft bis Ende April.

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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