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SFV-GL: Von Hearings und Vögeln

Die Einsetzung einer Prädatorenkommission und die Berichterstattung über Hearings auf höchster politischer Ebene standen im Mittelpunkt der ordentlichen Herbstsitzung der SFV-Geschäftsleitung.

Als beratendes Organ von Geschäftsleitung (GL) und Zentralvorstand (ZV) will der SFV eine aus ausgewiesenen Fachleuten bestehende Kommission für Fragen im Zusammenhang mit fischfressenden Vögeln bzw. mit dem Artenschutz einsetzen. Im Auftrag des ZV hat das Präsidium drei schweizweit anerkannte Fachexperten zur Mitarbeit gewinnen können. Es sind dies der soeben pensionierte bisherige Fischereiverwalter des Kantons Thurgau, Kurt Egloff, Christoph Küng, Bereichsleiter Fischereiwirtschaft (Fischereiinspektorat Kt. BE), und Dr. Matthias Escher, Veterinärmediziner (Autor u.a. der Gänsesäger-Studien). Die Leitung liegt in Händen des Ressortchefs Artenschutz, Martin Peter. Der ZV wird das Gremium an seiner Herbstsitzung formell einsetzen. An Arbeitsmangel wird es sich kaum zu beklagen haben.

«Lebendiges Wasser»: Kampagnenleitung...

Die SFV-Initiative «Lebendiges Wasser» wird bekanntlich vom Verein «Ja zu lebendigem Wasser» politisch weiterbearbeitet. Ihm gehören der SFV sowie die Partnerorganisationen Pro Natura, WWF und Greina-Stiftung an. Der Vorstand unter der Leitung von SFV-Präsident Werner Widmer fungiert als Aktionskomitee, das von Tobias Winzeler betreut wird. Mit der Leitung der allfälligen Abstimmungskampagne wurde Felix Wirz vom Büro ecopolitics (Bern) beauftragt. Ecopolitics wird bereits während der nunmehr angelaufenen parlamentarischen Behandlung der Initiative den ganzen Kommunikationsbereich betreuen und das Lobbying koordinieren.

Der Walliser Ständerat Simon Epiney will mit einem Zuschlag auf die Hochspannungsnetzübertragung einen Renaturierungsfonds finanzieren.

...und Hearings

Im Vorfeld der Behandlung im Ständerat, der sich als Erstrat mit unserem Volksbegehren befasst, führte dessen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) Hearings mit Vertretungen der diversen Interessengruppen durch. Auch der Verein «Ja zu lebendigem Wasser» gehörte zum Kreis der Eingeladenen. Die UREK behandelt gleichzeitig die diversen hängigen parlamentarischen Vorstösse zu den Themen Gewässerschutz, Restwasser, Schwall/Sunk usw.

Präsidiert wurde die Anhörung von Ständerat Simon Epiney (CVP, VS), der mit seiner in der Herbstsession überwiesenen Motion die Ausarbeitung eines Gegenentwurfs zur Renaturierungsinitiative forderte (Wortlaut auf www.sfv-fsp.ch/themen/volksinitiative). Die von Widmer geleitete Delegation des Aktionskomitees machte klar, dass die von Epiney vorgeschlagene Variante (Finanzierung eines Renaturierungsfonds mit einem Zuschlag von 0,1 Rp./kWh auf die Hochspannungsnetzübertragung) keinesfalls ausreichen würde, um einen eventuellen Rückzug der Initiative ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

«Klumpfuss»?

