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124. DV mit reichhaltigem «Menü»

Kormoran, Tierschutz-Sachkundenachweis, Initiative «Lebendiges Wasser», Verbandsstrukturen und Wahlen: Dies einige Stichworte zur diesjährigen SFV-Delegiertenversammlung.

Der schwarzgefiederte Vogel bildete zweifellos das «Herzstück» der 124. ordentlichen DV in Olten (vgl. Separatbericht). Mit Interesse folgten die Delegierten aber auch den Ausführungen zu den weiteren Tagesgeschäften. Sachkunde-Nachweis (SaNa):Ab 2009 wird der SaNa über tierschutzgerechtes Verhalten beim Fischfang obligatorisch. Der SFV hat dafür gesorgt, dass der vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVet) verlangte «Schulsack» nicht die Dimensionen eines Armeerucksacks annahm. Gemäss Ausbildungsleiter Rudolf Hauser wird das Lehrmittel des bewährten Sportfischerbrevets, ergänzt mit den SaNa-Inhalten, beibehalten. SFV und Petri-Heil bewerben sich in einem Joint-Venture um das SaNa-Management. An regionalen Anlässen wird der SFV die Verantwortlichen der Kantonalverbände und Vereine informieren, sobald alle Details geregelt sind. «Lebendiges Wasser»:Unter SFV-Federführung wurde zusammen mit Pro Natura, WWF und Greina-Stiftung der Trägerverein «Ja zu Lebendigem Wasser» gegründet. Er betreut die Weiterbearbeitung der SFV-Renaturierungsinitiative. Zu diesem Zweck wird ein Kampagnenleiter in Teilzeit angestellt. Laut SFV-Präsident Widmer, der auch den neuen Verein leitet, handelt es sich um eine echte Erfolgsstory, die im Bundeshaus etwelches Bauchweh verursacht. Strukturreform:Auf Antrag des Zentralvorstands verabschiedete die DV drei Grundsätze für die Strukturreform «SFV.2020». Sie lauten: 1. Auf Kernaufgaben konzentrieren 2. Eigene Fachkompetenz verbessern 3. Kommunikation intensivieren. Rudolf Hauser wird das Reformprojekt auch nach seinem Rücktritt aus der GL im Mandat zu Ende führen, ebenso den SFV-Shop (bis Ende 2007). Die mit neuen Mitgliedern ergänzte GL wird die entsprechenden Vorgaben noch definieren. Sie hat namentlich die Nachfolge des zurückgetretenen Geschäftsführers Tobias Winzeler zu regeln.

Neu in der GL: Laurent Giroud (links) und Roland Seiler.

Wahlen:
Neu in die Geschäftsleitung wurden gewählt: Roland Seiler, Präsident des Bernisch Kantonalen Fischerei-Verbands (BKFV), Albert Demut, Fischerei-Verband des Kantons Zürich (FKZ), als Zentralkassier und Laurent Giroud, bisher Präsident der Fédération Neuchâteloise des Pêcheurs en Rivière (FNPR). Damit ist der vakante zweite Sitz der Romandie wieder besetzt.

Als neuer Revisor wurde Hansjörg Dietiker (Schweiz. Casting-Verband) und als Ersatzrevisor Michael Fiechter, Fischereiverband Kanton St. Gallen (FVKSG) bestellt.

Für ihre Verdienste geehrt wurden (von links) Rudolf Hauser, Urs Zeller und Rolf C. Auer.

Ehrungen:
Für ihre langjährigen Verdienste um den SFV und die Fischerei im Allgemeinen wurden zur Ehrenmitgliedern ernannt: Rudolf Hauser (Urner Fischereiverein UFV), Leiter der Ressorts Ausbildung, Messen/Ausstellungen und SFV-Shop sowie Verantwortlicher weiterer Mandate (u.a. Tierschutz) und Urs Zeller (Kantonaler Fischereiverband Baselland KFVBL), Ressortleiter Gewässer und Umwelt sowie SFV-Delegierter bei der Internat. Kommission zum Schutz des Rheins IKSR. Beide waren 1996 an der DV in Niederurnen in die GL gewählt worden. In Würdigung seiner hervorragenden Dienste als Geschäftsführer wurde ferner Tobias Winzeler mit einer "Standing Ovation" zum Ehrenmitglied ernannt. Er verabschiedete sich mit einem humorvollen Votum und einem reichhaltigen Apéro für die Delegierten.

Mit der SFV-Verdienstmedaille geehrt wurde Rolf C. Auer (KFVBL), Zentralkassier seit der DV 2000.

Finanzen:
Die Jahresrechnung 2006 schliesst bei einem Ertrag von CHF 255'930 und einem Aufwand von CHF 247'211 mit einem Gewinn von CHF 8'719 ab. Das Budget 2007 rechnet ebenfalls mit einem kleinen Gewinn von CHF 6'840, bei unverändertem Mitgliederbeitrag von CHF 7.--. Rechnung und Budget wurden oppositionslos genehmigt. Weit unter Budget ist der Kampffonds «Lebendiges Wasser» (Stand Ende 2006: CHF 126'083; Sollstand: rund CHF 330'000!).

Sag's mit Blumen: Präsident Werner Widmer leistet bei Margrit Hauser (links) und Erika Winzeler Abbitte für ihr häufiges "SFV-Witwendasein".
DV-Prominenz: SFV-Ehrenpräsident Kurt Meyer (links) mit dem Präsidenten des Verbands Deutscher Sportfischer VDSF (und EAA-Vorsitzenden), Peter Mohnert.

Kormoran: SFV stellt Ultimatum

Der SFV hat endgültig genug von der kompromisslosen Haltung der Vogelschützer und vom Hin- und Herlavieren des BAFU. Falls nichts geschieht, wird er die Kormoran-Massnahmenpläne kündigen.

