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SFV-Initative: GESCHAFFT!

Der SFV bzw. seine Mitglieder und ihm nahe stehende Kreise haben es geschafft: Die Volksinitiative "Lebendiges Wasser" kommt zustande. Sie wird am 3. Juli eingereicht.

154'152! Diese Zahl prangte in roten Riesenziffern auf der Saalleinwand des Hotels Bern, wo sich am 6. Mai die SFV-Delegierten zur 123. DV versammelt hatten. Die sechs Ziffern standen für das Ergebnis der Unterschriftensammlung bis zu diesem Tag. Sie dokumentierten die Tatsache, dass die im Januar 2005 mit so viel Herzblut und Engagement gestartete Fischer-Volksinitiative "Lebendiges Wasser" tatsächlich zustande kommen wird, allen Unkenrufen und Widerwärtigkeiten zum Trotz. Zwar waren an diesem verregneten Samstag noch nicht alle Unterschriften beglaubigt. Aber selbst unter der "worst-case"-Annahme von 20 Prozent ungültigen Signaturen würde, das stand fest, das Volksbegehren mit über 120'000 gültigen Unterschriften zustande kommen.

Der Termin zu seiner Einreichung wurde deshalb gleich verbindlich festgelegt: Es ist der 3. Juli 2006 um 10.30 Uhr. Es wäre toll, wenn möglichst zahlreiche Fischerinnen und Fischer bei der Übergabe der Unterschriftspakete dabei wären (Besammlung ab 09.30 h auf dem Bundesplatz in Bern; das Detailprogramm wird Mitte Juni auf der SFV-Homepage publiziert).

80 Prozent von Fischern
Gut und gerne 80 Prozent der Unterschriften, nämlich rund 123'000, wurden bis zu diesem Tag von Fischerinnen und Fischern zusammengetragen. Rund 100'000 stammten aus SFV-Verbänden und -vereinen. Der Sammelwettbewerb von "Petri-Heil" ergab 18'000 Unterschriften. Ein Grossteil davon geht ebenfalls auf das Konto von SFV-Vereinen. Die restlichen Signaturen aus Fischerkreisen stammten aus dem Tessin (4'400), dem Wallis (550), dem Jura (300) und von Fischereiartikelhändlern (rund 670). Weitere rund 31'000 Unterschriften wurden von befreundeten, zielverwandten Organisationen gesammelt, so von WWF (rund 14'500), Pro Natura (7'500), Greina-Stiftung (rund 7'100), Jägern, Kanuten und weiteren kleineren Organisationen vorab aus dem Mitgliederkreis der Aqua Viva.

Referendumsfähig
Der "geistige Vater" und unermüdliche Promotor dieses Volksbegehrens, SFV-Geschäftsführer Tobias Winzeler, konnte also mit gutem Grund aufschnaufen. Er setzte auch gleich zu einer kleinen "Manöverkritik" an: Die Unterschriftensammlung lief überaus harzig an. Bis Mitte Dezember letzten Jahres waren bloss rund 52'000 Unterschriften eingetroffen, und Mitte Februar lag der Sammelpegel immer noch bei mageren 61'000. Nachdem sämtliche Alarmglocken geschellt und "Petri-Heil" mit einem Wettbewerb gelockt hatten, gab männiglich Gas. Allein im Schoss des SFV kamen innert zwei Monaten 36'000 Unterschriften zusammen. "Das beweist, dass der SFV referendumsfähig ist, d.h. nötigenfalls innert drei Monaten die für ein Referendum erforderlichen 50'000 Unterschriften zusammenbringt!", gab Winzeler mit Nachdruck zu Protokoll. Die Damen und Herren im Bundeshaus tun gut daran, von diesem Faktum Kenntnis zu nehmen.

Mehr als die FDP
Es war SFV-Zentralpräsident Werner Widmer vorbehalten, den Sammlerinnen und Sammlern im ganzen Land für den tollen Einsatz zu danken. Darunter gab es ausgesprochene Spitzenleute (gemäss Winzelers Statistik waren es deren rund 300), daneben leider auch Vereine, die ihr Plansoll von vier Unterschriften je Mitglied krass verfehlten. So oder so: Der SFV hat mehr Unterschriften zusammengetragen als die FDP, die für ihre Anti-Verbandsbeschwerde-Initiative laut eigenen Angaben anderthalb Millionen Franken ausgab und trotzdem weniger Signaturen zusammenbrachte als der SFV. Dies notabene trotz den Unterschriftenfälschungen mit den Namen und Geburtsdaten von Verstorbenen, die bezahlte (3 Fr. pro Unterschrift) Sammler einer Treuhandfirma im Kanton Zürich auf einem Friedhof von Grabsteinen abgeschrieben hatten!

Warten auf Kampffonds-Spenden
Die Initiative "Lebendiges Wasser" ist geschafft. Die eigentliche, politische Arbeit steht dem SFV und seinen Verbündeten aber noch bevor. Sie wird mit der Verabschiedung der Botschaft des Bundesrats an das Parlament beginnen und voraussichtlich in einen Abstimmungskampf münden. Für diese Auseinandersetzungen benötigt der SFV dringend Geld (wenn auch nicht gerade 1,5 Millionen!).