In der Tat berücksichtigt die Motion Epiney ein weiteres zentrales Anliegen des Volksbegehrens nicht: das Antragsrecht der Umweltorganisationen betr. Renaturierungsmassnahmen. Dieses Recht wurde in der UREK als «Klumpfuss» der Initiative bezeichnet, da es den Umweltverbänden, darunter der SFV, die Möglichkeit gäbe, säumige Kantone zur Sanierung beeinträchtigter Gewässer anzuhalten. Auf diese Weise würden die Exekutivbehörden ausgehebelt, gab man zu bedenken. Was insofern nicht zutrifft, als in jedem Fall die zuständigen politischen Behörden über derartige Anträge entscheiden würden, allerdings mit Beschwerdemöglichkeit an die Gerichte. Als Polithemmschuh erweisen sich laut Widmer auch die noch aus feudalen Zeiten stammenden, auf recht wackligen juristischen Füssen stehenden  «wohl erworbenen Rechte», worauf die Kraftwerkbetreiber stets zu pochen pflegen.

Ohne Stromeinbussen

Ein weiteres Gespräch fand auf Wunsch des Aktionskomitees mit dem Stromausschuss der Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK) statt. An ihm nahmen neben Widmer die Präsidentin von Pro Natura, Silva Semadeni, und Gallus Cadonau von der Greina-Stiftung teil. Dabei wurde klargestellt, dass bei einer Annahme der Initiative «Lebendiges Wasser» keine Stromproduktionseinbussen einträten. Ebenso deutlich wurden die Forderungen nach einer Sanierung des Geschiebehaushalts und der verheerenden Auswirkungen von Schwall/Sunk deponiert. Geleitet wurde das Rencontre vom Bündner Regierungsrat Stefan Engeler.

Bei den Treffen präsentierte Widmer eine von Andreas Knutti (WWF/Riverwatch) realisierte Power-Point-Präsentation. Sie informiert knapp und klar und mit eindrücklichen Illustrationen über die Anliegen der Initiative, eignet somit hervorragend für Vereins- und Informationsveranstaltungen.


Vogelschützer machen mobil!

Als Reaktion auf die Motion Dupraz, die eine Begrenzung der Kormoran-, Gänsesäger- und Graureiherbestände verlangt, gibt der Präsident des Schweizer Vogelschutzes (SVS) massiv Gegensteuer.

Um sie geht es: Jungvögel und Eier im Kormorannest, aufgenommen im Brutgebiet Fanel.

Wenige Tage nach der Einreichung der Motion von alt Nationalrat John Dupraz (vgl. SFZ/PH 11/07), die sich für ein wirksames Bestandesmanagement der drei wichtigsten Arten fischfressender Vögel und für eine Entschädigung der Netzschäden der Berufsfischer stark macht, konterte SVS-Präsident und Nationalrat Ruedi Aeschbacher (EVP,ZH) mit einem Postulat. Darin wird der Bundesrat aufgefordert, im Rahmen der vorgesehenen Revision des Jagdgesetzes «dem Schutz der fischfressenden Vogelarten höhere Aufmerksamkeit zu schenken».

«Ungerechtfertigte» Graureiherabschüsse

In der Begründung seines Vorstosses wiederholt Aeschbacher gebetsmühlenartig altbekannte Argumente, als da sind: Nicht der Fischfrass sei die Hauptursache des Rückgangs der Fischbestände, sondern die Zerstörung ihres Lebensraums. Auch die Entnahmen durch Angler, Berufsfischer und «fischfressende Fische» sowie Krankheiten seien mitverantwortlich. Dann folgen ein Lamento über den «ungerechtfertigten» Abschuss von 140 Graureihern im Kanton Freiburg und ein Plädoyer für den Gänsesäger. Dieser befindet sich zwar auf der «Roten Liste» der gefährdeten Arten, wird jedoch als nicht stark gefährdet, sondern lediglich als «verletzlich» eingestuft. Der Graureiher figuriert unter «nicht gefährdet», den Kormoran sucht man vergeblich.

Dem zum Trotz moniert Aeschbacher: «Zum Schutz der (...) Gänsesäger und Graureiher vor ungerechtfertigten Massnahmen ist eine restriktive Definition der Eingriffsgründe nötig.» Eine «starre Begrenzung der Bestände» komme jedenfalls nicht in Frage. Eingriffe seien nur dann zulässig, «wenn lokal konkrete Schäden auftreten». Darunter versteht er offenbar durch Kormorane verursachte Netzschäden der Berufsfischer, für deren Entschädigung er eine Rechtsgrundlage verlangt. Pikantes Detail: Der Kormoran-Winterbestand wird für die vergangenen zwölf Jahre mit je rund 5000 Vögeln angegeben, die seit dem Jahr 2001 explodierende Zahl der Brutpaare hingegen wohlweislich verschwiegen. 

