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SFV-Zentralvorstand sanktioniert Übergangslösung

Die Geschäftsführung des SFV soll nach dem Rücktritt von Tobias Winzeler vorübergehend gemäss einem Dreisäulenkonzept sichergestellt werden. Dies beschloss der Zentralvorstand an seiner Sitzung vom vergangenen 18. November.

Um die Zeitspanne zwischen dem aus Altersgründen auf Ende Februar eingereichten Rücktritt des langjährigen, bestbewährten Geschäftsführers und dem Inkrafttreten der neuen Verbandsstrukturen zu überbrücken, erarbeitete die Geschäftsleitung (GL) eine auf drei Säulen basierende Übergangslösung (vgl. SFZ/Petri-Heil 12/06). Diese umfasst einen administrativ-organisatorischen und zwei Beratungsbereiche (Fach- bzw. juristische Beratung).

Für den administrativ-organisatorischen Bereich wird Zentralpräsident Werner Widmer verantwortlich zeichnen und dafür einen Teil seiner freien Kapazitäten zur Verfügung stellen. Unterstützt wird er von einem externen, in Schaffhausen, Widmers Wohnort, domizilierten Sekretariat und einer im Mandat beschäftigten Protokollführerin. Für die Fachberatung soll, wie berichtet, die zweisprachige Fischereiberatungsstelle FIBER beigezogen werden, ferner für Einzelfragen der Veterinärmediziner (und Angler) Matthias Escher. Als juristischer Berater steht weiterhin Tobias Winzeler zur Verfügung. Der ZV stimmte der Dreisäulenlösung klar mit 23 gegen 3 Stimmen zu.

Keine Verzögerungstaktik
In diesen Gegenstimmen manifestierte sich die von einzelnen ZV-Mitgliedern geäusserte Skepsis bezüglich der Dauer des Übergangsregimes. Vorbehalte wurden auch hinsichtlich der Unabhängigkeit der FIBER als Teil der EAWAG geäussert. Die Kritik hingegen, die GL habe die Regelung der Winzeler-Nachfolge "verschlafen" und wolle nun die Strukturreform auf die lange Bank schieben, wurde vom Präsidium entschieden zurückgewiesen: Sie entspricht belegbar nicht den Tatsachen.

Fakt ist hingegen, dass die Komplexität und auch der Zeitbedarf des Reformvorhabens unterschätzt wurden, und zwar sowohl von der GL als auch und vor allem von der Projektgruppe. Diese Auffassung vertrat namens der GL Rudolf Hauser. Von dem anspruchsvollen Projekt sei bislang einzig das künftige Leitbild vom ZV abgesegnet worden (vgl. SFZ/Petri-Heil 11/06). Alle übrigen Grundlagen der neuen Strukturen (Reform-Eckwerte, Statutenrevision, Reglemente, Pflichtenhefte und Anforderungsprofile für Chargierte) befänden sich entweder erst in der Vernehmlassung (Eckwerte, Statutenentwurf) oder seien überhaupt noch nicht vorhanden. Noch fehlten auch konkrete Vorstellungen hinsichtlich der Mittelbeschaffung (Fundraising- bzw. Merchandising-Konzept).

Mehr Demokratie
Die GL will ausserdem den ZV stärker in die Reformdiskussion einbeziehen. Um die ZV-Meinungen systematisch zu erfassen, wird eine Umfrage durchgeführt. Deren Ergebnisse werden, zusammen mit den Vernehmlassungsantworten zu den Reform-Eckwerten, an einer ausserordentlichen ZV-Sitzung am 20. Januar vorgestellt. Sie sollen ebenfalls in die künftigen Überlegungen einfliessen. Auch damit werde nicht in Verzögerungstaktik gemacht, sondern im Gegenteil das Grossvorhaben demokratisch abgestützt, konterte Widmer diesbezügliche Vorwürfe des Projektgruppenleiters Roland Seiler. Die Basis habe ein Anrecht darauf zu wissen, welche Konsequenzen die neuen Strukturen in personeller, finanzieller und auch institutioneller Hinsicht hätten. Letzteres beschäftigt vor allem die Westschweizer Verbände. Laut SFV-Vizepräsident Thierry Potterat steht für sie die Schaffung eines SFV-Sekretariat in der französischen Schweiz ganz oben auf der Wunschliste.

"Lebendiges Wasser" vs. Restwasser
Der ZV nahm sodann Kenntnis vom Stand der Vorarbeiten betreffend die Weiterbehandlung der Initiative "Lebendiges Wasser". Die Kooperation mit Pro Natura und WWF macht unter SFV-Federführung gute Fortschritte. Politische Sorgen bereitet laut Widmer eine Subkommission der ständerätlichen UREK (Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie), die sich mit den Restwasserfragen beschäftigt. Eine massive Schmälerung der Restwassermengen sei nicht auszuschliessen. (Die UREK hat alsdann am 23. November 2006 die Behandlung dieses Geschäfts bis zum Vorliegen der bundesrätlichen Stellungnahme zur Initiative "Lebendiges Wasser" ausgesetzt, was vom SFV in einer Medienmitteilung gewürdigt wurde).

Mit einem Rückblick auf die BAFU-Tagung "Fisch und Vogel" in Neuchâtel wurde die Sitzung abgerundet. Bemängelt wurden namentlich die schlechte Präsenz der Fischer als Gegengewicht zu den Vogelschützern und die fehlenden Referatsübersetzungen.