Zu diesem Zweck wurde der Kampffonds geschaffen und die (freiwillige) Zehnernötliaktion beschlossen. Die SFV-Vereine sind nach wie vor dringend eingeladen, pro Mitglied zehn Franken in diesen zweckgebundenen Fonds einzulegen. Dieser ist bis heute nicht einmal zu einem Drittel gefüllt! SFV-Zentralkassier Rolf C. Auer ist deshalb für jede Spende dankbar (es darf auch "äs bitzeli meh si als zäh Fränkli").


"Wie mit Luchs, Wolf und Bär…!"

Gelingt es im Schoss des Kormoran-Konfliktlösungsausschusses nicht, eine Konsenslösung für das Brutkolonienproblem zu finden, wird sich der SFV nicht mehr an Verhandlungen über die Prädatorenfrage beteiligen. Die SFV-Delegierten quittierten diese vom Zentralvorstand autorisierte Erklärung mit Applaus.

Der SFV-Frontmann in der Prädatorenfrage, Artenschutz-Ressortchef Martin Peter, gab sich an der Delegiertenversammlung in Bern verbindlich: Der SFV habe es satt, sich vom Schweizer Vogelschutz (SVS) vorwerfen zu lassen, er habe mit der Einberufung des im Kormoran-Sommermassnahmenplan vorgesehenen Konfliktlösungsausschusses Abmachungen verletzt. Die Ausgangslage ist tatsächlich klar: Laut Massnahmenplan tritt dieser paritätische Ausschuss zusammen, wenn mehr als 100 Brutpaare gezählt werden. Das ist heute im Fanel am Neuenburgersee der Fall. Trotzdem hat sich der SVS laut Peter an der ersten - ergebnislosen - Sitzung in der Rolle des Anklägers gefallen. Das lasse sich der SFV nicht länger bieten. Am Zug sei jetzt das Bundesamt für Umwelt (BAFU). Es müsse eine politische Lösung finden, "wie für Luchs, Wolf und Bär!", forderte er.

Die neue Leiterin der BAFU-Abteilung Artenschutz, Evelyne Marendaz, gab sich bei ihrem erstmaligen Auftritt vor den SFV-Delegierten ebenso verbindlich: "Gemeinsam werden wir das schaffen, wenn vielleicht auch nicht in einer oder zwei Sitzungen", ist sie überzeugt. Sie kündigte noch für den Monat Mai ein weiteres Treffen des Kormoranausschusses und einen Workshop zum Problemkreis "Gänsesäger/Graureiher und Fischerei" an, letzterer ebenfalls auf Verlangen des SFV.

Sachkundenachweis
Weniger Probleme bereiten dürfte hingegen der in der revidierten eidgenössischen Fischereiverordnung voraussichtlich ab 2009 geforderte tierschutzlastige Sachkundenachweis für Angler. Fischer, die in den letzten Jahren regelmässig ihre Patente gelöst oder das Sportfischerbrevet absolviert hätten, würden wohl von dem Nachweis dispensiert.

Marendaz erwartet, dass ab nächstem Jahr Kursleiter ausgebildet und ab 2008 erste Kurse angeboten werden. Die Details dieser Ausbildung werden derzeit in einer BAFU-Arbeitsgruppe erarbeitet. Der SFV ist darin mit Ausbildungschef Ruedi Hauser vertreten. Die Ausbildung der jährlich rund 10'000 Einsteiger könnte sehr wohl von SFV-Vereinen angeboten werden, die über entsprechend ausgebildete Instruktoren verfügen. Laut Hauser wird diese Frage u.a. an der auf den 25. November anberaumten Jungfischer-Ausbildungstagung thematisiert.

SFV 2020
Der Zentralvorstand hatte an seiner Sitzung vom 25. Februar beschlossen, die Strukturen des SFV zu überprüfen, um sie für die nächste Zukunft fit zu machen. Mit der Leitung dieses zukunftsweisenden Projekts wurde der Präsident des Berner Kantonalverbands BKFV, Roland Seiler betraut. Er wird von einem Projektteam unterstützt (Mitglieder: Thierry Pottérat, VPr. SFV, Daniel Luther, Chefred. Petri-Heil, Paul Gubler, Präs. BL, René Keller, Präs. SH). Wie Seiler darlegte, sollen an einem Workshop vom kommenden 10. Juni die mittels einer während der DV durchgeführten schriftlichen Umfrage eruierten Kernfragen vertieft werden. An der DV 2007 sollen die Reformarbeiten mit einer Statutenrevision abgeschlossen werden.

"Berner Modell"
Abgerundet wurde die DV mit Grussbotschaften der Vertreter von Stadt (Stadtrat Simon Röthlisberger) und Kanton Bern (Fischereiinspektor Peter Friedli). In beiden Referaten kam die Bedeutung der Fischereiorganisationen und der hohe Stellenwert ihres Beschwerderechts zum Ausdruck, vorab im Zusammenhang mit Hochwasserschutzmassnahmen. Diese werden heute in enger Zusammenarbeit mit dem Fischereiinspektorat geplant und realisiert. Diese Kooperation ist nicht zuletzt eine Auswirkung des seit 1998 bestehenden Renaturierungsfonds, dessen Verwalter Willy Müller vom Fischereiinspektorat anhand ausgewählter Beispiele die Verfahrens- und Umsetzungsmechanismen aufzeigte. Dieses "Berner Modell" könnte sehr wohl als Vorbild für die in der SFV-Initiative geforderten kantonalen Renaturierungsfonds dienen.

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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