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Nachgefragt bei: Philipp Sicher

Der Urner Philipp Sicher wirkt seit dem vergangenen 1. Juli als SFV-Geschäftsführer im Halbamt. Höchste Zeit also, ihn über seine ersten Erfahrungen in und mit der Fischer-Dachorganisation zu befragen.

 

Philipp Sicher ist kein Mann der grossen Worte. Konkrete Taten sind ihm wichtiger. Ihn deswegen als kontakt- und kommunikationsscheu einzuschätzen, wäre allerdings völlig verfehlt. Das Gegenteil trifft zu: Sicher sucht und schätzt den direkten, persönlichen Kontakt mit seinen Partnern auf schweizerischer, aber auch auf kantonaler und regionaler Ebene. Neben dem Aufbau und der Pflege dieses Beziehungsnetzes stehen auch gewichtige Sachgeschäfte an. Um was es dabei konkret geht, erläutert er im Interview mit der Schweizerischen Fischerei-Zeitung SFZ.

 

SFZ: Sie sind nun etwas mehr als ein halbes Jahr im Amt. Gefällt es Ihnen beim SFV?

 

Philipp Sicher (PS): Die Arbeit gefällt mir sehr gut. Meine Aufgaben sind sehr vielfältig und interessant.

 

Der SFV widerspiegelt ein bisschen die Schweiz in ihrer sprachlichen, regionalen und kulturellen Vielfalt. Auch in Bezug auf die Fischerei gibt es zum Teil recht unterschiedliche Interessenlagen, je nach Kanton und Region. Wie kommen Sie damit zurecht?

 

PS: Ich glaube, da hilft mir meine politische Vergangenheit. Aus meiner langjährigen  politischen Erfahrung bin ich es gewohnt, auf Anliegen und Meinungen einzugehen und diese zu vertreten, auch wenn sie nicht aus meiner «Küche» kommen.

 

Baustellen
Sie haben das Amt des Geschäftsführers in einem Moment übernommen, wo recht viel im Umbruch ist. Welches sind die grössten Baustellen?

 

PS: Zwei Bereiche sind von Belang: Einerseits ist verbandsintern eine Strukturreform mit entsprechenden Statutenanpassungen im Gange und anderseits laufen nach aussen momentan arbeitsintensive Projekte wie der SaNa, die Prädatorenfragen, die Neuausrichtung der Jugendförderung und die Verbesserung der Kommunikation zu den Mitgliedern.

 

Prädatoren
Wo ist der Handlungsbedarf am Dringendsten?

 

PS: Aus meiner Sicht gilt es in allen oben angesprochenen Bereichen Fortschritte zu erzielen. Die Prädatoren werden wohl leider ein Dauerthema bleiben. Bei der Jugendausbildung muss der Verband eine aktivere Rolle spielen. Das sind unsere zukünftigen Mitglieder, die wir  für die Sache der Fischerei gewinnen sollten. Kommunikation ist in der heutigen Zeit das A und O. Die Mitglieder müssen schnell und gründlich informiert werden, wenn wir die Anliegen der Fischerei durchsetzen wollen.

 

Newsletter und Ausbildungsordner

Was wird in diesen Bereichen konkret getan?

 

PS: Zur Verbesserung der Kommunikation wurde im vergangenen Dezember ein elektronischer Newsletter lanciert. Dank den modernen Medien ist es uns nun möglich, die Mitglieder aktuell und kostengünstig übers Internet zu informieren. In Bezug auf die Ausbildung wird die Arbeit noch etwas länger dauern. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet momentan die notwendigen Grundlagen für einen Ausbildungsordner. Dieses umfassende Nachschlagewerk wird  den Vereinen die Ausbildungsarbeit wesentlich erleichtern. Zur Verbesserung der Situation bezüglich der Prädatorenproblematik werden wir vermutlich die Arbeit auf politischer Ebene noch verstärken müssen.

 

Sie wohnen und arbeiten in Gurtnellen im Kanton Uri. Ist diese doch eher dezentrale Lage ein Nachteil oder im Gegenteil ein Vorteil?

 

PS: Ein Nachteil ist sie ganz sicher nicht. Dank der heutigen digitalen Kommunikation spielt es keine Rolle, wo die Arbeit geleistet wird. Für bestimmte Aufgaben, wie z.B.  das Lobbying für unsere Initiative «Lebendiges Wasser»,  wohne ich sicher etwas dezentral, hingegen erlebe ich Diskussionen um Wasserkraftnutzung oder Restwasser hautnah mit. So gesehen wohnt man eigentlich nirgendwo ideal. Aber die Reisezeiten sind  heute so kurz, dass sie eigentlich kein Thema mehr sind.
Und aus der Sicht des Sportfischers möchte ich den Standort keinesfalls aufgeben.