Desinformation

Aeschbacher und der SVS sind mit ihrer einseitigen Argumentation nicht allein. Auch Pro Natura hat in der Oktober-Ausgabe seines «Magazins» zur Desinformation beigetragen. Da war unter dem Titel «Vom Aussterben bedroht: die Toleranz» u.a. zu lesen, dass jährlich rund tausend Kormorane «abgeknallt» würden. «Das ist dem Schweizerischen Fischerei-Verband zu wenig. Er fordert, die Eier von Kormoranen einzusammeln und abzutöten - und das in einem streng geschützten Vogelschutzgebiet (Fanel. Red.).» Bedauerlicherweise werde derartigen Forderungen immer häufiger nachgegeben, obgleich kaum ein anderes europäisches Land einen so hohen Anteil gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Arten aufweise wie die Schweiz. So als ob Kormorane und Graureiher in ihrem Bestand irgendwie gefährdet oder bedroht wären. Auch für den Gänsesäger besteht keine akute Gefährdung. Unterschlagen wird in dem Artikel hingegen die Tatsache, dass sich der SFV mit mindestens gleichem Engagement für den Schutz des Lebensraums der Fische einsetzt - im Verein mit Pro Natura notabene.

Korrekt ist hingegen die Aussage, dass jährlich rund 1000 Kormorane geschossen werden. Fakt ist aber auch, dass das nicht ausreicht, um bestandesregulierend zu wirken. Zudem schwanken die Abschüsse laut eidgenössischer Jagdstatistik von Jahr zu Jahr und von Kanton zu Kanton beträchtlich. So wurden 2006 lediglich 917 Kormorane geschossen gegenüber 1321 im Vorjahr und immerhin noch 1033 im Jahr 2004. Mit 154 Abschüssen im Jahr 2006 führte das Wallis die «Rangliste» an, gefolgt von Luzern mit 127, Zürich mit 106 und Schaffhausen mit 100 Abschüssen. Bern hingegen, auf dessen Gebiet eine der beiden Fanelinseln liegt, brachte es bloss auf deren 50. Offenbar ist die Kormoranjagd für viele Jäger kein Thema.

Kormoran-Schonzeit verkürzen!

Trotz der ungenügenden jagdlichen Motivation muss mit allen Mitteln versucht werden, die Kantone mit Prädatorenproblemen zu veranlassen, beim UVEK eine Verkürzung der Kormoran-Schonzeit auf die Monate April bis und mit Juli (heute Februar bis Ende August) zu verlangen. Damit würde eine Angleichung an die im benachbarten Ausland geltenden Schonzeiten erreicht und eine verstärkte Zuwanderung von Brutpaaren verhindert. Auch Einzelabschussbewilligungen für Graureiher und Gänsesäger können auf Gesuch hin erwirkt werden. Der Kanton Freiburg machte es vor. Diesbezügliche Vorstösse in den Kantonsparlamenten nach dem Muster der Motion Dupraz sind das bestgeeignete Mittel, um säumige kantonale Verwaltungsstellen auf Trab zu bringen.

ONLINE-DOSSIERS

Zu den folgenden Schwerpunktsthemen hat der SFV ausführliche Online-Dossiers eingerichtet:

Pestizide

Das Argumentarium zur Pestizid- und Trinkwasserinitiative

Dossier Doubs

Online Dossier zur Rettung des Doubs

Fischabstieg

Online-Dossier zum vergessenen Weg zurück

Das Bachneunauge

Online-Dossier zum Fisch des Jahres 2017

FISCHER MACHEN SCHULE

Exkursionsprogramm des SFV für Schulen

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