Ohne Junge keine Zukunft

Erstmals in seiner Geschichte führte der SFV einen schwergewichtig der Ausbildung und Förderung der Jungfischer gewidmete Fachtagung durch. Sie war ein Erfolg.

Rolf Schatz war Initiant und Leiter der Ausbildungstagung.

"Wer die Jungen nicht hat, hat keine Zukunft!" Diese Erkenntnis beflügelt Rolf Schatz, seines Zeichens Jungfischer-Obmann des Zürcher Kantonalverbands FKZ, seit Jahren. Mit dem ihm eigenen "feu sacré" (O-Ton Rudolf Hauser, SFV-Ressortleiter Ausbildung) hat er in den letzten Jahren zielstrebig Jugendliche beiderlei Geschlechts in die Vielfalt der Geheimnisse des Angelsports eingeweiht und eine bestens funktionierende, auf einer Erfolgswelle reitende Jugendorganisation auf die Beine gestellt. Im FKZ sind heute rund 200 junge Menschen ab 8 Jahren in geführten Jugendgruppen organisiert. Über 300 junge Menschen besuchten bisher die jährlich 12 durchstrukturierten Jungfischerkurse. Aus ihren Reihen stammten die Thalwiler Jungfischer, die an der letztjährigen Ausstellung "Fischen Jagen Schiessen" vor Ort Schulklassen betreuten. Auch die erste Jungfischer-Olympiade wurde von ihnen beschickt (eine zweite findet am 16./17. Juni in Niederurnen/GL statt; vgl. http://www.jungfischerolympiade.ch/). Ziel dieser Jugendförderung: Sicherung eines bestens ausgebildeten, gemäss SFV-Ethikkodex waidmännisch geschulten und

Joachim Guthruf stellte das Ausbildungskonzept des Fischereivereins Aaretal im bernischen Münsingen vor

für ökologische Fragen sensibilisierten Nachwuchses, der dann ab 16 Jahren in den Vereinen aktiv mitwirken kann. Für Schatz ist klar: "Gut ausgebildete Jungfischer sind gleichzeitig der beste Schutz für unsere Fische."

Weisse Flecken
Nicht nur im FKZ, sondern auch in anderen Kantonalverbänden existieren gut organisierte, umfassende Ausbildungs- und Förderungsprogramme für Nachwuchsjünger Petri. Den aus der ganzen deutschen Schweiz nach Olten angereisten Ausbildungsverantwortlichen von SFV-Vereinen stellten Joachim Guthruf den Grundkurs des Fischereivereins Aaretal (Münsingen BE) und Hans Schwab den seit 2002 für sämtliche Jung- bzw. Neufischer ab dem 14. Altersjahr obligatorischen Ausbildungslehrgang des Kantons Graubünden vor.

Über die obligatorische Fischereiausbildung im Kanton Graubünden referierte Hans Schwab.

Noch sind allerdings "weisse Flecken" auf der "Ausbildungs-Landkarte" vorhanden. Näheren Aufschluss über den Stand der Jungfischerförderung gibt eine von Rolf Schatz bei 350 Deutschschweizer Vereinen durchgeführte Erhebung, an der sich allerdings bloss deren 45 (13%) beteiligten (in der französischen Schweiz betrug der Rücklauf 25%). Die Mehrheit der antwortenden Vereine führen zumeist mehrtägige, theorie- und praxisbezogene Jungfischer/Anfängerkurse durch, grösstenteils im Jahresrhythmus. Die Umfrageergebnisse sowie alle übrigen Tagungsunterlagen (Referate, Folien usw.) sind ab der SFV-Homepage abrufbar (www.sfv-fsp.ch).

SFV-Präsident Werner Widmer eröffnete die Tagung. Links von ihm Pascale Steiner (BAFU) und Rudolf Hauser.

Ausgeglichene Qualität
Ziel der Fachtagung war es, die Basis für ein flächendeckendes, von den Vereinen getragenes Ausbildungsangebot mit gleichwertigem Qualitätsstandard zu legen. Einige Grundlagen existieren, so das SFV-Jungfischerlehrmittel "Guide", von dem mehr als 76'000 Exemplare verkauft wurden. Daneben gibt es kantonale Lehrmittel. Laut Rudolf Hauser wäre es sinnvoll, den ab 2009 verlangten Sachkundenachweis in das Kursangebot der Vereine zu integrieren.

Dessen Grundzüge präsentierte die zuständige BAFU-Biologin Pascale Steiner. Eine Arbeitsgruppe, in der u.a. der SFV (Rudolf Hauser) und das vom SFV mitgetragene Schweizer Sportfischerbrevet (Daniel Luther) mitwirken, bereinigt derzeit die letzten Details der modular aufgebauten Ausbildung. Das Brevet bzw. anerkannte kantonale Fischereiausbildungen sollen als Sachkundenachweis akzeptiert werden, und für bisherige Patentbezüger wird es gegen Beleg keine Prüfung geben.

Auf einen übergeordneten, gesellschaftspolitisch wichtigen Aspekt der SFV-Jugendarbeit hatte SFV-Präsident Werner Widmer in seiner Grussadresse hingewiesen: Es gehe auch darum, die Jugendlichen zu motivieren, "abseits der Strasse etwas Sinnvolles zu tun" und ihnen die Augen für die natürliche Umwelt zu öffnen. Der SFV werde sich generell vermehrt auf ökologische Anliegen fokussieren und sich noch eindeutiger als Umweltschutzorganisation positionieren, im Bestreben seine politische Schlagkraft weiter zu verstärken.

Volles Haus an der ersten Ausbildungs-Fachtagung des SFV.

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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