 

Strukturreform
Welches ist Ihr grösster Wunsch für den SFV im Jahr 2009?

 

PS: Persönlich hoffe ich, dass wir die Reform der Verbandsstrukturen wie geplant über die Bühne bringen. Das wird die Grundlage sein, die restlichen angesprochenen Probleme effizient und zugunsten der Fischerei bearbeiten zu können. Damit werden wir auch das Vertrauen unserer Mitglieder in den Verband stärken.

 

Und der grösste fischereiliche Wunsch des passionierten Fliegenfischers und Rutenbauers Philipp Sicher?

 

PS: Dass mir trotz der intensiven Verbandstätigkeit noch genügend Zeit zum Rutenbauen und Fischen bleiben wird. Der Kontakt und das Gespräch mit den Fischern soll die Grundlage meiner Arbeit bleiben.


«Ausverkauf der Heimat» der andern Art

Mit dem Alarmruf «Ausverkauf der Heimat» wurde 1979 eine Volksinitiative gegen den Grundstückverkauf an Ausländer eingereicht. Dreissig Jahre später muss erneut ein «Ausverkauf» geortet werden.

Es handelt sich um einen «Ausverkauf» der etwas anderen Art. Nicht raffgierige Grundstückspekulanten und Immobilienhändler, die mit betuchten Ausländern Geschäfte machen wollen, sind diesmal im Visier. Am Pranger stehen vielmehr die helvetische Energiepolitik und die Stromlobby, deren Streben wohl kaum als ausgesprochen ökologisch bezeichnet werden kann. Konkret geht es um den unseligen Parlamentsbeschluss, Produzenten von erneuerbarem Strom aus Wasserkraft bis 10 Megawatt und anderen Quellen mit Förderbeiträgen (sog. Einspeisevergütungen) unter die Arme zu greifen, damit sie trotz hohen Produktionskosten ihre Energie rentabel verkaufen können. Bezahlen tut die Zeche die Gesamtheit der Stromkonsumenten mit einem Zuschlag von derzeit 0,45 Rappen pro Kilowattstunde. So will es die eidgenössische Energiegesetzgebung.

Grosse machen auf klein
Was an sich sowohl ökologisch als auch ökonomisch Sinn machte, droht nun aber ins Gegenteil umzukippen: Landauf und landab versuchen vorab die grossen Player im Strombusiness, möglichst happige Stücke von diesem Subventionskuchen für sich abzuschneiden und überall, wo sich dies auch nur einigermassen rechnet, kleine und kleinste Wasserkraftwerke (KWKW) zu bauen. Sie werden dabei vom Departement Leuenberger bzw. dem zuständigen Bundesamt für Energie (BFE) wacker unterstützt. Dass dabei auch noch die allerletzten einigermassen natürlichen oder naturnahen Flüsschen und Bäche verbaut, kanalisiert und in knapp Restwasser führende Rinnsale verwandelt werden, interessiert offenbar nicht gross.

Zu diesem Schluss nötigen jedenfalls die Aussagen von BFE-Vizedirektor Michael Kaufmann in einem Beitrag des TV-Magazins «10 vor 10» vom 5. Januar. Wer die Problematik des faktischen Vollausbaus der Wasserkräfte mit der Bemerkung abtut, man könne ja einige Bäche unter Schutz stellen, den Rest müsse man aber nutzen, läuft Gefahr, als Zyniker wahrgenommen zu werden. Engagiert, jedoch sachlich korrekt wirkten demgegenüber die Ausführungen der Fischerkollegen Hanspeter Güntensperger (BKFV, Frutigen) und Andreas Knutti (WWF), die sich zu den 18 KWKW-Projekten äusserten, die allein die BKW AG im Berner Oberland realisieren möchte. Wahrlich, der «Ausverkauf der (Gewässer)-Heimat» ist in vollem Gang.

SFV gegen neue KWKW
Der SFV sprach sich in der Vernehmlassung zur Energieverordnung unmissverständlich gegen den Bau neuer KWKW aus. «Das als Motiv für die KWKW-Förderung ins Feld geführte globale Problem des Klimaschutzes darf und kann nicht auf Kosten der bereits sehr stark belasteten Gewässer und Gewässerlandschaften gelöst werden», hiess es in seiner Medienmitteilung vom 15. Oktober 2007. Gleichzeitig forderte er, die im Betrieb stehenden rund 1000 KWKW seien endlich zu verpflichten, die Vorschriften des Gewässerschutzgesetzes (Restwasser, Fischgängigkeit) einzuhalten. Fakt ist: Bei 80% der Anlagen ist das immer noch nicht der Fall!

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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