«Mir ist der Kragen geplatzt!» Mit dieser Feststellung dürfte SFV-Präsident Werner Widmer auch die Befindlichkeit des Grossteils der Zentralvorstandsmitglieder wiedergegeben haben, die sich am 5. Mai zur Vorbereitung der gleichentags stattfindenden Delegiertenversammlung trafen. Anlass zu solchen Tönen gab die harsche, kompromisslose Reaktion des Schweizer Vogelschutzes (SVS) auf die unmissverständliche Forderung des SFV, den Sommermassnahmenplan in der Brutkolonie im Fanel am unteren Ende des Neuenburgersees, wo mehr als 165 Brutpaare gezählt wurden, endlich umzusetzen, d.h. nicht nur zu palavern, sondern Nägel mit Köpfen zu machen.

Die Ausgangslage ist kristallklar: Gemäss Massnahmenplan 2005 tritt bei Anwesenheit von mehr als 100 Brutpaaren in einer oder mehreren der maximal fünf tolerierten Brutkolonien der regionale Konfliktlösungsausschuss zusammen - aber gewiss nicht bloss zum Teetrinken und Austauschen von unverbindlichen Nettigkeiten, sondern um Massnahmen zur Beseitigung des Konflikts Fischerei/Vogelschutz zu beschliessen. Alles andere wäre Augenwischerei.

Erich Staub erläutert den Delegierten problembewusst die aktuelle Rechtslage.

Zögerliches BAFU
Die als zögerlich-unschlüssig wahrgenommene Politik des Bundesamts für Umwelt (BAFU) trägt nach Meinung des SFV ebenfalls wenig zur Überwindung der Krise bei. Dabei ist die an der Delegiertenversammlung von Dr. Erich Staub, Chef der BAFU-Sektion Fischerei und aquatische Fauna, im Detail erläuterte Rechtslage eindeutig: Der Kormoran ist jagdbar, im Gegensatz zu Gänsesäger und Graureiher. Das Schutzgebiet Fanel mit den zwei künstlich aufgeschütteten Vogelinseln liegt auf Neuenburger und Berner Boden. Die beiden Kantone könnten beim BAFU eine Verlängerung der Kormoranjagd beantragen. Das war bislang nicht der Fall.

Untätige Kantone
Die Kantone können gemäss Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung (WZVV) auch «besondere Massnahmen zur Förderung und zum Schutz der Fischbestände» bewilligen, sofern dadurch die Zielsetzung der Reservate nicht beeinträchtigt wird. Das liesse das Stechen oder Besprayen von Gelegen zu. Der SVS lehnt solche Eingriffe bis dato kategorisch ab. Selbst die Jagd wäre erlaubt, wie beispielsweise am Hochrhein zum Schutz der Äsche. Ferner könnten laut Staub auf Antrag der Kantone die WZVV-Anhänge überprüft werden. Darin sind die Schutzgebiete definiert. Pikant: Erst als der Kanton Neuenburg «seine» Insel mit Blockwurf gegen Erosion schützte, wurde sie zur Brutstätte für den Kormoran. Bislang wehrte sich der Kanton gegen das Entfernen der Blöcke (womit auf sanfte Weise auch die Brutkolonie wieder verschwände).

Wortgewaltig schildert Berufsfischer Marcel Martin die Probleme mit dem Kormoran.

Netzschäden
Die Berufsfischer, an der SFV-DV wortgewaltig vertreten von Marcel Martin (Ligerz), beklagen seit vielen Jahren mit gutem Grund durch Kormorane verursachte erhebliche Netzschäden. Diese können nach geltendem Recht nicht entschädigt werden. Wie Staub darlegte, ermöglichte eine Ausweitung des Schadenperimeters auf Wasserflächen eine Abgeltung analog der für Wolf und Luchs geltenden Regelung. Das wäre durchaus im Sinn des SFV, der die Forderung der Berufsfischer vollumfänglich unterstützt, im Wissen darum, dass dadurch bloss die Symptome, nicht aber die Ursachen des Problems bekämpft werden können. Schliesslich tönte der sehr problembewusste BAFU-Vertreter an, auch für Gänsesäger-Überbestände sollte eine Lösung gemäss dem Reiher-Massnahmenplan (Abschuss von schadenstiftenden Einzelexemplaren) gefunden werden können.

SFV-Forderungen
Die Ausgangslage ist somit eindeutig: Im Fall Fanel sind in erster Linie die beiden betroffenen Kantone gefordert. Von ihnen erwartet der SFV ein rasches und energisches Vorgehen. Der Kanton Neuenburg hat sich in Bern bereits gemeldet, offenbar noch ohne Erfolg. Aus diesem Grund fordert der SFV auch das BAFU dringend auf, seinen Teil der Gesamtverantwortung wahrzunehmen und zu handeln. Die Sitzung der Arbeitsgemeinschaft «Kormoran und Fische» bietet dazu Gelegenheit. Bleibt dieses Treffen erneut ergebnislos, wird die SFV-Geschäftsleitung dem Zentralvorstand die Kündigung der Kormoran-Massnahmenpläne beantragen. Dieser Antrag wird mit Sicherheit gutgeheissen. Die Konsequenz: Die Jagd auf den Kormoran könnte im Rahmen des geltenden Jagdrechts in den heutigen Nichteingriffsgebieten an Seen und Stauhaltungen wieder aufgenommen werden. Es darf füglich bezweifelt werden, dass das im Interesse des SVS (und der Vögel) liegt (vgl. die Medienmitteilung vom 6.5.07 auf der SFV-Homepage).

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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